Loslassen

Das Loslassen ist das Aufgeben des Halts. Dabei ist das Loslassen oftmals nicht einfach weil man geneigt ist am Gewohnten und Bekannten festzuhalten.

Deswegen erfordert das Loslassen Mut und Entschlossenheit, weil es in gewisser Hinsicht mit Angst verbunden ist, insofern die Aufgabe des Halts Ungewissheit und damit Unsicherheit mit sich bringt.

Man kann auch sagen: als Folge des Loslassens weiß man nicht wie es weiter geht und dadurch bedingt tritt eine Unsicherheit auf.

Man kann daher auch sagen: das Loslassen ist ein Entlassen in Freiheit, die allerdings mit Ungewissheit und Unsicherheit verbunden ist.

Infolge des Loslassens fehlt also der  Halt der vorher vorhanden war – und es bewirkt dieser Prozess das Auftreten einer inneren Spannung, die sich in Körper und Psyche manifestiert.

Andererseits tritt durch das Loslassen eine Befreiung ein, die zum Nachlassen der zuvor bestehenden psychischen Spannung und körperlichen Spannung führen kann.

Es kommt also darauf an unter welchen Bedingungen das Loslassen in Gang gekommen ist.

In manch einem Fall entstand das Loslassen auf der Grundlage des freien Wissens – in einem anderen Fall war dieser Wille nicht – oder noch nicht vorhanden – weil die Zuversicht oder positive Erfahrung gefehlt hat.

Man kann auch sagen: in diesem Fall hat der Mut zum Loslassen gefehlt.

Es kann das Loslassen also mit dem Aufgeben von Stress/von Spannung/ von Zwang/von Anspannung verbunden sein. Unter Umständen ist das Neue/das Ungewisse allerdings auch mit einer neuen Art von Stress und Anspannung verbunden – jedenfalls solange die Ungewissheit und die Erfahrung fehlen – daher die Angst die einem davon abhält.

In der Mechanik führt das Loslassen wegen dem Gravitationsfeld zum freien Fall.

Im Hinblick auf die Psyche ist das Loslassen ein komplettes sich Fallenlassen/sich Hingeben/sich Übergeben.

Es handelt sich hierbei also immer um ein psychisches Phänomen.

Das Loslassen als Erlebnis entspricht der psychischen Erfahrung entsprechend dem freien Fall (Beispiel: beim Fallschirmspringen, beim Sprung vom Sprungbrett ins Wasser usf.)

Kein Halt, keine Fixierung, keine Bindung, kein Kampf, kein Krampf, kein Zwang, keine Pflicht, keine Vorschrift, kein Muss, kein Gewissen, kein Denken, kein Überich, keine Regel.

Die Disziplin des Yoga ermöglicht das innere Loslassen.

Der Schlüssel dazu ist die Indifferenz.

In gleicher Weise ist die Indifferenz auch in der Meditation der Schlüssel zur inneren Befreiung.

Das Loslassen erfordert Mut und Hingabe im Zustand des Bewusstseins und es wirkt sich dies auch auf das Unbewusste aus.

Im Schlaf besonders im Tiefschlaf kommt es zum vollkommenen Loslassen (vgl. mit Osho Zitat 18) und damit verbunden zur tiefen psychischen Entspannung – man kann hier fast von einem reset der Seele sprechen, insofern sich während des Tages und der bewussten Aktivität im Wachbewusstsein viel nervliche Spannung aufgestaut hat.

In diesem Sinn haben wir immer wieder einen großen Bedarf an Entspannung.

Auf diesem Weg befördert das innere Loslassen also zur Entspannung von Körper und Psyche und damit zur Erholung.

Auf diesem Weg führt also das Loslassen zur Entspannung des Nervensystems im Schlaf, besonders im REM-Schlaf und damit im Traum und kommt es hierbei zur Abreaktion.

Es braucht also Zuversicht und Selbstvertrauen um loszulassen, weil durch das Loslassen Angst entsteht.

Zum Loslassen braucht es also Vertrauen zu sich selbst – zum eigenen Selbst – zur Natur – zur Um- und Mitwelt – zu einem höheren Wesen – zu Gott – zum Allmächtigen usf. Dadurch ist für die Gläubigen dadurch das vollkommene Loslassen möglich.

