Funktion

Eine Funktion ist eine bestimmte Tätigkeit.

Man kann auch sagen: eine Funktion ist eine bestimmte Verrichtung, ein bestimmter Vorgang, ein bestimmter Ablauf, eine bestimmte Aktion die einen Vorgang bewirkt (Beispiel: Funktion die eine gewisse Aktivität in Gang setzt).

Dabei kann die Funktion ein natürlicher Vorgang sein.

Zum Beispiel ist die Funktion der Atmung, oder die Funktion der Herztätigkeit im Organismus bzw. im Lebewesen eine bestimmte Aktion, die einen gewissen Zweck erfüllt. Man kennt daher den Begriff der lebensnotwendigen Lungenfunktion oder den der Herz-Kreislauffunktion.

Oder die neuronale Aktivität im Nervensystem bewirkt die  neuronale Funktion.

Oder man kann auch sagen ein Prozess beginnt mit einem Ereignis diesem folgt die Funktion die ihrerseits mit einem Ereignis endet.

Oder eine Funktion kann eine bestimmte Tätigkeit sein, die eine Person etwa in einem Amt innehat.

Oder es bewirkt die Funktion einer Maschine im technischen System im Verbund mit anderen Maschinen eine gewisse Aktion (Beispiel: Verpackungsmaschine).

In einem Computer kann eine bestimmte Platine eine gewisse Funktion leisten, und im Verbund mit den anderen Komponenten dieses technischen Systems die hardware bilden durch das gewisse Leistungen, je nach Programmierung also je nach eingegebener software leisten.

In diesem Sinn hat die Funktion eine Wirkung zur Folge, die infolge des Zusammenhangs und der Aktion der Glieder, die an der Funktion beteiligt sind, entsteht.

(lateinisch functio : „Tätigkeit, Verrichtung“).

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet kann man den Begriff Funktion durch die systematische Einheit der Idee  erkennen, falls man die Merkmale der Idee durch das Schema der Idee geistig auffasst (vgl. mit Kant Zitat 7).

Das Ganze der Funktion als (systematische) Einheit wird also durch den Begriff der Idee erkannt durch den man den Zusammenhang der Elemente/Glieder/Komponenten verstehen und erklären kann.

In diesem Sinn kann man eine gewisse Funktion z. B. durch eine bestimmte Theorie verstehen und erklären.

Durch die systematische Einheit der Idee bzw. durch den Begriff der Idee wird also klar was für ein Zusammenhang  zwischen den einzelnen Gliedern in diesem Gebilde / in diesem System / in dieser Ordnung / in diesem Organ / in diesem Organismus usf. besteht, und man kann diesen dadurch verstehen und erklären.

Es kann eine Funktion also ein bestimmter Vorgang sein – etwa ein Programm das eine gewisse Produktion steuert und regelt.

Oder es kann die Funktion einen gewissen Vorgang aufzeigen und damit das Funktionieren etwa der Herztätigkeit bei einem Lebewesen.

Dabei kann die Funktion eine Teilfunktion einer übergeordneten Funktion in einem System sein – so zum Beispiel die Funktion eines Geräts, etwa die eines Kondensators in einem elektronischen Gerät oder die Funktion eines Organs in einem Organismus.

In diesem Sinne werden zum Beispiel in einem Organismus – wie er in der Natur bei einem Lebewesen (zum Beispiel bei einem Säugetier oder beim Menschen) vorkommt – von den einzelnen Organen und den Organsystemen, unterschiedliche Funktionen geleistet (Funktion der Bewegung als Leistung des Bewegungsapparats, Funktion der Atmung als Leistung der Atemorgane in Verbindung mit dem Blutkreislaufs zum Zweck des Gasaustausches im Gewebe, oder die Funktion des Nervensystems, die in unterschiedliche Teilfunktionen gegliedert werden kann: Funktion des Motorischen Systems, Funktion des Sensiblen Systems, Funktion des Sehens, Funktion des Hörens, des Tastsinns usf., Funktion des Vegetativen Nervensystems, Funktion die vom Gehirn geleistet wird usf.)

