neuronaler Prozess

Ein neuronaler Prozess ist ein Prozess im Nervensystem.

Dabei wird der neuronale Prozess durch die neuronale Aktivität bewirkt.

Dabei kann man unter dem Begriff neuronaler Prozess die Funktion des Nervensystems als Ganzes verstehen, oder man versteht darunter die umschriebene neuronale Aktivität in einem Teilbereich des Nervensystems (Beispiel: neuronaler Prozess im motorischen System des Lebewesens beim Ablauf einer bestimmten Bewegung; oder neuronaler Prozess im olfaktorischen System bei der Wahrnehmung eines gewissen Geruchs – also bei einer spezifischen Sinneswahrnehmung; oder neuronaler Prozess im Rahmen eines gewissen Gedankenganges bei einer bestimmten Person etc).

So kann der neuronale Prozess etwa einen bestimmten körperlichen Vorgang betreffen, oder einen bestimmten psychischen oder geistigen, der je mit einem bestimmten, individuellen, neuronalen Muster in diesem Lebewesen abläuft.

Es bezeichnet der Begriff neuronaler Prozess also den elektrischen Prozess im Nervensystem als Ganzes, oder den in einem Teilbereich im Sinn einer bestimmten  Funktionseinheit in diesem Lebewesen.

Man kann daher auch sagen: ein bestimmter neuronaler Prozess ist die neuronale Leistung einer nicht näher beschreibbaren Funktionseinheit des Nervensystems dieses Individuums.

So stellt man sich etwa vor, dass die psychische Funktion im Hinblick auf ein gewisses psychisches Phänomen in einem bestimmten Menschen mit einem bestimmten neuronalen Prozess korreliert.

Demgemäß korreliert ein bestimmter neuronaler Prozess auch mit einem bestimmten – oder man kann auch sagen – mit einem individuellen neuronalen Muster.

Ebenso kann man sagen, dass der neuronale Prozess mit einem individuellen neuronalen Programm korreliert.

So stellt man sich zum Beispiel im Hinblick auf die körperliche Funktion in einer bestimmten Person vor, dass ein gewisser individueller Bewegungsablauf mit einem bestimmen neuronalen Prozess korreliert.

Dabei gilt allerdings bezüglich der Relation der Psyche zum Körper – was der Philosoph Immanuel Kant in Bezug auf die psychologischen Ideen, schon vor mehr als 200 Jahren geschrieben hat, dass die körperlichen Erscheinungen von ganz von anderer Art sind als das was bloß für den inneren Sinn gehöret (vgl. mit Kant Zitat 4).

Das bedeutet, dass man aus dem körperlichen Phänomen nicht erkennen und nicht bestimmen kann, welcher neuronale Prozess mit dieser körperlichen Erscheinung korreliert.

Ebenso kann man aus dem psychischen Phänomen nicht erkennen, mit welchem neuronalen Prozess dieses korreliert.

Dies ist so, weil es einen großen Unterschied macht, ob etwas meiner Vernunft als ein Gegenstand schlechthin oder nur als ein Gegenstand in der Idee gegeben wird (vgl. mit Kant Zitat 7), wie dies Immanuel Kant in seiner Schrift „Kritik der reinen Vernunft“ geschrieben hat.

Im ersteren Fall kann ich das Erkenntnisobjekt in der Regel bestimmen, im zweiten ist es mir nur als der Begriff der Idee gegeben, der als die systematische Einheit (der Idee) in meinem Bewusstsein erscheint, wenn ich die Merkmale der Idee durch das Schema der Idee geistig auffasse (vgl. mit Kant Zitat 7).

Demgemäß kann ich eine gewisse Erscheinung zwar biologisch begründet erklären und diesen Vorgang bzw. dieses Phänomen durch diese Idee/durch dieses Konzept/durch diese biologische Theorie biologisch verursacht verstehen – aber physisch/biologisch bestimmen kann ich die Erscheinung dadurch nicht.

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(letzte Änderung 27.07.2022, abgelegt unter: Biologie, Definition, Nervensystem, Psyche).

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