Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist die Bewusstheit die das eigene Sein beobachtet und registriert (vgl. mit Osho Zitat 1)

Man kann auch sagen: die Achtsamkeit ist die Aufmerksamkeit die die locker und natürlich (vgl. mit Osho Zitat 11a1) registriert was vor sich geht.

Dabei entsteht und entwickelt sich die Achtsamkeit mit dem eigenen Bewusstsein.

Bewusstes tun kann als achtsames Tun bezeichnet werden. Solches Tun ist in vielerlei Hinsicht förderlich.

Achtsames Tun fördert die innere Zentrierung und damit die Konzentration.

Durch die Achtsamkeit löst sich die innere Spannung insbesondere die psychische Spannung und dadurch letztlich auch die körperliche Spannung.

Achtsamkeit verhilft zu tieferer Einsicht und befördert damit das Erkennen bzw. die Erkenntnis.

Achtsamkeit befördert somit das Lernen und das Erkennen der Zusammenhänge.

Durch Achtsamkeit entsteht und entwickelt sich das Verstehen.

Achtsames Tun fördert die innere Wahrnehmung, also das innere Spüren und Fühlen, somit die Wahrnehmung des Gefühls aber auch die Wahrnehmung der Gedanken und Vorstellungen.

Durch die Schulung der Achtsamkeit wird die persönliche Entwicklung positiv befördert. Wenn man nicht mehr spürt und fühlt was einem gut tut, oder was für einen schlecht ist, dann kann man daraus erkennen, dass dies problematisch und ein Faktor für die Entwicklung einer gesundheitlichen Störung ist, sowohl für den Körper wie auch für die Psyche.

Fehlende Achtsamkeit wirkt sich nachteilig auf das innere Erleben und dessen Entwicklung aus.

Daher ist die fehlende Achtsamkeit ein wesentlicher Faktor der die Entwicklung von körperlichen Störungen und  psychischen Störungen begünstigt. Damit wird einsichtig, dass auch psychosomatische Störungen auf dieser Grundlage entstehen können bzw. auch hier die fehlende Achtsamkeit eine wesentliche Basis der Entstehung der Störung ist.

Diesen Sachverhalt hat man in der jüngerer Zeit in der Heilkunde zunehmend in der Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie und auch in der Psychosomatik und Medizin erkannt. Wohingegen dies etwa in Indien im Yoga, im Ayurveda, in China in der traditionellen chinesischen Medizin und in anderen Kulturen schon lange bekannt war und demgemäß beachtet worden ist.

Es kann also auf der Grundlage der fehlenden Achtsamkeit etwa eine vegetative Dystonie, oder eine sonstige eine funktionelle Störung entstehen. In psychischer Hinsicht kann sich unter Umständen eine psychische Störung vom Typ einer Neurose oder eine Angststörung oder sonst eine psychische Störung auf dieser Grundlage entwickeln.

Achtsames Tun ist erforderlich um etwas bewusst zu lernen und um anderes bewusst zu vermeiden. Dieses bewusste Vermeiden ist heute angesichts der vielen Angebote und Möglichkeiten von großer Bedeutung. So ist dies zum Beispiel auch der Behandlung einer Sucht von großer Bedeutung und ganz generell von großer Bedeutung, wenn es um das Verlernen bzw. um die Dekonditionierung von unerwünschten Reaktionen und Verhaltensweisen geht.

Achtsames Tun fördert somit die eigene Entwicklung und beeinflusst auch die Entwicklung von anderen positiv, insofern alles was man tut und unterlässt auch für die anderen Menschen, mit denen man in Kontakt, steht dadurch beeinflusst werden.

Zerstreut da sein, abgelenktes und unachtsames Tun ist in vielerlei Hinsicht von Nachteil.

Man kann leicht einsehen, dass achtsames Tun einer gewissen Kultur bzw. einer bewussten Pflege und Praxis bedarf, damit es entsteht und besteht und sich im genannten Sinn sich positiv auswirkt.

In der Meditation, im Yoga aber auch in vielen anderen Disziplinen geht es um diese Förderung, um die Kultur und Entwicklung der Achtsamkeit.

Letztlich sollte man alles in der täglichen Praxis mit möglichst viel Achtsamkeit verrichten, und dies hat zweifelsohne einen wesentlichen Einfluss auf die positive Entwicklung des Nervensystems bzw. auf die positive Entwicklung der individuellen neuronalen Muster.