Das Loslassen ist ein „Lassen“ in die eigene Freiheit.

Das Gegenteil vom Loslassen ist die Fixierung, die Anklammerung, die Bindung, die Anhaftung usf.

Es ist das psychische Loslassen also mit dem Aufgeben einer fixierten Bindung verbunden.

Durch das Loslassen wird eine fixierte Haltung/Einstellung/Absicht/ein Vorurteil usf. aufgegeben.

Es ist das Loslassen mit der Bereitschaft zur Veränderung, letztlich mit der Bereitschaft zur Hingabe verbunden.

Durch das Loslassen tritt in der Regel vorübergehend eine Verunsicherung auf und manchmal geradezu  eine Angst, weil man nicht weiß was als Folge des Loslassen geschehen wird.

Daher ist man unter Umständen geneigt lieber in der psychischen Spannung bzw. in der psychischen Anspannung zu verweilen, obwohl sie zu Problemen und gesundheitlichen Beschwerden, ja zur gesundheitlichen Störung geführt hat.

Ja, es können als Folge der psychischen Spannung die ihrerseits eine erhöhte körperliche Spannung bewirkt Störungen im Körper und in der Psyche auftreten.

Insbesondere falls dieser Zustand chronisch besteht kommt es zu Störungen der Gesundheit. Es kann dadurch bedingt eine Krankheit auftreten oder der Auftreten befördert werden.

Es kann zu psychischen Störungen und auch zu körperlichen gesundheitlichen Störungen (Krankheiten) oder zu psychosomatischen Störungen kommen, weil das Loslassen nicht der eigenen Natur gemäß erfolgt. Man kann sagen: die natürliche Entspannung unterbleibt, weil die Entspannungsfähigkeit gestört ist.

Man steht in der Gefahr Beruhigungsmittel (Alkohol, Tranquilizer) bis hin zu Drogen im engeren Sinn (Cannabis, Heroin usf.) zu konsumieren, in der Hoffnung so über die Runden zu kommen um nichts verändern und „loslassen“ zu müssen.

Dabei kann aber der Rausch und die Sucht die Situation nicht nachhaltig verbessern, weil man sich letztlich den Herausforderungen des Lebens stellen muss.

Ein wirkliches Loslassen ist nur möglich wenn man auf die Realität bzw. auf die realen Gegebenheiten eingeht. Nur dann kann man – bei richtigem Vorgehen – loslassen was man loslassen wollte.

Neurobiologisch betrachtet führt das Loslassen im Hinblick auf die neuronale Funktion zur spontanen Abreaktion. Es ist dies ein Vorgang bei dem man nicht weiss warum ein gewisser neuronaler Prozess in Gang kommt. Es kann sich dies durch eine muskuläre Entladung im Bewegungsapparat manifestieren oder durch eine Form einer psychischen Reaktion. Man weiss dabei nicht im Vorhinein an welcher „Stelle“ im Körper dies auftritt oder in Bezug auf die Psyche was für ein psychisches Phänomen sich manifestiert. Es kann sich dies also in der körperlichen Funktion oder in der psychischen Funktion manifestieren. Man hat den Eindruck, dass eine gewisse neuronale Energie sich auf einen gewissen Fokus konzentriert. Dadurch bedingt kommt es in Folge des Loslassen bzw. infolge der inneren Hingabe zur spontanen Entladung im Nervensystem. Dabei kann dies ein Prozess sein der über Phasen mit Unterbrechungen hinweg auftritt. Es kommt hier also zu einer gewissen Entladung in einem gewissen Bereich – dann zu einem Intervall in dem nichts oder wenig geschieht um dann an anderer Stelle zu beginnen. Dabei konvergiert der ganze neuronale Prozess jedoch gegen ein natürliches Ende. Derartige Prozesse kennt man auch aus der Therapie in Trance bzw. aus der Katharsis und Hypnose.

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(letzte Änderung 14.12.2020, abgelegt unter: Alternativmedizin, Befindlichkeitsstörung, Bewusstsein, burnout, Erfahrung, Freiheit, Funktionsstörung, Lernen, Medizin diverses, Medizin – Psychotherapie – Yoga – Meditation, Nervensystem, Psyche, Psychiatrie, Psychohygiene, Psychologie, Psychosomatik, Psychotherapie, Sucht, Vertrauen, psychologischer Begriff)

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