Entspannung

Die Entspannung ist das Nachlassen der  Spannung.

Man kann auch sagen, dass der Prozess der Entspannung zum Nachlassen der  Spannung führt.

Ebenso kann man sagen, dass die Entspannung durch das Loslassen der Spannung eintritt.

Dabei kann die Entspannung kontinuierlich oder in Schritten bzw. in Stufen erfolgen, oder es erfolgt die Entspannung auf einmal – wie beim freien Fall – bei einem Sprung in die haltlose Tiefe.

Es ist die Entspannung daher das Ergebnis des Nachlassen der Spannung das letztlich zum Ausgleich und damit zur Entspanntheit führt.

Bezüglich der Entspannung kennt man beim Menschen die Begriffe der psychischen Entspannung und der körperlichen Entspannung.

Die psychische Entspannung (mentale Entspannung) führt letztlich zur psychischen Entspanntheit/Gelöstheit/Ungezwungenheit/Freiheit und inneren Ruhe – man kann auch sagen zur inneren Gelassenheit.

Man kann auch sagen: in Bezug auf den Menschen versteht man unter dem Begriff Entspannung das Nachlassen der psychischen Spannung und der körperlichen Spannung. Der Abbau von Stress führt also zur Entspannung in Bezug auf Körper, Psyche und Geist.

In der Mechanik und somit auch in der Technik versteht man unter dem Begriff Entspannung das Nachlassen der Krafteinwirkung, oder das Nachlassen der elektrischen Spannung, in deren Folge ein Spannungsabfall bzw. der Spannungsverlust eintritt. Dabei stammt der Begriff „Stress“ ursprünglich aus der Mechanik und man meint damit die Spannung die auf die mechanischen Teile einwirkt.

Anmerkung zur nervlichen Entspannung aus Sicht der Neurobiologie:

Aus der Sicht des Neurobiologie korreliert die nervliche Entspannung mit der Abnahme der neuronalen Aktivität in einem Teilbereich des Nervensystems. Es kommt in diesem Bereich also zur verminderten Aktivität von Nervenzellen bzw. entspricht dies einem veränderten neuronalen Muster.

Man kann hier von einer Änderung der neuronalen Funktion in gewissen neuronalen Netzwerken sprechen.

So kann man sich die Sache etwa wie folgt vorstellen, dass infolge der erhöhten neuronalen Aktivität höhere elektrische Spannungsdifferenzen im Nervensystem auftreten. Dabei mögen hier Ungleichheiten in der Verfügbarkeit der Botenstoffe (Transmitter) eine Rolle spielen. All dies wirkt sich beeinträchtigend auf Körper und Psyche aus. Es kommt hier also zu einer Störung der psychischen Funktion – in manchen Fällen auch zu einer Störung der geistigen Funktion – und praktisch regelmäßig auch zu einer Störung der körperlichen Funktion.

Im Normalfall führt die erhöhte neuronale Aktivität ja auch zur normalen Ermüdung, zur Abnahmen im Konzentrationsvermögen zum Bedürfnis schlafen zu wollen also zu den psychischen Phänomenen wie man sie aus der eigenen Erfahrung etwa nach der Arbeit und dann am Abend kennt bevor das Schlafzimmer aufgesucht wird und letztlich der Übergang vom Wachzustand in den Schlaf erfolgt.

Es kommt zum Auftreten von Symptomen und Phänomenen. Es treten psychische Symptome und psychische Phänomene auf, und es kommt auch zum Auftreten von körperlichen Symptomen und körperlichen Phänomenen. Müdigkeit tritt in Erscheinung. Es kommt zum Abfall der Körperkraft, der Konzentration, zum Bedürfnis des Schlafs, eingeschränkte Funktion des Gedächtnisses etc. treten in Erscheinung.

Hingegen kommt es im Rahmen der Entspannung und der Regeneration zum Abbau dieser Differenz und dadurch letztlich zur Entspannung. Es kommt hier also zu einem biologischen und psychischen reset.