Dabei werden diese Funktionen insbesondere in der Physiologie studiert und demgemäß sind die Ärzte in der Medizin im Rahmen der Untersuchung einer gesundheitlichen Störung mit diversen Funktionsstörungen befasst, insofern diese entweder in einem Organ oder im ganzen Organismus infolge von unterschiedlichen Ursachen vorkommen und sich daher in der klinischen Erscheinung bzw. im klinischen Erscheinungsbild manifestieren.

Eine Funktion kann unabhängig von anderen Systemen ablaufen, so zum Beispiel eine bestimmte technische Funktion (zum Beispiel: eine Türe die sich beim Näherkommen infolge einer Automatik öffnet und daher unabhängig von anderen Funktionen im Gebäude funktioniert).

Eine anders geartete Funktion ist die einer bestimmten Person in einer Gesellschaft. Zum Beispiel die Funktion eines Bürgermeisters, oder die eines Politikers in einer bestimmten Funktion, der in seiner Partei oder in der Gesellschaft eine bestimmte Rolle spielt und somit eine gewisse Funktion innehat.

Beim Fußballspiel hat ein Stürmer, ein Verteidiger, der Tormann usf. je eine bestimmte Funktion.

Im Militär hat ein, in besonderer Weise ausgebildeter Soldat eine gewisse Funktion.

Im Spital hat eine Krankenschwester, ein Pfleger oder ein Arzt eine bestimmte Funktion.

Bezüglich der Funktionen im zuvor genannten Sinn kennt man die Funktionen in künstlichen, zum Beispiel in technischen Systemen (Funktion einer Steuerung, eines Computers, Servers usf.) und man kennt die Funktionen in natürlichen Systemen (Zentrum im Gehirn das die Funktion und damit die Leistung des Hörens ermöglicht. Oder die Augen, die in Verbindung mit dem Nervensystem das Sehen ermöglichen.  Eine andere Funktion des zentralen Nervensystems ist das Denken, und wieder eine andere das Fühlen).

In künstlichen Systemen gibt es also z.B. Funktionen in mechanischen Systemen, in elektrischen Systemen, in Datenverarbeitungssystemen, in verschiedenen Regelsystemen usf.

In natürlichen Systemen gibt es Funktionen in biologischen Systemen, also in Organismen der verschiedensten Arten. Es gibt also unterschiedliche biologische Funktionen in den verschiedenen Lebewesen.

In den höheren Lebewesen gibt es biologische Funktionen, die in der Physiologie untersucht und studiert werden, etwa die Herz-Kreislauffunktion, die Atemfunktion, der Stoffwechsel, die neuronale Funktion im Nervensystem usf. Es gibt in höheren Lebewesen also, je nach deren Grad der Entwicklung Funktionen, die aufgrund der neuronalen Funktion in Verbindung mit den jeweiligen spezifischen Organen im Organismus entstehen. Dadurch kommt es bei diesen Lebenwesen zu den natürlichen Funktionen, die sich einerseits in den verschiedensten sichtbaren Reaktionen manifestieren, etwa in der Fortbewegung, im Gehen, Laufen, Schwimmen, Fliegen und es gibt auch die neuronale Funktion, die die psychische Funktion zur Folge hat. Es manifestieren sich auf dieser Grundlage in einem höheren Lebewesen die psychischen Phänomene und die neurologischen Phänomene im Sinn der normalen Funktion und unter Umständen im Sinn der gestörten bzw. der pathologischen krankheitswertigen Funktion.

So wie es in einem höheren Lebewesen in Folge der Funkion der Nervenzellen zum Auftreten von neurologischen Phänomen kommt, manifestieren sich auch psychische Phänomene infolge der neuronalen Aktivität.

