Meinung

Eine Meinung ist persönliches Wissen von dem die Person nicht gänzlich überzeugt ist. (vgl. mit Kant Zitat 9).

Es ist dies also persönliches Wissen das diese Person, auf der Grundlage ihres gegenwärtigen Wissensstandes in Bezug auf die gegenständliche  Sache oder in Bezug auf den gegenständlichen Sachverhalt erlangt hat, ohne davon gänzlich überzeugt zu sein, dass dieses persönliche Wissen sicher ist bzw. dieses verlässlich zutreffend ist.

Demgemäß ist Wissen vom Grad einer persönlichen Meinung subjektives Wissen also persönliches Wissen von dem die Person bzw. das Subjekt nicht gänzlich überzeugt ist.

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Unter einem anderen Gesichtspunkt betrachtet, kann man sagen, dass die Meinung die persönliche Sichtweise dieser Person – in Bezug auf die gegenständliche Sache bzw. in Bezug auf den gegenständlichen Sachverhalt repräsentiert.

Die Meinung der Person beruht also auf ihrem momentanen persönlichen Wissen das zu dieser persönlichen Sichtweise geführt hat.

Dies bedeutet, dass die Person von ihrem derzeitigen Wissen – in Bezug auf die gegenständliche Sache bzw. in Bezug auf den gegenständlichen Sachverhalt, als Subjekt das diesbezüglich nur über subjektives Wissen verfügt, nicht gänzlich überzeugt ist.

Wäre sie davon gänzlich überzeugt, dann würde sie diesbezüglich glauben dass es tatsächlich so ist.

Im Fall einer Meinung ist die Person jedoch – wie gesagt nicht gänzlich überzeugt, dass diese ihre persönliche Sichtweise verlässlich zutreffend ist (vgl. mit Kant Zitat 9).

Es handelt bei diesem Wissen also um persönliches Wissen das dem Grad nach subjektives Wissen ist.

Man kann auch sagen, dass die Person gegenwärtig die persönliche Sichtweise bzw. die persönliche Ansicht vertritt, dass dies auf die gegenständliche Sache oder auf den gegenständlichen Sachverhalt zutreffend ist.

Allerdings ist sie davon nicht gänzlich überzeugt, weil unter Umständen auch eine andere Sichtweise/eine andere Ansicht/Prognose/Vorhersage/Einschätzung/Schätzung respektive eine andere subjektive Beurteilung zutreffend sein könnte (vgl. mit Kant Zitat 9).

Auf jeden Fall handelt es sich bei einer Meinung um subjektives Wissens bzw. um persönliches Wissen.

Man kann auch sagen, dass derartiges Wissen auf einer persönlichen Meinung beruht bzw. dass derartiges Wissen vom Grad einer subjektiven Wahrheit ist.

Wohingegen die objektive Wahrheit in Bezug auf eine bestimmte Sache oder in Bezug auf einen bestimmten Sachverhalt Wissen vom Grad der Gewissheit ist.

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Unter einem anderen Gesichtspunkt betrachtet kann man auch sagen, dass dieses persönliche Wissen auf einer Annahme /Hypothese beruht bzw. auf einer Vermutung.

Dabei ist die Person, die zu dieser Meinung gelangt ist, auf Grund der ihr bekannten Informationen durch ihren Verstand und durch ihre Vernunft respektive durch vernünftige Überlegung zu dieser Sichtweise gelangt.

Deswegen kann man sagen, dass dieses Wissen auf der momentan bestmöglichen Überlegung beruht, die zu diesem Ergebnis geführt hat.

Mit nochmals anderen Worten gesagt: es handelt sich dabei um Wissen das auf einem Wahrnehmungsurteil beruht, insofern dieses Urteil nicht unabhängig von der persönlichen Wahrnehmung entstanden ist (vgl. mit Kant Zitat 9).

Man kann also festhalten, dass es sich bei einer Meinung um Wissen handelt, von dem die Person nicht gänzlich überzeugt ist, weil sie sonst sagen würde, dass sie glaubt, dass es so ist.

Wissen vom Grad einer Meinung ist also subjektiv weniger gewisse als Wissen vom Grad eines Glaubens (vgl. mit Kant Zitat 9).

 

Demgemäß wird die Meinung unter Umständen von einer anderen Person zu Recht angezweifelt, weil es sich dabei nicht um die erwiesene Wahrheit bzw. nicht um die nachgewiesene objektive Wahrheit handelt.

 

Eine Meinung kommt durch die Meinungsbildung zustande, die als Folge des persönlichen Erkennens entstanden ist.

Deswegen kann man auch sagen, dass die Meinung durch den persönlichen Erkenntnisprozess entstanden ist.

Auf jeden Fall beruht dieses Wissen auf der Erkenntnis der jeweiligen Person.

Immanuel Kant schreibt:

Meinen ist sowohl subjektiv, wie auch objektiv betrachtet ein „unzureichendes Fürwahrhalten(vgl. mit Kant Zitat 9).

Wer eine Meinung vertritt und sich der Grenzen seines Wissens bewusst ist, den kann man als im Sinn der Aufklärung aufgeklärt bezeichnen. Eine solche Person wird den Gehalt ihres Wissens und damit den Grad ihrer Aussage nicht überschätzen. Eine der Folgen davon wird sein, dass eine solche Person auf angemessene Art und Weise tolerant ist. Eine solche Person wird also unterscheiden ob Wissen vom Grad der Gewissheit, vom Grad eines Glaubens oder vom Grad einer Meinung ist.

