Wahrheit

Die Wahrheit ist die Vorstellung die den Sachverhalt verständlich macht und zutreffend erklärt.

Demgemäß beruht die Wahrheit auf der zutreffenden Sichtweise des Subjekts durch den man den Sachverhalt angemessen verstehen und erklären kann.

Dabei muss man unterscheiden, ob die Wahrheit sich auf ein Objekt respektive auf eine Tatsache bezieht oder auf eine Idee.

Im zuerst genannten Fall kann ich das Zutreffen der Wahrheit auf der „Ebene der Objekte“ durch eine faktische Einheit beweisen. Es gibt in diesem Fall also einen objektiv gültigen respektive einen allgemein gültigen Beweis.

Im zweit genannten Fall gibt es nur einen subjektiv gültigen Beweis, insofern man in diesem Fall nur auf der „Ebene der Ideen“ durch das Vergleichen und Gewichten der Ideen herausfinden und beweisen kann, welche Idee bzw. welche systematische Einheit der Idee zutreffend ist (vgl. mit Kant Zitat 7).

Es gibt in diesem Fall also nur die für das Subjekt gültige Wahrheit respektive nur subjektives Wissen das die subjektive Wahrheit beweist.

Man kann auch sagen, die Wahrheit gründet sich hier auf subjektive Evidenz, wohingegen im zuerst Fall objektives Wissen die objektive Wahrheit beweist, und dieses Wissen auf objektiver Evidenz beruht.

Im zweit genannten Fall handelt es sich bei der Wahrheit also um eine persönliche Vorstellung – und daher um subjektives Wissen. Daher gibt es in diesem Fall keine allgemein gültige bzw. keine objektiv gültige Wahrheit – sondern eben nur die für dieses Subjekt gültige – also die  subjektiv gültige Wahrheit – entweder vom Grad des Glaubens oder vom Grad der Meinung.

Es beruht die objektive Wahrheit also auf objektiver Gewissheit im Sinn von objektivem Wissen, weil das Wissen auf der Übereinstimmung mit dem Objekte beruht (vgl. mit Kant Zitat 9, Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant).

Im zweit genannten Fall ist die Wahrheit nur subjektiv gewiss, weil sie für das Subjekt gültig ist. Es handelt sich bei der subjektiven Wahrheit also um ein Fürwahrhalten (vgl. mit Kant Zitat 9). Beziehungsweise beruht diese (persönliche) Wahrheit auf dem (persönlichen) Glauben oder auf der (persönlichen) Meinung.

In diesen Fällen kann die Wahrheit nur auf der „Ebene der Ideen“ durch den Vergleich der Ideen respektive nur durch den Vergleich der Vorstellungen geprüft werden, und es dies bedeutet dies, dass hier der Beweis ein philosophischer Beweis ist, wohingegen in Bezug auf Wissen, das sich auf Fakten gründet, ein objektiver bzw. ein allgemein gültiger Beweis möglich ist, weil hier das Zutreffen auf der „Ebene der Objekte“ durch die Demonstration bewiesen werden kann.

Vieles von dem eine Person überzeugt ist –  dass es „so“ ist – gründet sich also auf Ideen und es ist solches Wissen daher ein Fürwahhalten (vgl. mit Kant Zitat 9).

Man kann auch sagen, dass in diesen Fällen die (persönliche) Wahrheit  von der (persönlichen) Auffassung/Sichtweise/Ansicht – eben vom Fürwahrhalten des Subjekts bzw. der Person abhängig ist, und es gibt demgemäß für diese (subjektive) Wahrheit einen nur subjektiv gültigen und keinen allgemein gültigen Beweis.

Damit wird deutlich, dass man subjektive Wahrheit von objektiver Wahrheit unterscheiden muss.

Dabei beruht die für das Subjekt gültige Wahrheit auf einem Wahrnehmungsurteil, hingegen die allgemein gültige Wahrheit auf einem Erfahrungsurteil im Sinne von Immanuel Kant.

Man kann auch sagen: die allgemein gültige Wahrheit beruht auf einer faktischen Einheit, hingegen die nur für das Subjekt/die Person/das Individuum gültige Wahrheit auf einer systematischen Einheit (vgl. mit Kant Zitat 7).

Ebenso kann man sagen, die subjektive Wahrheit beruht auf einer bloßen Idee bzw. auf einer Idee die aus der Erfahrung abgeleitet worden ist – somit auf einer abgeleiteten Idee.

In gleicher Weise kann man sagen, dass die nur subjektiv gültige Wahrheit auf einer nicht überprüfbaren Vorstellung/einem (nicht beweisbaren) Konzept/einer (nicht beweisbaren) Theorie usf. beruht, hingegen die objektive Wahrheit auf Tatsachen bzw. auf Fakten.

Demgemäß gründet sich in der Rechtsprechung der Wahrheitsbeweis entweder auf Tatsachen, z. B. auf der Demonstration von Fakten, oder er beruht auf der treffenden Argumentation, etwa auf der Kausalitätskette die durch die Plausibilität das Gericht/die Schöffen/die Geschworenen überzeugt.

Man kann auch sagen: eine allgemein gültige Wahrheit wird durch objektive Evidenz erkannt, die nur subjektiv gültige Wahrheit durch subjektive Evidenz bzw. durch einleuchtende Evidenz respektive durch scheinbare Evidenz.

Demgemäß sollte man beim Wissen prüfen, ob es sich bei der vorliegenden Information um allgemein gültiges Wissen handelt das als allgemein gültige Wahrheit angesehen werden muss, oder eben nur um Wissen bzw. um eine Wahrheit die vom erkennenden Subjekt abhängt, weil sie etwa auf einem Konzept/einer Theorie/ einer Annahme/ einer Hypothese, letztlich also eine bloße Idee bzw. einer aus der Erfahrung abgeleitete Idee gegründet ist.

Dies ist für alle Bereiche des Wissens von Relevanz und demgemäß ist dies auch für die Heilkunde, die Politik, die Technik, für die diversen Wissenschaften (Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften usf.) von Relevanz und man sollte dies in allen Bereichen des Wissens beachten und berücksichtigen. So etwa in der Medizin im Sinne der universitären Medizin (Schulmedizin), in der Psychiatrie, (Psychologie, Psychotherapie). Überhaupt sollte dies in der Heilkunde in Bezug auf gesundheitliche Störungen und Krankheiten des Körpers beachtet und berücksichtigt werden, wie auch in Bezug die Psyche also in Bezug auf die psychischen Störungen. Und in gleicher Weise sollte man dies auch in der Alternativmedizin/Komplementärmedizin und Psychosomatik beachten und berücksichtigen.*

Weiteres* dazu in meinem Buch:

Diagnostik, Klassifikation und Systematik in Psychiatrie und Medizin

erschienen im April 2019 im Verlag tredition

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(letzte Änderung 23.06.2022, abgelegt unter: Beweis, Definition, Diagnostik, Erkennen, Erkenntnis, Evidenz, Gutachten, Heilkunde, Medizin, Philosophie, Psyche, Psychiatrie, Subjekt, Wissen, objektives Wissen, subjektives Wissen, Wissenschaft)

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weiter zum Beitrag: Subjektivität

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weiter zum Beitrag: Lüge

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