Vertrauen ist Zutrauen mit Zuversicht.
Es ist dies der Befindlichkeitszustand in dem das Lebewesen sich einem anderen Lebewesen übergibt, weil es selbst keine Kontrolle über den gegenwärtigen Zustand hat, und deswegen dem anderen Lebewesen vertraut.
Man kann auch sagen, dass das Lebewesen aufgrund des Vertrauens sein eigenes Leben dem anderen Lebewesen anvertraut.
Die Voraussetzung dafür ist die Hingabe – das „sich Trauen“ respektive die Bereitschaft für das Risiko respektive die Risikobereitschaft – für das Aufgeben des (eigenen) Halts bzw. das Aufgeben der bisherigen Haltung.
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Vertrauen – ein natürliches Phänomen:
Vertrauen ist ein natürliches Phänomen, falls das Lebewesen unter natürlichen Bedingungen aufgewachsen ist. Das heißt falls es primär der Mutter und damit der ursprünglichen Umgebung vertrauen konnte.
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Vertrauen gründet sich auf Erfahrung:
Vertrauen gründet sich auf Erfahrung – ohne Erfahrung kann bei einem denkenden Wesen kein vorhanden sein.
Ohne Erfahrung dominiert die Unsicherheit respektive die Angst und die Ungewissheit.
Erst durch die positive Erfahrung entsteht Vertrauen und dadurch entwickelt sich auch die Zuversicht positiv.
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Vertrauen erfordert das Loslassen des bisherigen Halts.
Vertrauen erfordert am Anfang Mut und ein gewisses Zutrauen um in die Erfahrung hineinzugehen.
Man vertraut der Person von der man glaubt, dass sie hält was sie verspricht.
Vertrauen ist mit Zuversicht verbunden bzw. ist dies die Vorstellung die mit Sicherheit verbunden ist, falls man sich dem anderen Lebewesen anvertraut.
Man vertraut auf die Person auf die man sich verlassen kann.
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Hinter dem Begriff Vertrauen steht der Glaube dass es gelingen wird, dass keine Unsicherheit besteht.
Dies ist das Gefühl auf dem das Zutrauen bzw. das „sich Trauen“ beruht.
Das Vertrauen ist also eine elementare Empfindung die an sich auf der Erfahrung beruht, dass das Loslassen gut gehen wird – dass damit eine positive Erfahrung und keine negative Erfahrung verbunden ist.
Ein Lebewesen das keine guten Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht hat vertraut nicht bzw. nicht leicht.
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Das Vertrauen ist etwa die Zuversicht, dass eine andere Person etwas gut machen wird, oder jedenfalls bestmöglich machen wird, oder überhaupt die Zuversicht, dass etwas gelingen wird bzw. dass die Sache/das Unternehmen letztlich gut herauskommt.
Am Ende soll es gut sein.
Vertrauen gründet sich auf positive Erfahrung.
Durch positive Erfahrung entsteht Vertrauen.
Fehlende positive Erfahrung oder negative Erfahrung führt zu Misstrauen verbunden mit Angst.
Man vertraut, wenn man positive Erfahrungen gemacht hat.
Jemand der keine positiven Erfahrungen gemacht hat kann nicht – oder nicht leicht vertrauen.
„Gebranntes Kind scheut Feuer“.
Man misstraut, wenn man negative Erfahrungen gemacht hat.
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Die Lebenserfahrung stärkt oder schwächt bzw. vermindert das Vertrauen.
Beziehungsweise bestimmt das vorangehende Leben das Ausmaß des Vertrauens auf Zukünftiges.
In diesem Sinn bestimmt die Lebenserfahrung wer leicht vertraut und wer nur schwer vertraut.
Vertrauen beinhaltet Loslassen ziehen lassen im Sinn von es dem Schicksal überlassen.
Man sagt: Man sollte vertrauen. Man sagt aber auch: eine gute Portion Misstrauen kann nicht schaden.
Tatsächlich lehrt die Erfahrung bzw. das Leben, dass man nicht überall vertrauen kann. Allerdings sollte man auch nicht überall misstrauen.
Das Leben an sich ist lebensgefährlich und deswegen ist ein gewisser Mut bzw. erfordert das Leben eine gewisse Risikobereitschaft – no risk no fun.
Das Leben bleibt lebensgefährlich bis zum Schluss – erst mit dem Tod endet das Risiko.
Man sollte vertrauen aber nicht zu viel – es ist also immer eine Frage: Wie viel bzw. wie weit kann man vertrauen?
Vertrauen geht mit dem Gefühl der Einheit, mit dem Gefühl des Verstehens bzw. des Verstandenwerdens, mit dem Gefühl der Gemeinsamkeit, mit dem Gefühl der Verschmelzung einher.
Durch Vertrauen kann Sympathie entstehen.
Vertrauen meint sich hingeben. Vertrauen bedeutet also, dass man sich übergibt bzw. hingibt.
Misstrauen heißt sich auf Distanz halten bzw. sich nicht hingeben.
Misstrauen geht daher mit dem Gefühl des abgegrenzt sein einher, mit dem Gefühl des anders sein, des allein seins, des für sich selbst seins usw.
Allein sein und einsam sein, sind jedoch unterschiedlich Dinge bzw. Zustände des Seins.
Wer sich in seiner eigenen Haut wohl fühlt, ist nicht einsam, auch wenn er allein ist.
Wer sich in seiner eigenen Haut nicht wohl fühlt bzw. unwohl fühlt, dem fällt es nicht leicht, allein zu sein und es fühlt sich eine solche Person einsam – auch weil ihr das Selbstvertrauen fehlt.
Diese Dinge hängen also mit dem Selbstvertrauen und im weiteren Sinn auch mit dem Selbstbewusstsein und ebenso auch mit dem Selbstwertgefühl und schließlich auch dem Gefühl der inneren Sicherheit, also mit der Selbstsicherheit zusammen.
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(letzte Änderung 09.10.2024, abgelegt unter Vertrauen, psychologischer Begriff, Definition)
zuvor pos. 1 unter „vertrauen, psyche“ am 28.08.2024 davor am 26.01.2024
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