Die Erinnerung ist der Bewusstseinsinhalt der durch den psychischen Vorgang des Erinnerns im Bewusstsein entsteht.
Durch diesen psychischen Vorgang bzw. durch diesen psychischen Prozess entsteht im Bewusstsein der Person ein persönlicher Bewusstseinsinhalt der sich auf ein früheres Erlebnis bezieht.
Dabei hat dieses frühere Erlebnis damals zu einem subjektiv gültigen bzw. zu einem subjektiv gewissen Gedächtnisinhalt geführt.
Demgemäß beruht die Erinnerung auf einem früheren Erlebnis, das damals tatsächlich oder vermeintlich erlebt worden ist, und das – psychologisch betrachtet zur damaligen Zeit der Bildung des Bewusstseinsinhalts zum damaligen persönlichen Gedächtnisinhalt geführt hat.
Und es ist fraglich ob der damalige Gedächtnisinhalt bzw. der damalige Bewusstseinsinhalt mit dem Inhalt übereinstimmt.
Somit ist fraglich ob die Erinnerung dem ursprünglichen Gedächtnisinhalt entspricht.
Weil die Gedächtnisfunktion den aktuellen Gedächtnisinhalt durch den psychischen Vorgang bzw. durch den psychischen Prozess rekonstruiert und dieser Bewusstseinsinhalt nun Erinnerung an das frühere Elebnis darstellt bzw. ist die Erinnerung durch diese Rekonstruktion entstanden.
Und eben weil eine mehr oder weniger lange Zeit seit dem Erlebnis vergangen ist und weil auch andere Faktoren die Rekonstruktion des Gedächtnisinhalts beeinflussen ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit so dass der ursprüngliche Gedächtnisinhalt bzw. der ursprüngliche Bewusstseinsinhalt ein anderer Inhalt war, ausgenommen besondere Bewusstseinsinhalte wie eine bestimmte Zahl, ein Geburtsdatum, ein bestimmtes Jahr oder sonst ein praktisch unverwechselbarer Gedächtnisinhalt.
Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage, ob der nun im Bewusstsein rekonstruierte bzw. der erinnerte Bewusstseinsinhalt mit dem früher entstandenen Gedächtnisinhalt übereinstimmt.
Oder ob nun eine Abweichung vom damals gespeicherten – dem damals subjektiv gewissen Gedächtnisinhalt gegenüber der Erinnerung eingetreten ist, weil der Zahn der Zeit die Erinnerung getrübt oder sonst wie beeinflusst hat?
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Im Idealfall ist die Erinnerung an das tatsächliche Ereignis bzw. die Erinnerung an das Erlebte ident.
Beziehungsweise kann die Erinnerung Eins zu Eins das tatsächliche Ereignis wiedergeben.
Das heißt der ursprüngliche Gedächtnisinhalt stimmt mit der Erinnerung überein.
In der Regel wird es jedoch je nach Sachverhalt und Person verschieden – mehr oder weniger große Abweichungen – in Bezug auf das was tatsächlich ereignete geben bzw. kann das ursprünglich Erlebte nicht Eins zu Eins erinnert werden.
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Dabei kann man sich diese persönliche bzw. diese individuelle Abweichung der Erinnerung wie folgt erklären:
Psychologisch betrachtet beruht die Erinnerung auf einem psychischen Vorgang der als das Erinnern bezeichnet wird.
Demgemäß handelt sich bei der Erinnerung also um ein geistiges Produkt bzw. um einen Gedanken/eine Vorstellung die im Bewusstsein der Person durch den individuellen mentalen Prozess entsteht.
In diesem Sinn ist also durch den individuellen mentalen Prozess bzw. durch den individuellen psychischen Vorgang – man kann auch sagen . durch den individuellen geistigen Prozess der Gedanke/die Vorstellung und damit die Erinnerung im Bewusstsein der Person entstanden.
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Abweichung der Erinnerung – in Relation zum tatsächlichen Ereignis:
Man kann leicht einsehen und leicht verstehen, dass es beim mentalen Prozess des Erinnerns dazu kommen kann dass Abweichungen zum ursprünglichen Verstehen bzw. zur ursprünglichen Wahrnehmung des Sachverhalts im Lauf der Zeit bei der einzelnen Person auftreten.
Es kann also sein dass das neuerliche Erinnern zu einem anderen Ergebnis gelangt als das Erinnern vor einiger Zeit.
Beziehungsweise kann eine Abweichung oder gar ein gänzlich anderes Verständnis bezüglich dem Sachverhalt auftreten.
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Neuro-biologisch betrachtet kann man dazu festhalten, dass das damalige Erlebnis in der damaligen Zeit zu einem gewissen Gedächtnisinhalt geführt hat.
Es hat dieses damalige Erlebnis also zu einer gewissen Gedächtnis-Spur – bzw. zu einem gewissen neuronalen Engramm – respektive zu einem gewissen neuronalen Muster im Nervensystem geführt.
Und es stellt sich nun die Frage: ob das Erinnern und damit die Erinnerung genau auf dem selben neuronalen Muster beruht?
Beziehungsweise ob aus dem Nervensystem genau dieses neuronale Muster abgerufen werden kann?
Oder unter einem anderen Gesichtspunkt betrachtet ob durch den mentalen Prozess des Erinnerns genau dieses neuronale Muster rekonstruiert werden kann?
Oder gibt es eine Abweichung vom ursprünglichen neuronalen Engramm bzw. vom ursprünglichen zum gegenwärtigen neuronalen Muster? – das mit der Erinnerung korreliert?