Aus Sicht der  Meditation betrachtet ist Achtsamkeit die innere Aufmerksamkeit.

Diese Fähigkeit – oder man kann auch sagen, dieses Vermögen entwickelt sich in Folge der Praxis, also in Folge des wiederholten Tuns. Mit anderen Worten: wenn in der meditativen Praxis die innere Aufmerksamkeit kultiviert und geübt wird, dann entwickelt sich damit die Bewusstheit.

Dabei kann der Inhalt der Übung verschieden sein. Es gibt Formen der Meditation wo die meditierende Person die Aufmerksamkeit, etwa auf ein Mantra gerichtet hält, also auf ein Bild, eine Figur, oder es kann der Inhalt ein Spruch, ein „Koan“ sein, wie dies zum Teil bei der Zen Praxis geübt wird, oder der Laut „Om“ kann wiederholt gebildet werden, oder es kann in der Meditation die Aufmerksamkeit auf den „inneren Zeugen“ gerichtet sein, oder die innere Aufmerksamkeit ist auf das „Sein“ ausgerichtet. (vgl. mit Sri Nisargadatta Maharaj Zitat 1,  Osho Zitat 2, Osho Zitat 1a , Osho Zitat 10)

Diese innere Praxis befördert die innere Entwicklung.

Es findet dabei also ein inneres positives Lernen statt, das auch als „tun durch nicht tun“ – als  „Wu wei“ – in China bezeichnet wird.

Die Erfahrung zeigt, dass diese innere Praxis zur „Reinigung“ der Seele, bzw. zur „Reinigung“ der Psyche beiträgt, und zwar in einem Ausmaß, die über den normal stattfindenden „Reinigungsprozess“ hinausgeht, wie ein solcher im natürlichen Schlaf auftritt.

Dies ist also die Frucht der Meditation – wenn sie richtig praktiziert wird. Diese Praxis befördert eine Art der Dekonditionierung in Richtung der Erlangung des natürlichen bzw. ursprünglichen Zustandes (vgl. mit Patanjali Zitat 1, Sri Nisargadatta Maharaj Zitat 1,  Osho Zitat 2, Osho Zitat 1a , Osho Zitat 10)

Das heißt das Nervensystem kann sich also in gewisser Hinsicht wieder „zurück-entwickeln“ in die Richtung des ursprünglichen Zustandes, bzw. in Richtung des ursprünglichen unbelasteteten Seins, ohne dass dabei das vergessen wird was man an positiven Dingen im Leben gelernt hat.

Die Achtsamkeit befördert also das „Verlernen“ von dem, was man wieder loswerden sollte ohne dass man das verlernt was positiv ist. Man kann also damit in gewisser Hinsicht das Zurückzuspulen was sonst nicht leicht zurückgespult werden kann. Derartiges spielt beispiesweise bei dem was man als „Burnout“ bezeichnet eine eminente Rolle, aber natürlich auch bei vielen anderen psychischen Störungen und körperlichen Störungen, explizit genannt seien die Depression, und vorallem spielt dies auch bei vielen psychosomatischen Störungen, also bei vegetativen Störungen vom Typ der vegetativen Dystonie, der Anorexie, Bulimie, Esssucht und überhaupt bei der Sucht eine eminente Rolle.

Die Achtsamkeit befördert also das „Verlernen“ von dem was man wieder loswerden will, und zwar ohne direkte willentliche Anstrengung, wenn man davon absieht, dass die Praxis als solche natürlich sehr wohl eine ständige Anstrengung und stetige Bemühung erfordert.

Die Übung, Gewöhnung und schließlich die Gewohnheit der Praxis der Achtsamkeit führen zum Ziel und kommt es dadurch im Laufe der Zeit zu einer positiven Art der Dekonditionierung auf der einen Seite und zum einem positiven Lernen im Sinn einer positiven Konditionierung auf der anderen Seite. Man kann also diese Fähigkeit zur inneren Achtsamkeit nicht durch einen Akt der gewaltsamen Anstrengung erreichen, sondern nur durch die „rechte“ Praxis des wiederholten Tuns – eben des „tun durch nicht tun“ im Sinn des „Wu wei„, oder des inneren Zeuge Sein wie dies im Yoga praktiziert wird oder in anderer Art und Weise praktiziert werden kann ohne dass man sich einer entwickelten Methode bedient.

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(letzte Änderung 29.11.2020, abgelegt unter Bewusstsein, Medizin-Psychotherapie-Yoga-Meditation, Sicht, psychologischer Begriff).

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