Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Entwicklung

Eine Entwicklung ist ein Prozess der mit einer Veränderung einhergeht.

Dabei kann die Entwicklung ein Vorgang sein der eine Vorstellung hervorbringt oder eine Sache.

So kann durch die Entwicklung etwa eine Idee entstehen. Oder es kann die Entwicklung ein Prozess sein der ein Objekt/eine Sache/ein Gerät erschafft/fertigt. Oder die Entwicklung betrifft ein Lebewesen das geboren wird, sich entwickelt um letztlich wieder zu vergehen. Die Entwicklung kann also in Richtung Wachstum und Reifung gehen oder umgekehrt in Richtung Vergehen und Alterung.

Auf jeden Fall bewirkt die Entwicklung eine Änderung gegenüber dem vorherigen Zustand oder Sachverhalt.

Man kann auch sagen: eine Entwicklung ist ein Vorgang der mit einer Veränderung einhergeht.

In der Antike haben die Griechen erkannt: panta rhei – „alles fließt“.

Tatsächlich ist fast alles im Fluß und unterliegt einer ständigen Entwicklung.

Zum Beispiel kann man bei einem Lebewesen sehen, dass sein Wachstum mit einer Entwicklung einhergeht.

Grundsätzlich beruht die Natur und das Leben auf Entwicklung: von der Zeugung über die Geburt bis zum Tod. Durch die Entwicklung kommt es zum Wachstum, zum Werden der Möglichkeiten und Tatsachen und zum Vergehen.

Beim Menschen kommt es infolge der intrauterinen Zellvermehrung und Zelldifferenzierung der befruchteten Eizelle zur Entwicklung des Embryo.

Oder es kann die Entwicklung des Kindes nach der Geburt in die Stadien: Kleinkind, Kind, Jugendlicher, Erwachsener usf. in unterschiedliche Entwicklungsabschnitte gegliedert werden.

Die Differenzierung ist die Folge einer Entwicklung.

Die Reifung ist die Folge einer Entwicklung.

Die Alterung ist die Folge einer Entwicklung.

Die Degeneration ist die Folge einer Entwicklung im Sinn einer Rückbildung.

usf.

Pädagogisch oder psychologisch betrachtet fördern der Unterricht und das Lernen die psychische und geistige Entwicklung des Individuums. Die Lernfähigkeit unterliegt einer Entwicklung, ebenso das Gedächtnis, die Gedächtnisleistung und andere psychische Phänomene.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet kann die Entwicklung nur durch eine systematische Einheit erfasst werden, weil dies die Einheit einer Idee ist (vgl. mit Kant Zitat 7).

Man kann die Entwicklung also nur geistig erfassen. Dabei ist die Entwicklung eine dynamische Einheit.

Manch eine Größe die einer Entwicklung unterliegt, kann sekundär zwar auf eine faktische Einheit zurückgeführt und physisch (physikalisch, chemisch, bildgebend etc.) gemessen werden, aber denkend erfassen, also durch das eigene Denken erkennen, kann ich die Einheit und damit das Ganze das man als Entwicklung bezeichnet nur durch den Begriff der Idee (vgl. mit Kant Zitat 7).

Die Entwicklung kann also nur durch eine sich ändernde Einheit und daher nur durch den Begriff der Idee respektive nur durch die systematische Einheit der Idee erkannt werden, falls ich die Merkmale der Idee durch das Schema der Idee geistig erfasse (vgl. mit Kant Zitat 7).

Man muss sich hier also des Begriffs der Idee bedienen (den Immanuel Kant treffend als systematische Einheit bezeichnet), die mir nur als Gegenstand in der Idee gegeben ist (vgl. mit Kant Zitat 7).

Ich kann die Entwicklung also nur durch eine Vorstellung erkennen und daher nur geistig „begreifen“ – somit nur durch eine Einheit die einer Veränderung unterliegt.

Daher kann ich zum Beispiel sagen, dass eine Funktion einer Entwicklung unterliegt. Oder es unterliegt eine Funktionsstörung einer Entwicklung. Oder eine Degeneration unterliegt einer Entwicklung usf.

Demgemäß unterliegt eine gesundheitliche Störung oder eine Krankheit oder eine psychische Störung einer Entwicklung.

Dem entsprechend ist auch ein sogenannter Residualzustand keine statische Einheit sondern – zumindest in gewisser Hinsicht – eine dynamische Einheit und es sollte dieser Sachverhalt in der Psychiatrie oder in der Medizin im konkreten Fall beachtet und berücksichtigt werden um die Möglichkeiten der positiven Entwicklung bzw. der Förderung dazu nicht zu übersehen.

In sämtlichen Wissenschaften in denen die Natur und die natürlichen Erscheinungen erforscht und studiert werden, muss die Dynamik respektive die Entwicklung beachtet und berücksichtigt werden (so z. B. auch in der Astronomie, Biologie, Zoologie, Botanik usf.).

Auch in den Geisteswissenschaften – und in vielen anderen Bereichen – unterliegt der Sachverhalt einer Entwicklung. Alles entwickelt sich – alles fließt. Dies ist zu beachten und zu berücksichtigen, so etwa in der Psychologie, Psychotherapie, Soziologie usf. Es betrifft die Entwicklung also nicht nur stoffliche Veränderungen, sondern auch Erkenntnisobjekte, die nur durch Vorstellungen bzw. nur durch Ideen erfasst werden können, so etwa die Psyche und der Geist einer Person.

Daher kann man sagen, dass z. B.  das Denkvermögen einer Person im Laufe des Lebens einer Entwicklung unterliegt. Deswegen kann man einen solchen Sachverhalt nur mit der Hilfe eines Konzepts erfassen, verstehen und erklären.

Zum Beispiel hat man das Konzept der Neuroplastizität  entwickelt, weil man bemerkt hat dass die Entwicklung der Funktion des Nervensystems durch gezielte Aktivitäten gefördert werden kann.

In fast allen Bereichen beobachtet man Entwicklungen:

Genannt seien die Entwicklung einer Gesellschaft, oder die der Politik, der Wirtschaft, der Technik usf.

Dabei können die einzelnen Entwicklungen unter besonderen Aspekten betrachtet und in der jeweiligen Wissenschaft systematisch studiert werden.

Man kann also, wie oben stehend angedeutet, eine Entwicklung unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten, und je nach dem den Sachverhalt durch eine gewisse Theorie verstehen, erklären und unter diesem Aspekt systematisch studieren. Nur muss man dabei beachten und unterscheiden um was für eine Einheit/Größe/Parameter es sich handelt, insofern die einen physisch gemessen werden können, die anderen jedoch nur geistig geschätzt werden können, weil hier der Sachverhalt nur durch den Begriff der Idee (vgl. mit Kant Zitat 7).

Demgemäß können gewisse Entwicklungen von der erkennenden Person/Fachperson aufgrund von objektiver Evidenz erkannt werden, andere jedoch nur aufgrund von subjektiver Evidenz. Dieser Sachverhalt sollte in der jeweiligen Wissenschaft beachtet und berücksichtigt werden.

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(letzte Änderung 10.06.2020, abgelegt unter: Begriff, Definition, Einheit, systematische Einheit, Entwicklung, Erklären, Erleben, Funktion, Funktionsstörung, Geist, Gesundheit, Heilkunde, Krankheit/gesundheitliche Störung, Lernen, Medizin, Philosophie, Psyche, Psychiatrie, Schema, Wissenschaft)

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