Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Vorstellung

Eine Vorstellung ist ein Inhalt des Bewusstseins

Dabei kann die Vorstellung ein Inhalt sein der durch das Denken entsteht.

Oder es kann die Vorstellung eine Idee sein, die durch ein inneres Bild also durch ein mentales Bild bzw. durch ein geistiges Bild entsteht.

Oder es kann eine Vorstellung sonst ein Inhalt des Bewusstseins sein, etwa eine Melodie die einem kreativen Musiker gerade in den Sinn kommt usf.

Es ist eine Vorstellung also ein Inhalt der Psyche bzw. des Geistes der Person.

Dabei kann die Vorstellung ein Gedanke sein, der durch die Assoziation und Überlegung entstanden ist.

Oder es kann die Vorstellung ohne Überlegung spontan im Bewusstsein etwa in der Form des Begriffs einer Idee im Bewusstsein erscheinen.

Dabei entsteht die Vorstellung im Bewusstsein infolge der Assoziation oder im Zusammenhang mit der sinnlichen Wahrnehmung oder infolge einer Empfindung.

Es kann die Vorstellung also infolge der Sinneswahrnehmung durch die Assoziation der Gedankeninhalte entstehen. Oder es kann der Inhalt des Denkens, und damit des Bewusstseins, ohne den Einfluss von Sinneswahrnehmungen, somit allein aus Inhalten des Gedächtnisses entstehen.

Ebenso kann die Vorstellung durch den mentalen Prozess im Bewusstsein während des Tages somit im Zustand der Wachheit oder im Zustand des Schlafes oder Traumes, etwa auch im Tiefschlaf infolge der Aktivätät im Unbewussten infolge der neuronalen Funktion entstehen.

Dabei entstehen gewisse Vorstellungen durch das Erkennen infolge von bereits früher Erlebtem (déjà vue).

Es kann eine Vorstellung also eine Idee sein, die im Bewusstsein einer Person in der Form des Begriffs der Idee als systematische Einheit erscheint (griechisch: phenomenon – das was erscheint, das Erscheinende). Oder es kann eine Vorstellung ein sonstiger Inhalt sein, etwa eine bildliche Vorstellung, eine bildhafte Erinnerung, eine Melodie, ein Ton, die Erinnerung an einen Geruch, oder sonst ein Inhalt der im Bewusstsein als Vorstellung erscheint.

Es kann eine Vorstellung sich also auf eine konkrete Idee beziehen, die durch den Begriff der Idee als systematische Einheit erkannt wird, wenn die Person die Merkmale der Idee durch das Schema der Idee geistig auffasst (vgl. mit Kant Zitat 7).

Oder es kann dies ein Bewusstseinsinhalt sein, der nicht durch den Begriff einer Idee benannt werden kann, weil es sich dabei um einen vagen Inhalt handelt, der nur beschrieben bzw. der begrifflich nur umschrieben werden kann (z.B. ein Bild, eine Vision), oder es kann sich um einen sonstigen Einfall handeln, der nicht begrifflich benennbar und daher nicht begrifflich erfassbar ist.

Es kann also von der Person der Inhalt der Vorstellung entweder begrifflich benannt werden, oder es kann dieser Inhalt bzw. diese Vorstellung nicht begrifflich benannt, sondern nur umschrieben werden. Nur ein mehr oder weniger konkreter Inhalt kann wieder assoziiert werden, weil nur ein solcher Inhalt im Gedächtnis unter einer „Adresse“ abgelegt und unter dieser „Adresse“ wieder assoziiert und damit erinnert werden werden kann. Nur eine mehr oder weniger konkrete Vorstellung kann also durch eine Assoziation wieder aus dem Gedächtnis ins Bewusstsein geholt – somit erinnert werden.

Durch einen kreativen Akt kann ausgehend von einer Vorstellung auch ein neuer Inhalt, somit ein neuer Gedanke unter Umständen entwickelt werden. Man kann also in Folge des Denkprozesses – den man als Denken bezeichnet – unter Umständen eine neue Vorstellung entwickelt werden. Auf diese Art und Weise wird z.B. eine neue Theorie, die einen Sachverhalt und damit einen Zusammenhang besser erklärt entwickelt.

Es gibt also Vorstellungen die begriffliche bennenbar und damit verbalisierbar sind und non-verbale Vorstellungen – also Vorstellungen die durch einen Begriff nicht benannt werden können, weil sie nicht konkretisierbar sind, sondern nur individuell vorstellbar sind. Solche Inhalte können durch die Assoziation aus den zuvor genannten Gründen nicht erinnert werden. Also sowohl die Abspeicherung und auch die Erinnerung erfordern eine mehr oder weniger konkrete Vorstellung. Man kann auch sagen sie erfordern eine Etikettierung des Bewusstseinsinhaltes. Es muss also ein Vergleich des Inhaltes mit anderen Inhalten auf der Ebene der bewussten und unbewussten Vorstellungen möglich sein damit eine Zuordnung und damit eine Erinnerung möglich ist.

Psychologisch betrachtet ist eine Vorstellung ein psychisches Phänomen das im Bewusstsein erscheint.

Neurophysiologisch betrachtet entspricht eine Vorstellung einem gewissen individuellen neuronalen Muster das im zentralen Nervensystem der Person in Folge der neuronalen Funktion entsteht.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet ist eine Vorstellung – wie gesagt – eine Idee. Diese Idee kann sich auf ein Erkenntnisobjekt beziehen das uns auf der Ebene der Objekte als Gegenstand schlechthin zur Erkenntnis gegeben ist, oder es kann sich die Vorstellung auf ein Erkenntnisobjekt beziehen das uns nur als Gegenstand in der Idee gegeben ist. (vgl. mit Kant Zitat 7)

Die Vorstellungen variieren von Individuum zu Individuum und von somit von Person zu Person.

Kommunizieren kann man Vorstellungen und damit nur die Inhalte, die unabhängig von den individuellen Vorstellungen der Person benennbar und begrifflich beschreibbar sind.

Es müssen die Inhalte also in Ideen und in Theorien „abpackbar“ sein, damit sie kommuniziert werden können, ansonsten handelt es sich um individuelle Inhalte des Bewusstseins, die nicht kommuniziert werden können.

Man erkennt damit eine Grenze dessen was kommuniziert werden kann gegenüber dem was nicht kommuniziert werden kann und trotzdem vom einem Lebewesen erlebt wird.

Das Vermögen Vorstellungen zu entwickeln spielt verständlicherweise im Leben eine große Rolle. In der Psychiatrie und Psychologie beachtet man, ob die Person durch eine psychische Störung in dieser Fähigkeit beeinträchtigt ist.

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(letzte Änderung 20.12.2017, abgelegt unter: Begriff, psychologischer Begriff, Definition, denken, Diagnostik, Diagnostizieren, Erkennen, Erkenntnis, Erklären, Evidenz, Forensik, Forensische Psychiatrie, Gedächtnis, Gedächtnistheorie, Gedächtnis-Erinnerung, Geist, Gewissheit, Gutachten, Idee, Kategorie, Kausalität, Klassifikation, Kognition, Konzept, Kreativität, Kunst, Lernen, Medizin, Nervensystem, Neurologie, normal, Phänomen, Philosophie, philosophische Begriffe, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, psychologische Idee, Realitätswahrnehmung, Rechtsprechung, Sicht, Störung, Subjekt, Subjektivität, Theorie, Verstehen, Wahn, Wahrscheinlichkeit, Wissen, Wissenschaft, Zusammenhang)

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