Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

psychopathologisch

Psychopathologisch ist was durch durch das psychopathologische beobachten, psychopathologische fragen, psychopathologische analysieren und psychopathologische denken erkannt wird (Karl Jasper, Vorwort zur 1. Auflage der Allgemeinen Psychopathologie, 1913).

Demgemäß beruht das psychopathologische Denken auf den normalen psychischen Phänomenen und den psychopathologischen Phänomenen.

Und es ist demgemäß das Erkennen und somit das Diagnostizieren der psychischen Störungen in der Psychiatrie psychopathologisch begründet.

Dabei beruht dieses Erkennen in der Psychiatrie (und auch das in der Psychologie) auf der philosophischen Methode der Dialektik.

Psychopathologisch denken bzw. psychologisch denken bedeutet somit dialektisch denken.

Man kann daher berechtigt sagen: in der Psychiatrie ist psychopathologisch begründet was mit der philosophischen Methode der Dialektik durch die Begriffe der Ideen (vgl. mit Kant Zitat 7) in Bezug auf die unterschiedlich definierten Typen (vgl. mit Jasper Zitat) erkannt wird.

Demgemäß kann ein Psychiater die unterschiedlichen psychischen Störungen durch die krankheitswertigen psychischen Phänomene bzw. durch die psychischen Symptomenkomplexe erkennen – falls er die unterschiedlichen Vorstellungen auf der Ebene seiner Ideen miteinander vergleicht und gegeneinander gewichtet.

Oder in Anlehnung von Karl Jaspers: ein Psychiater kann unter Führung der Ideen durch das Gewichten und Vergleichen seiner Ideen, vermittelt durch das Schema der Idee den treffenden Typus erkennen (vgl. mit Jasper Zitat).

Dabei ist das Schema  an sich jederzeit nur ein Produkt der Einbildungskraft  (Immanuel Kant) (vgl. mit Kant Zitat 13).

Oder in anderen Worten nach Karl Jaspers: das Schema (in der Psychiatrie) ist ein methodisches Hilfsmittel das grenzenlos korrigierbar  und verwandelbar ist (vgl. mit Jasper Zitat)

Dabei ist eine psychiatrische Idee – so wie eine psychologische Idee (vgl. mit Kant Zitat 4) – eine bloße Idee im Sinne von Immanuel Kant.

Oder man kann in den Worten von Wilhelm Griesinger sagen: dass in der Psychiatrie die psychischen Auffälligkeiten durch die psychische Anomalie (vgl. mit Griesinger Zitat) – und daher psychologisch – in heutiger Terminologie psychopathologisch begründet – erkannt werden.

Oder in den Worten von Philippe Pinel: dass der Wahnsinn durch die Methode der Classifikation durch den Beobachtungsgeist und die aphoristische Sprache (vgl. mit Pinel Zitat 2) – also psychopathologisch begründet – erkannt wird.

Psychopathologisch ist in Bezug auf das Erkennen also das was sich auf die kranke  Psyche bezieht und in der Psychiatrie auf Basis der Psychopathologie in der psychiatrischen Diagnostik infolge der krankheitswertigen  psychischen Symptome und krankheitswertigen psychischen Phänomene erkannt wird.

Demgemäß ist das Wissen / die Kognition / das Erkennen und damit die Erkenntnis bezüglich der psychischen Störungen – und damit die Diagnostik, die Klassifikation und die Systematik in der Psychiatrie psychopathologisch begründet.

Man kann auch sagen, dass in der Psychiatrie psychopathologisch begründet ist, was in der Diagnostik in Bezug auf die krankheitswertige Störung der Psyche oder in Bezug auf die abnorme Psyche durch die abnormen oder krankheitswertigen klinischen Erscheinungen der Psyche erfasst wird.

Es ist in der Psychiatrie also psychopathologisch begründet was sich entweder als einzelnes psychopathologisches Phänomen oder als ganzer psychischer Symptomenkomplex der psychischen Störung manifestiert.

Demgemäß gründen sich in der Psychiatrie die Diagnostik, die Klassifikation und die Systematik der psychischen Störungen auf die Psychopathologie – oder man kann auch sagen: auf die Phänomenologie.

Und es werden daher etwa in der Psychiatrischen ICD-10 Klassifikation oder in der DSM 5 Klassifikation die unterschiedlichen psychischen Störungen psychopathologisch begründet erfasst.

Womit deutlich wird, dass die Psychiatrie als empirische Wissenschaft sich auf die Psychopathologie der klinischen Erscheinungen der psychischen Störungen und nicht auf die Biologie der psychischen Störungen gründet.

Man kann also berechtigt sagen, dass die psychiatrische Wissenschaft eine empirische Wissenschaft ist, die sich auf die krankheitswertigen psychischen Erscheinungen gründet, insofern diese in der psychiatrischen Praxis und Klinik durch ein definiertes System bestehend aus diagnostischen Einheiten erfasst werden, insofern sämtliche systematischen Einheiten sind.

Es werden nämlich alle psychiatrischen Diagnosen psychopathologisch begründet erfasst und es bilden alle diese diagnostischen Einheiten innerhalb einer psychiatrischen Klassifikation ein definiertes System aus gleichartigen systematischen Einheiten.

Dieses diagnostische System haben erstmals Ärzte: Vincenzo Chiarugi und dann vor allem Philippe Pinel entwickelt und es entstand damit die Psychiatrie als eigenständige Disziplin neben der Medizin im Sinne der Schulmedizin in der Heilkunde.

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(letzte Änderung 27.10.2019, abgelegt unter: Begriff, psychiatrischer Begriff, psychopathologischer Begriff, Definition, Philosophie, Psyche, Psychiatrie, psychiatrische Idee, Psychiatrische Gutachten, Psychologie, Psychopathologie, psychiatrische Wissenschaft)

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