Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Argumentation

Die Argumentation ist die Begründung, die auf dem Zusammenhang der Argumente beruht und als plausibel erscheint.

Es sollte die Argumentation also sinnhaft (sinnvoll) bzw. logisch sein, weil der kritische Zuhörer der Argumentation oder der Kausalitätskette nur dann zustimmen wird, falls diese durch den Verstand und die eigene Vernunft geprüft, nachvollziehbar ist und daher Sinn macht.

Es wird den kritischen Zuhörer also die Plausibilität bzw. die Logik der Kausalitätskette überzeugen.

Dabei muss man bei der Argumentation unterscheiden, ob sie sich auf Fakten (Objekte) oder auf Ideen (vgl. mit Kant Zitat 7) gründet.

Im zuerst genannten Fall gibt es den Beweis durch die Demonstration der auf der „Ebene der Objekte“, im zweit genannten Fall nur den der Plausibilität auf der „Ebene der Ideen“.

Falls die Argumentation sich auf Ideen und damit auf Vorstellungen gründet, und ein physischer Beweis durch die Demonstration nicht möglich ist, dann stützt sich die Argumentation auf den logischen Zusammenhang der Argumente und es wird deswegen hier die Plausibilität entscheiden.

In diesem Fall beruht die Argumentation also auf dem Sinn, wie er sich aus dem Zusammenhang der einzelnen Argumente in der Abfolge ergibt.

Es wird also entweder gemäß der Faktenlage der allgemein gültige Beweis entscheiden. Oder es wird die Plausibilität entscheiden, welche Argumentation die treffende, weil plausible ist.

Im zuerst genannten Fall kann durch die Argumentation – etwa in einem Gerichtsverfahren vom Sachverständigen in seinem Gutachten ein objektiv gültiger Beweis auf der Grundlage von objektiver Evidenz vorgeführt werden.

Im zweit genannten Fall kann nur ein subjektiv gültiger Beweis geführt werden. Es ist dies nämlich ein Beweis der durch die subjektive Evidenz entsteht. Es handelt sich hier also um einen philosophischen Beweis, insofern die eine Argumentation einer anderen überlegen ist, wenn sie zum Beispiel durch die plausiblere Kausalitätskette überzeugt.

So wird in einem Gerichtsverfahren, in dem etwa mehrere psychiatrische Gutachten zu einem Sachverhalt vorliegend sind, die plausiblere Argumentation das wesentliche Beweismittel für das Urteil bilden, eben, weil die eine Kausalitätskette im Verhältnis zur anderen (infolge des Ponderierens / Gewichtens der Vorstellungen) plausibler erscheint (vgl. mit Kant Zitat 26) und daher das Gericht (die Richter / Richterin / der Senat) die Geschworenen bzw. die Schöffen der plausibleren Argumentation folgen.

Oder es bewirkt die Argumentation, dass in Bezug auf einen gewissen Sachverhalt, die eine Theorie plausibler als die andere als Erklärung für gewisse Erscheinungen (Phänomene) erscheint.

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(letzte Änderung 26.11.2019, abgelegt unter: Begriff, Definition, denken, Forensik, Forensische Psychiatrie, Geist, Gutachten, Kognition, Philosophie, philosophische Begriffe, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Rechtsprechung, Theorie, Urteil, Wahrscheinlichkeit, Wissenschaft)

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