Man kann an dieser Stelle also noch festhalten dass eine Meinung auf sehr vagem Wissen beruhen kann – weil sehr wenig bekannt ist – oder es kann die Meinung schon fast den Grad des Glaubens erlangen.

Demgemäß kann sich die Meinung auf einem Kontinuum zwischen den Polen Unwissen – und Gewissheit bewegen.

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Über Meinungen in verschiedenen Bereichen des Wissens:

In der Medizin hat vieles von dem was wir wissen den Grad einer Meinung.

Zum Beispiel hat das prognostische Wissen in der Medizin den Grad einer Meinung. Man kann in der Medizin nicht sicher sein, dass etwas so kommen wird, wie man es gemäß der Prognose erwartet. Es ist möglich, dass es so kommen wird, oder man kann auch sagen: es ist wahrscheinlich, dass es so kommen wird, wie man es erwartet, aber man kann nicht sicher sein, dass es so kommt. Es kann auch anders kommen und dann kommt es eben nicht so, wie man es erwartet hat. Das prognostische Wissen hat also immer nur den Grad des Wissens einer Meinung selbst wenn es durch wissenschaftliche Studien entstanden ist.

In der Psychiatrie hat praktisch alles Wissen den Grad einer Meinung, weil in der Psychiatrie (Psychologie und Psychotherapie) das Wissen auf Ideen und zwar auf bloßen Ideen beruht und daher objektives Wissen bzw. allgemein gültiges Wissen und damit Gewissheit nicht erlangt werden kann. (vgl. mit Kant Zitat 7) (vgl. mit Jaspers Zitat)

In der Medizin verfügt man zum Teil über objektives Wissen. In der Psychiatrie ist dies nicht der Fall. In der Psychiatrie basiert das Wissen auf Erscheinungen, nämlich auf psychischen Symptomen und auf psychischen Phänomenen, die im Bewusstsein einer Person erscheinen (gr. phenomenon – das was erscheint, das Erscheinende). Daher ist das Wissen in der Psychiatrie immer subjektives Wissen also ein Wissen vom Grad einer Meinung bzw. wenn man davon subjektiv überzeugt ist dann hat dieses Wissen den Grad eines Glaubens. Etwa wenn ein Psychiater subjektiv gewiss davon überzeugt ist, dass die Diagnose Schizophrenie in einem Grenzfall zutreffend ist.

Es gilt also für viele Erkenntnisbereiche und Situationen, dass unser Wissen nur subjektiv gewiss ist; und es gilt dies insbesondere auch für die Medizin in vielen Belangen, dass wir nur über ein Wissen vom Grad eines Glaubens bzw. einer Meinung verfügen. Und ganz besonders verfügen wir in der Psychiatrie (Psychologie und Psychotherapie) nur über ein Wissen vom Grad einer Meinung oder über Wissen vom Grad eines Glaubens – im Sinn eines subjektiven Fürwahrhaltens.

Wenn man z.B. glaubt, dass ein bestimmtes Medikament im gegenständlichen Fall am besten wirkt, so kann dies zutreffend sein, ob dies allerdings tatsächlich der Fall ist wissen wir im Vorhinein nicht. Erst die Erfahrung wird es weisen, ob sich das Medikament bewährt, in welchem Umfang es sich bewährt usf.

Es handelt sich also bei solchem Wissen um subjektives Wissen auf dessen Grundlage wir eine Entscheidung treffen. Wir können im Vorhinein tatsächlich nicht wissen wie es kommen wird, wir haben dazu nur eine gewisse Meinung, die auf der Grundlage unserer persönlichen Erfahrung und auf der Grundlage von sonstigen Informationen entstanden ist. Wenn wir also eine persönliche Meinung haben, dann handelt es sich um ein Vorurteil in dieser oder in jener Hinsicht, das auf dem persönlichen Wissen und auch auf Wissen beruht wie dieses auf der Grundlage von Studien entstanden ist.

Neben dem Wissen, wie dieses als Folge der persönlichen Erfahrung entstanden ist, gibt es also auch das Wissen wie es im Rahmen der Studien in der Wissenschaft entstanden ist. In der Heilkunde unterscheidet man hier die psychiatrische Wissenschaft von der medizinischen Wissenschaft.

Analog zum Wissen in der Psychiatrie ist auch in der Psychologie und in der Psychotherapie vieles, um nicht zu sagen fast alles Wissen von der Art einer Meinung. Daher handelt es sich auch in der Psychologie und Psychotherapie um subjektives Wissen und nicht um objektives Wissen.

Hingegen gibt es in der Medizin in Teilbereichen ein Wissen das objektives Wissen ist, weil es sich direkt auf den Körper bzw. direkt auf physische Objekte bezieht. Im Gegensatz dazu ist in der Psychiatrie (Psychologie, Psychotherapie) praktisch fast alles Wissen nur subjektives Wissen, weil es auf der Grundlage von psychischen Phänomenen und psychischen Symptomen entstanden ist, also auf der Grundlage von mentalen Objekten entstanden ist.

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(letzte Änderung 29.05..2025, abgelegt unter: philosophische Begriffe, Definition, Wissen, Urteil, Philosophie, Erkennen)

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