Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Harmonie

Harmonie ist die Folge der ausgeglichen Funktion im System.

In Bezug auf ein Lebewesen kann man sagen, die Harmonie ist die Folge der natürlichen Funktion, die mit Wohlbefinden einhergeht.

Beim Menschen ist die Harmonie:

– im Hinblick auf den Körper ist die Harmonie die Ausgeglichenheit der körperlichen Funktion wie sie dem Wesen des Lebewesens entspricht. Man kann daher auch sagen: wie sie seiner ursprünglichen Anlage, somit seiner Natur (seinem Naturell) entsprechen.

– im Hinblick auf die Psyche ist die Harmonie die Ausgeglichenheit der psychischen Funktion bzw. der psychischen Abläufe wie sie dem Wesen des Lebewesens entsprechen. Es ist dies also die Art und Weise zu leben, wie sie dem Naturell eines Individuums entspricht und es führt diese angemessene Lebensweise zur glücklichen psychischen Befindlichkeit, wie sie als Folge der angemessenen Lebensweise, also als Folge der individuell richtigen Verhaltensweisen, Überlegungen und Handlungen entsteht. Es ist dies also die Befindlichkeit, die im Einklang mit dem Wesen und damit mit der Natur und den geistigen Möglichkeiten des Individuums und der Umwelt besteht. Dies bedeutet, dass die natürlichen Bedürfnisse, wie sie gegeben sind natürlich gelebt und damit soweit als möglich bestmöglich erfüllt werden. Oder man kann auch sagen: das Gegenteil davon entsteht wenn natürliche Bedürfnisse verdrängt, unterdrückt und nicht gelebt werden – aus welchen Gründen auch immer. Und wie man sogleich einsehen kann führt dies zu körperlichen Spannungen auf körperlicher Ebene und zu psychischen Spannungen auf psychischer bzw. auch auf geistiger Ebene.

Man erkennt damit, dass eine Neurose eine psychische Störung ist, die gerade in dieser Hinsicht im Widerspruch zum Wesen bzw. zum Naturell des Individuums  besteht und dass dies daher zu diversen Spannungen und in weiterer Folge zu Störungen und damit zu Symptomen und Phänomenen führt, die man als Disharmonie bzw. als Dissonanz bezeichnen kann.

Es gibt also in verschiedenster Hinsicht gesundheitliche Störungen (Krankheiten), die man als Störungen in der Harmonie bezeichnen kann und die sich entweder auf psychischer Ebene oder auf körperlichen Ebene oder auf beiden Ebenen, also auf psychosomatischer Ebene als Dissonanzen bzw. in der Form einer Disharmonie manifestieren. In diesem Sinn gibt es viele funktionelle Störungen, die als Folge einer Disharmonie der Funktionen entstehen und letztlich sogar zu manifesten körperlichen Krankheiten mit organischen Befunden führen, wie diese in der Medizin und in der Psychosomatik diagnostisch erfasst werden und wie sie teils auch in der Psychologie und vor allem in der Psychiatrie als krankheitswertige Symptome und krankheitswertige Phänomene, nämlich als psychopathologische Phänomene in Erscheinung treten, wenn es sich um psychische Störungen handelt.

Während also die Disharmonie zur gesundheitlichen Störung führt entspricht der Zustand bzw. die Funktion der Harmonie dem Zustand der Gesundheit. Man erkennt dass in der Natur die Anlage zur Entwicklung in Richtung Genesung bzw. Gesundung vorhanden ist und man kennt in diesem Zusammenhang den Begriff der Heilung.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet wird der Begriff „Harmonie“ durch den Begriff einer Idee erfasst, wenn man erkennt, dass die Funktionen harmonisch, also im Einklang verlaufen. Man kann also diese Erkenntnis nicht „physisch“ diagnostisch bestimmen, sondern man kann sie nur jenseits der physis und damit nur meta-physisch also nur auf der Ebene der Ideen erkennen, wenn man die Merkmale vorfindet, die Anlass dazu geben, diese unter dem Begriff der Harmonie zu erfassen (vgl. mit Kant Zitat 7). Der Begriff der Harmonie wird also in Relation zu einem Ideal, somit in Relation zu einem Typus erfasst. Demgemäß ist in einem konkreten Fall die Harmonie mehr oder weniger verwirklicht und es wird das Ideal nur im Grenzfall erreicht.

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(letzte Änderung 05.04.2020,  abgelegt unter: Gesundheit, Heilkunde, Medizin, Psyche, Spannung-Entspannung, biologischer Begriff, psychologischer Begriff)

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