Mit anderen Worten ist die Rekonstruktion ident mit der ursprünglichen Konstruktion?
Oder gibt es eine Abweichung der Rekonstruktion von der ursprünglichen Konstruktion?
Und es ist plausibel
dass es eine mehr oder weniger große Diskrepanz einen mehr oder weniger große Abweichung der Rekonstruktion zum ursprünglichen Konstrukt bzw. zur ursprünglichen Konstruktion gibt.
Ganz einfach deswegen weil der Faktor Zeit und auch individuelle Faktoren zu einer – zu einer mehr oder weniger großen Abweichung geführt haben.
Dieser tatsächliche Sachverhalt wird bekanntlich durch die von einander abweichenden bzw.durch die unterschiedlichen Zeugenaussagen zu einem in der Realität vorgekommenen tatsächlichen Ereignis deutlich, weil bekanntlich die Zeugenaussagen mehr oder weniger stark voneinander abweichen – insbesondere wenn das Ereignis schon lange zurück liegt. Dann ist die Diskrepanz in den Zeugenaussagen besonders hoch.
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Unterschied zwischen künstlicher Speicherfunktion und natürlicher Speicherfunktion – bzw. Unterschied zwischen einem künstlichen „Gedächtnis“ und einem natürlichen Gedächtnis:
Ein natürliches Gedächtnis beruht im wesentlichen auf der psychischen Funktion des Lebewesens als Individuum.
Dabei ist es natürlich dass diese psychische Funktion des Lebewesens als Individuum bzw. die Funktion der Psyche des Individuums nicht exakt vor sich geht, sondern, dass im Rahmen es mentalen Prozesses – bzw. neuro-biologisch betrachtet im Rahmen des neuro-biologischen Prozesses der neuronalen Funktion mehr oder weniger große individuelle Abweichungen in Bezug auf ein tatsächlich erlebtes Ereignis stattfinden.
Weil die Menschen verschieden sind – weil sie in ihrem Leben unterschiedliches erlebt haben, arbeitet auch ihr Nervensystem individuell verschieden.
Und es ist demgemäß natürlich dass auch bezüglich der Erinnerung individuelle Abweichungen vom Ideal auftreten.
Nur ein künstlicher Speichervorgang keine eine ideale Aufzeichnung leisten – falls der Speicher die Zeit überlebt.
Das heißt nur eine künstliche Speicherfunktion funktioniert ohne Abweichung.
Nur eine maschinelle etwa eine digitale Speicherfunktion die eine künstliche Speicherfunktion ist kann das Ereignis Eins zu Eins abbilden und Eins zu Eins in der Aufzeichnung als künstlichen Speicherinhalt wiedergeben.
Falls also der Datenspeicher – die Festplatte nicht beschädigt ist – entspricht das ursprüngliche künstliche Engramm dem ausgespeicherten bzw. dem abgerufenen – dem gegenwärtigen Engramm
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Demgemäß ist es natürlich dass die Erinnerung der Menschen an ein tätliches Ereignis einerseits individuell unterschiedlich gemerkt wird. Das heißt das Merken der Person ist ein individueller Vorgang der von Individuum zu Individuum variiert.
Und ebenso ist das Erinnern ein individueller Vorgang der von Individuum zu Individuum variiert.
Demgemäß gibt es die natürlichen Abweichungen in Bezug auf die Erinnerung an ein und dasselbe tatsächlich früher vorgekommene tatsächliche Ereignis.
Neben den genannten natürlichen Gründen können auch noch sonstige Faktoren die Erinnerung beeinflusst haben.
Und sagt man deswegen dass die Menschen sich gerne an das Angenehme an das Schöne, an das Gute erinnern, wohingegen sie sich ungern an da Unangenehme, das wenig Schöne bis Hässliche/Schreckliche erinnern, weil es die Psyche schon damals belastet hat und möglicherweise auch jetzt in diesem Moment wieder belastet bzw. unangenehm berührt falls es in Erinnerung gerufen wird.
Deswegen sprechen Kriegsteilnehmer ungern von den schrecklichen Kriegserinnerungen.
Und sprechen die Menschen gerne von den angenehmen Erinnerung die sie an frühere Zeiten haben bzw. die davon in ihrem Bewusstsein zurückgeblieben sind.
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Abweichung – Erinnerung – tatsächlich Erlebtes:
Bezüglich der Abweichung der Erinnerung gegenüber dem tatsächlich Erlebten kann man also festhalten, dass einerseits individuelle Eigenheiten der unterschiedlichen Personen deren Erinnern und damit die Erinnerung beeinflussen.
Und dass auch der Faktor Zeit generell die Erinnerung bei allen Menschen beeinflusst – und zwar aus psychischen Gründen und auch aus neuro-biologischen Gründen, weil die neuronale Funktion zu einem späteren Zeitpunkt durch den neuronalen Prozess ein anderes neuronales Muster erzeugt bzw. entspricht die Rekonstruktion nicht der ursprünglichen Konstruktion – ja es ist geradezu natürlich dass das Original nicht wieder hergestellt und gibt es deswegen – von Person zu Person verschieden – eine Abweichung der Erinnerung zum tatsächlich Erlebten.
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(letzte Änderung 12.09.2025, abgelegt unter: Bewusstheit, Definition, Demenz, Depression, Diagnostik, Diagnostizieren, Erinnerung, Erkennen, Erleben, Gedächtnis, Gedächtnistheorie, Nervensystem, Neurologie, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Störung, Forensische Psychiatrie, gutachterlicher Begriff, psychiatrischer Begriff, psychologischer Begriff)
zuletzt pos. 1 am 02.o1.2025
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