Während im Zustand der Anspannung die Energie nicht locker „fließt“ ist dies nach erfolgter Entspannung der Fall. Durch dieses Konzept kann man sich vorstellen wie biologische Vorgänge mit der psychischen- und geistigen Entspannung korrelieren – ohne dass man jedoch tatsächlich  diesbezüglich über konkretes diesbezügliches Wissen verfügt.

In Bezug auf die Psyche kennt man die psychische Entspannung die zum Nachlassen und letztlich zum Loslassen der psychischen Spannung (psychischen Anspannung) führt.

In der Medizin kennt man die körperliche Entspannung, die zur ausgeglichenen Funktion somit zur Normalisierung im Organismus und letztlich zur Harmonie im Lebewesen führt. Es kommt durch die Entspannung in vielen Fällen zur teilweisen oder gänzlichen Rückbildung der Funktionsstörung.

In der Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie ist die psychische Entspannung das Ergebnis des Nachlassen der psychischen Spannung.

Oder man kann sagen: dass die psychische Entspannung das Loslassen der psychischen Spannung zur Folge hat.

In diesem Sinn kann man in Bezug auf das gesamte Nervensystems das Nachlassen der nervlichen Spannung als nervliche Entspannung bezeichnen.

Die Entspannung ist in der Heilkunde also ein körperliches Phänomen und teils auch ein psychisches Phänomen.

Die Entspannung kann in den verschiedensten Zuständen eintreten. Sie tritt natürlicherweise beim Einschlafen auf und es gibt sodann auch im Schlaf  Stadien bei denen die schlafende Person mehr oder weniger entspannt ist. Oder es kann die Entspannung im Wachbewusstsein oder im Halbschlaf, oder im Trancezustand bzw. in der Trance somit in der Hypnose in mehr oder weniger starker Ausprägung eintreten. Oder die Entspannung kann in einem sonstigen Zustand eintreten, insbesondere in einem Zustand wie er in der Meditation oder im Yoga vorkommt. Auch gewisse Substanzen können eine Entspannung bewirken. Bekannt sind die Medikamente, die die Entspannung bewirken (Tranquilizer, im Sinn der minor und major Tranquilizer die auch als Neuroleptika bezeichnet werden und auch andere Substanzen wirken mehr oder weniger entspannend) und ist es auch allgemein bekannt dass Alkohol, Nicotin und sonstige Substanzen, die zum Teil zu den Drogen zählen entspannend wirksam sind.

Psychologisch betrachtet kommt es durch die Abreaktion kommt es zur Entspannung.

Im täglichen Leben ist man normal aktiv bzw. normal angespannt und fallweise ist man besonders angespannt wenn man mit einer besonderen Stress-Situation konfrontiert ist. Auf eine Phase der Anspannung folgt normalerweise eine Phase der Entspannung.

Bei der psychischen Entspannung kommt es also zu einem Loslassen der Anspannung, die in der Regel mit der Änderung der Willenshaltung einhergeht. Der Wille lässt nach, man gibt nach, die Spannung lässt nach. Man gibt etwas auf. Man überlegt in geistiger Hinsicht nicht aktiv weiter nach und damit gibt die psychische Spannung nach bzw. damit lässt man die psychische Spannung los. Man verfolgt die Gedanken nicht weiter aktiv. Man setzt das aktive Denken nicht mehr fort. Man verfolgt die Einfälle, die Assoziationen nicht mehr aktiv weiter, die einem durch die Assoziationen gerade in den Sinn kommen. Dadurch kommt es zum Nachlassen der Spannung bzw. zur Entspannung. Man gibt sich dem Schlaf hin. In diesem Sinn kommt es durch das Loslassen zur natürlichen nervlichen Entspannung bzw. zum Loslassen der Spannung.

