Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Traum

Ein Traum ist ein psychisches Phänomen das im Schlafes auftritt.

Dabei kann man über das psychische Phänomen des Träumens sagen dass es in gewissen Schlafphasen – in den sogenannten REM Phasen auftritt und keinen direkten Bezug zur Realität hat.

Im Traum fehlt demgemäß die Realitätswahrnehmung die im Zustand des Wachseins im Normalfall vorhanden ist.

Man kann daher auch sagen: dass das träumen ein Vorgang in der Psyche ist der keinen direkten Bezug zur Wirklichkeit hat, weil er auf Einfällen, Vorstellungen, Gedanken, GefühlenEmpfindungen und sonstigen Inhalten aus dem Gedächtnis beruht die im Schlaf erlebt werden.

Es handelt sich beim Bewusstsein im Traum also um ein Erleben das nicht im Rahmen des Erlebens der Realität entsteht und diese auch nicht angemessen beachtet und berücksichtigt, sondern auf Inhalten beruht, die im eigenen Inneren generiert werden.

Man kann daher auch sagen, dass der Traum aus dem Gedächtnis bzw. aus dem Unbewussten durch die Assoziation von diversen Inhalten entsteht.

Man kann auch sagen, dass der Traum durch die dem Lebewesen gegebene Fähigkeit zur Imagination entsteht.

Es ist das Träumen beim Menschen also das geistige Sehen von Zusammenhängen infolge Assoziation. Oder man kann ebenso sagen, dass der Traum infolge der dem Individuum gegebenen Kreativität durch den mentalen Prozess entsteht ohne dass dieser der Kontrolle durch die Realität unterworfen ist.

Das Träumen ist also ein Verweilen in der eigenen Welt der Vorstellungen, Gedanken, Wünsche, Gefühle ohne Kontrolle durch die Wirklichkeit.

In diesem Sinn träumt man in der Nacht und erfüllt sich gewisse Wünsche, oder man erleidet gewisse Bedrohungen und ist gewissen Gefahren ausgesetzt, wie sie vom Unbewussten her auf Grundlage des persönlichen Gedächtnisses und sonstiger Einflüsse konstruiert worden sind.

Und ähnlich kann man unter gewissen Umständen auch tagsüber in Tagträume abgleiten.

Man kann also nicht nur in der Nacht träumen; auch am Tag kann man träumen und in Vorstellungen, Hoffnungen und mit einer Erwartungshaltung schwelgen oder einfach passiv zusehen was einem in den Sinn kommt. Man kann also erwarten, dass dieses oder jenes eintreten wird, oder Befürchtungen hegen, die im Hinblick auf die Gefährdung übertrieben ist – in der Psychiatrie/Psychologie und Psychotherapie spricht man dann unter Umständen von Hypochondrie.

Man kennt in diesem Sinn die hypochondrischen Ängste oder die träumerischen Hoffnungen auf ein besseres Morgen usf.

Wenn ich mir meiner bewusst bin – wenn ich ganz wach bin – dann träume ich nicht. Entweder träume ich oder ich bin ganz bewusst – zwischen diesen beiden Polen bewegt sich unser Bewusstsein.

Dabei ist allerdings nicht die normale Realitätswahrnehmung gegeben, weil das Traumerleben aus dem Inneren durch die Aktivität des Nervensystems generiert wird bzw. die Einflüsse von außen nur beschränkt den Inhalt des Traums mitbestimmen.

Im Gegensatz zum Traum im Schlaf wird im Tagtraum das Erleben in größerem Umfang durch die Realität mitbestimmt. Analoges gilt auch für den Zustand den man als Trance bezeichnet.

Psychologisch betrachtet ist der Traum ein psychisches Phänomen.

Neurophysiologisch betrachtet ist der Traum das Ergebnis der neuronalen Funktion im Nervensystem, die sich als das Erleben im Schlaf manifestiert. Es ist bekannt, dass Traumerlebnisse vor allem in den Schlafphasen vorkommen, die als REM-Schlaf bezeichnet werden in denen bekanntlich unwillkürliche Muskelbewegungen auftreten und diese als solche sichtbar sind. Es handelt sich dabei um eine relativ oberflächliche Schlafphase in der spezifische neuronale Muster im Gehirn ablaufen, die sich in den typischen Zeichen des REM Schlafs im EEG (Elektroencephalogramm) manifestieren.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet ist der Traum aus eine Abfolge von Vorstellungen, somit z.B. eine Abfolge Bildern oder von Ideen, die im Bewusstsein der träumenden Person erscheinen. Dabei zeichnen sich diese Vorstellungen dadurch aus, dass sie nicht – so wie die Vorstellungen im Wachbewusstsein – an der Realität überprüft und an dieser berichtigt und korrigiert werden, sondern kann der Träumende beliebig fantastische Vorstellungen entwickeln, ohne dadurch in Widersprüche zu geraten. So kann man z.B. im Traum unter Umständen fliegen, oder in die Tiefe stürzen ohne sich zu verletzen usw.

