Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Empfindung

Eine Empfindung ist die Folge der inneren Wahrnehmung.

Man kann auch sagen: die Empfindung ist das Ergebnis des Fühlens/Spürens des Körpers.

Es ist die Empfindung also das Resultat der inneren Wahrnehmung des Körpers in Bezug auf ein situatives/lokales oder generelles Befinden.

Man kann auch sagen durch die  Empfindung wird die Wahrnehmung im Inneren des Körpers generell oder lokal „gefunden“.

Die Empfindung des Körpers trägt in diesem Sinn wesentlich zur momentanen allgemeinen oder situativen Befindlichkeit bei. Es kann hier also das Gefühl etwa der inneren Gelassenheit/Entspanntheit oder Anspannung vorherrschend sein oder lokal etwa das eines (situativen) Schmerzes.

Man unterscheidet die Empfindung  vom Gefühl.

Es ist die Empfindung also die Wahrnehmung, die man in Inneren des Körpers in einem mehr oder weniger umschriebenen Bereich spürt – empfindet – und daher in diesem Bereich „findet“.

Eine Empfindung ist somit das was beim Erleben körperlich gespürt wird. Es macht die Empfindung mehr eine Aussage über den Körper, wohingegen das Gefühl mehr eine Aussage über die Psyche allgemein und auch in geistiger – mentaler Hinsicht macht.

Es kann dies eine körperliche Empfindung z.B. von der Art eines Druckgefühl bis hin zu einem Schmerz sein. Oder es kann dies ein Engegefühl sein, eine Beklemmung, die mit Angst einhergeht, oder ein Gefühl der Kraftlosigkeit, ein Schwächegefühl, oder eine körperliche Empfindung von einer sonstigen Erlebnisqualität. Es kann die Empfindung also auch von der Art eines Leides sein, dann ist es allerdings nicht nur eine körperliche Empfindung, sondern ein Erleben das auch mit einem Gefühl und sonstigen Erlebnisqualitäten einhergeht.

In einem Fall handelt es sich bei der Empfindung primär um ein mehr oder weniger lokalisierbares körperliches Phänomen.

Eine Empfindung ist kann also von der Art eines eines Gefühls sein das man im Inneren „findet“. Es handelt sich dabei also um ein psychisches Phänomen.

Die Empfindung kann sich mehr auf das körperliche Fühlen beziehen, oder mehr auf das seelische also auf das psychische Empfinden somit auf die Psyche im engeren Sinn beziehen.

Eine Empfindung ist also eine innere Wahrnehmung, die beim Erleben die Befindlichkeit ausmacht bzw. die die Befindlichkeit beeinflusst.

Im Gegensatz zum Gefühl und zur Empfindung findet man beim Denken keinen direkten Bezug zum Körper.

Die Empfindung hat den Schwerpunkt im Körper und man spürt daher gewisse Wahrnehmungen als körperliche Empfindung. Man sagt z.B. dass Etwas einem „zu Herzen geht“. Oder man sagt, dass einem „die Luft weg bleibt“. Durch solche Aussagen wird deutlich, dass gewisse Erlebnisse mit gewissen körperlichen Empfindungen einhergehen und dass diese im Bewusstsein mehr oder weniger bewusst erlebt werden.

Die Empfindung ist in unserem Leben von grosser Bedeutung, weil die Empfindung gleichsam die Hintergrundtönung zu allem Erleben ausmacht und damit unsere Befindlichkeit stark beeinflusst.

Dem gemäß ist die Empfindung auch in der Medizin, Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie von grosser Bedeutung.

Tiefe der Empfindung:

Die Tiefe der Empfindung unterliegt einer Entwicklung. Es kann Etwas zu einer gewissen Zeit mit einer gewissen Intensität empfunden werden, oder es kann eine Empfindung im Lauf der Zeit sich intensivieren und damit entwickeln. Je nach dem welche Reize das Erleben auslösen und auch vorhandene bewusste und unbewusste Gedächtnisinhalte das Erleben beeinflussen kann die Tiefe der Empfindung sich entwickeln. Die Tiefe der Empfindung hängt also von äusseren Reizen und auch von inneren Faktoren ab. Es kann dabei die Tiefe des Verstehens von Bedeutung sein. Es kann ein sexuelle Erregung von Bedeutung sein, oder es kann eine andere komplexe Ursache von Bedeutung sein. Die Tiefe der Empfindung hängt also einerseits von der äusseren Sinneswahrnehmung ab und andererseits auch von der Assoziation die durch die Empfindung und durch die Sinnesreize ausgelöst wird. Man kann sich vorstellen, dass je nach der Intensität und der Ausdehnung der neuronalen Vorgänge auf der Ebene des Nervensystems die Empfindung verschieden ist. Man kann sich also vorstellen, dass die Art und Weise der neuronalen Muster in Folge dieser unterschiedlichen Erlebnisse variiert und dem gemäß im Nervensystem und in weiterer Folge im gesamten Organismus variante Prozesse ablaufen.

Veränderung der Empfindung

Man macht die Erfahrung, dass eine Empfindung sich im Laufe der Zeit ändert. Die Veränderung der Empfindung kann von vielen Gegebenheiten, somit von vielen Faktoren abhängen, die sich im Laufe der Zeit ändern. Unter anderem kann die Empfindung sich in Abhängigkeit von der inneren Aufmerksamkeit ändern. Wenn man die innere Aufmerksamkeit auf die Empfindung hinlenkt dann kann diese die Empfindung und die Entwicklung der Empfindung beeinflussen. Man kennt in diesem Zusammenhang die Ablenkung, dass dadurch unter Umständen ein Schmerz nicht mehr- oder nicht mehr in diesem Ausmaß gespürt wird. Oder man macht unter Umständen die Erfahrung, dass die Fokussierung der Aufmerksamkeit im Sinn der Achtsamkeit die Entwicklung der Empfindung günstig beeinflusst und damit sich etwa eine unangenehme krampfartige Empfindung auflöst.

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(letzte Änderung 26.12.2019, abgelegt unter  Begriff, biologischer Begriff, Bewusstheit, Bewusstsein, Definition, fühlen, Medizin, Philosophie, Psyche, Psychiatrie, Psychologie)

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