Wir haben einen großen Bedarf an Entspannung, weil wir im Alltag in Folge der Anforderungen wiederholt und daher oftmals angespannt sind. Manche Personen sind fast dauernd ängstlich angespannt. Auf dieser Grundlage entstehen gesundheitliche Störungen. Es können dies Störungen in der Körperfunktion sein, wie sie sich in körperlichen Phänomenen z.B. in Muskelverspannungen in den verschiedenen Bereichen manifestieren (Schulter- Nackenverspannungen), Verspannungen im unteren Rücken, usf. Bekannt ist auch, dass Formen des Kopfschmerzes (Migräne, Spannungskopfschmerzen auf der Grundlage von Verspannungen entstehen). Schließlich kennt man auch die Auswirkungen der Spannung bzw. der mangelhaften Entspannung als Folge der zu geringen Entspannungsfähigkeit auf die Psyche und die psychischen Funktionen.

Bei einer chronischen Anspannung entsteht also eine gewohnheitsmäßige Anspannung, die man als die Folge einer Konditionierung in dieser Hinsicht verstehen kann. Beziehungsweise die man die chronische Anspannung als Folge der Konditionierung erklären, wenn es in Folge der chronischen Anspannung zu gewissen Reaktionen gekommen ist.

Daher können sich als Folge der chronischen Anspannung  gesundheitliche Störungen entwickeln, die einerseits als Folge der übermäßigen psychischen Spannung und der mangelhaften psychischen Entspannung entstehen. Es können als Folge der übermäßigen Anspannung Schlafstörungen auftreten, oder es können sonstige psychosomatische Störungen auftreten. Schließlich entstehen auch verschiedene körperliche Störungen auf dieser Grundlage und es spielt zum Beispiel beim erhöhten Blutdruck und auch bei anderen körperlichen Störungen die chronische psychische Anspannung als ätiologischer Faktor  oftmals eine wesentliche Rolle bzw. ist dies ein wesentlicher Faktor der Ursache dieser gesundheitlichen Störungen.

Während also die Entspannung einerseits natürlich auftritt, kann es in Folge der übermäßigen und chronischen Anspannung dazu kommen, dass die Fähigkeit loszulassen weitgehend „verlernt“ wird, weil es in Folge der chronischen Anspannung zu einer nachteiligen Konditionierung gekommen ist. Man kann leicht einsehen, dass die Dekonditionierung das „Verlernen“ der Spannung kein leichtes Unternehmen ist und man sich nachhaltig auf die „rechte“ Art und Weise geduldig bemühen muss um die Entspannung zu fördern bzw. um die Entspannungsfähigkeit zu reaktivieren bzw. wieder zu lernen. Dies kann durch verschiedene Aktivitäten und Therapien gefördert werden. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man den Zusammenhang der Dinge richtig versteht und man kann sodann auf der Grundlage des richtigen Verstehens das Hilfreiche und Nützliche unternehmen.

Entspannung durch Loslassen

Zusammenfassend kann man also folgendes sagen:

Man bemerkt, dass eine Spannung, sei dies eine körperliche Spannung oder eine psychische Spannung zuerst als solche spüren und damit Fühlen muss bevor man sie loslassen kann. Die Bewusstheit bzw. die Wahrnehmung der Spannung im Sinn der übermäßigen Spannung ist also im Rahmen der Therapie wesentlich. Dies kann die Psyche oder den Körper oder beide Bereiche betreffen.

Man macht dann zwar die Erfahrung dass die Spannung alsbald wieder auftritt, aber man kann sie sodann neuerdings loslassen. Durch dieses wiederholte Loslassen kommt es allmählich zum Spannungsabbau. Man kann also sagen, dass es dadurch allmählich zu einer Dekonditionierung kommt. So wie es umgekehrt zu einer Konditionierung und damit zum Spannungsaufbau gekommen ist – kommt es umgekehrt im Laufe der Zeit durch das wiederholte Loslassen zur Dekonditionierung.

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(letzte Änderung 27.06.21, abgelegt unter: Definition, Psychohygiene, Spannung – Entspannung, Psyche, psychologischer Begriff, Psychiatrie, Psychologie, Psychosomatik, Psychotherapie)

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