Es kommt als Folge der neuronalen Aktivität bzw. als Folge der neuronalen Funktion also zum Auftreten der psychischen Phänomene, die sich einerseits im Bewusstsein als subjektives Erleben manifestieren und andererseits in der Reaktion bzw. als Verhalten des Lebewesens zeigen. All diese Funktionen entstehen auf der Grundlage der neuronalen Funktion und der sonstigen Funktionen, wie sie durch die anderen beteiligten Systeme bzw. durch die anderen beteiligten Organe des Organismus geleistet werden.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet kann man diese verschiedenen Funktionen unter den jeweiligen Vorstellungen erfassen. Dabei kann eine solche Funktion eine Einheit sein, die ich physisch (physikalisch / chemisch / bildgebend usf.) messen kann. Oder es ist die Funktion eine Einheit, die ich nur durch eine Vorstellung und daher nur durch den Begriff der Idee und damit nur geistig, etwa durch die Argumentation bzw. durch ein Argument erfassen kann. In diesem Fall handelt es sich bei der Einheit um eine systematische Einheit, die ich durch das Schema der Idee (vgl.  mit Kant Zitat 7) angenähert erkennen kann. Eine solche Funktion kann ich nicht auf ein Objekt bzw. nicht auf ein Faktum zurückführen, und auf dieser Ebene physisch/physikalisch/chemisch/biochemisch etc. messen und bestimmen. In einem solchen Fall kann ich die Funktion und damit die Einheit oder dieses Ganze nur geistig  „messen“ bzw. besser gesagt geistig schätzen. Je nach dem kann also die Funktion entweder physisch oder nur meta-physisch also nur auf der „Ebene der Ideen“ bzw. nur durch das Denken der Person bzw. nur durch Gedanken gemessen bzw. abgeschätzt werden.

Während es in gewissen Fällen für die Funktion also einen physischen Maßstab gibt, und ich die Funktion physisch (physikalisch etc.) messen kann, gibt es in anderen Fällen nur einen geistigen Maßstab und kann ich hier die Funktion und damit die Einheit nur mental bzw. nur geistig messen bzw. abschätzen. Eine solche Funktion – etwa die psychische Funktion – kann ich nur durch Worte respektive nur durch die Begriffe der Ideen beschreiben und damit nur sprachlich kommunizieren.

Demgemäß können die Abläufe bzw. die Funktionen auf den verschiedensten Ebenen in der Wissenschaft entweder physisch (physikalisch / chemisch / biochemisch / bildgebend / graphisch / optisch usf.) untersucht und studiert werden, oder es kann diese Aktion nur mental erfolgen.

Es können damit also die verschiedenen Funktionen in den verschiedenen Wissenschaften, etwa in der Physik, Chemie, in der Biochemie, Physiologie, in der Biologie, Neurobiologie, in den Systemischen Neurowissenschaften usf. also in den speziellen Wissenschaften und auch in der Heilkunde der Menschen, also in  der Medizin und in der Psychiatrie und auch in der Psychologie und so auch in anderen Bereichen, auf den jeweiligen Ebenen, die jeweiligen Parameter systematisch untersucht und studiert werden.

Manche dieser Funktionen können also auf der „Ebene der Objekte“ und damit auf der Grundlage von Fakten, die objektiv gültig messbar sind  untersucht und studiert werden, während andere Funktionen nur jenseits der physis, somit nur meta-physisch und damit nur auf der „Ebene der Ideen“ auf der Grundlage von Ideen, etwa auf der Grundlage einer Theorie oder auf Basis eines Konzepts somit nur auf der Grundlage von systematischen Einheiten (vgl. mit Kant Zitat 7) untersucht und studiert werden können. Diese Größen können in der jeweiligen Wissenschaft also nur subjektiv gültig erfasst werden. Man kann auch sagen: diese Befunde können nur auf Grundlage von subjektiver Evidenz erkannt werden, wohingegen die anderen auf Grundlage von objektiver Evidenz erkennbar und bestimmbar sind.

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Hinweis:

Weitere, grundsätzliche Überlegungen zum Thema Funktion und Funktionsstörung in meinem Buch:

Diagnostik, Klassifikation und Systematik in Psychiatrie und Medizin

erschienen im Verlag tredition, April 2019.

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(letzte Änderung 05.07.2021, abgelegt unter Begriff, Definition, Diagnostik, Funktion, funktionelle Störung, Funktionsstörung, Gutachten, Medizin, messen, Nervensystem, Neurologie, Psyche, Psychiatrie, Reaktion, Theorie)

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