Man kann also psychologisch betrachtet sagen, dass die Kritik bzw. die Selbstkritik in Bezug auf die Realität im Traum unterbleibt und es kann sich daher die träumende Person im Traum gerade das erfüllen was sie im realen Leben nicht erfüllen kann bzw. nicht bekommen hat, oder in negativer Hinsicht erlebt die Person unter Umständen im Traum gerade das, was sie oftmals unter Tags befürchtet und erfolgreich beiseite geschoben hat bzw. verdrängt hat.

In der Psychologie des Traumes spielen also die unerfüllten Wünsche und die unbefriedigten Bedürfnisse, sowie die Befürchtungen und Ängste eine große Rolle.

Die Traumwelt ist demgemäß ein weites Erlebnisfeld, das nicht der Realitätskontrolle unterliegt und es bestimmt daher das Unbewusste weitgehend das was die Person träumt.

Traum zur Verarbeitung der Eindrücke und der Vorstellungen

Im Traum verarbeitet das Gehirn die Eindrücke und Vorstellungen, die es zuvor während des Wachseins entwickelt hat bzw. die sich während dieser Zeit angesammelt haben. Damit können gewisse psychische Spannungen, die sich während des Tages aufgebaut haben im Schlaf weiter bestehen oder sie können in dieser Zeit abgebaut werden (vgl. mit Osho Zitat 12). Bekannt ist, dass insbesondere im REM-Schlaf dieser  prozesshafte Abbau der psychischen Spannungen stattfindet. Daher ist das Durchlaufen dieser Schalfstadien für die Erholung so wichtig damit man sich am nächsten Morgen wohl und erfrischt fühlt. Es kommt hier also zu einer Art von reset im zentralen Nervensystem. Man weiß aus Beobachtungen und der eigenen Erfahrung, dass bei Personen, die am Schlaf gehindert worden sind ein Unwohlsein bis hin zu gravierenden psychischen Störungen mit Illusionen und Halluzinationen auftritt, wenn die psychische Entspannung unterbleibt bzw. nicht möglich ist. Bei Personen die unter Schlafstörungen leiden kommt es aus diesen Gründen in Folge von biologischen Mechanismen letztlich zu kurzen Schlafphasen die gleichsam vom Gehirn erzwungen werden auch wenn die betroffene Person glaubt überhaupt nicht schlafen zu können. Man kann also sagen, dass die Natur dafür sorgt und sich letztlich den notwendigen Schlaf besorgt, wenn dies aus vitalen Gründen für das Gehirn notwendig ist. Es liegt allerdings auf der Hand, dass ein wirklich erholsamer Schlaf ausreichend von diesen Entspannungsvorgängen benötigt damit die hinreichende Regeneration der neuronalen Vorgänge zustande kommt. Der Traum ist also eine Katharsisdie eine Reinigung der Psyche zur Folge hat und bei der auch gewisse Inhalte verarbeitet und im Traum ausgelebt werden, die untertags verdrängt und aus anderen Gründen nicht gelebt / erlebt werden konnten, weil es im Traum nicht diese Grenzen und Einschränkungen gibt, wie diese uns durch die Realität und die Gewissens-Vorstellungen bzw. durch die Müssens – und Sollens- Vorstellungen – oder man kann auch sagen – durch das Überich aufgegeben sind.

In gewisser Hinsicht ist der Traum auch die kreative Spielwiese in der das Gehirn sich mit den anstehenden Fragen beschäftigt und man erwacht bekanntlich manchmal mit der Antwort auf eine Frage, die einen zuvor beschäftigt hat auf die man die Antwort nicht finden konnte.

Im Schlaf und im Traum kommt es also in gewisser Hinsicht zu einer jedenfalls teilweisen Dekonditionierung wohingegen das Erleben während des Tages in vielerlei Hinsicht zu einer Art von Konditionierung führt.

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(letzte Änderung 24.10.2020, abgelegt unter Schlaf, Psychiatrie, Psychotherapie, Definition)

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