Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Posts getagged mit ‘Immanuel Kant’

Robert Jütte schreibt in seinem Buch Geschichte der Alternativen Medizin (Buchnachweis siehe unten) wie folgt: 1.4 „Naturheilkunde“ kontra „naturwissenschaftliche“ Medizin (1850-1880) „Die „wissenschaftliche Medizin„, von der bereits Hufeland gesprochen hatte, war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stark zersplittert. Erst allmählich konnte die naturwissenschaftliche Richtung, die sich an Pariser Vorbildern orientierte, an Boden gewinnen. Noch […]

Ideenlehre

August 11th, 2013

Eine Ideenlehre ist eine Lehre, die sich auf Ideen gründet. Man kann daher auch sagen eine Ideenlehre ist eine Ideologie. Dabei muss man unterscheiden, ob eine Idee auf der Ebene der Objekte bzw. auf der Ebene der Fakten überprüft werden kann, oder ob dies nicht möglich ist. Wenn eine Idee bzw. mehrere Ideen und damit […]

Die Psychiatrie hat mit der „Kritik der reinen Vernunft“ von Immanuel Kant zu tun, weil Ärzte, die sich mit krankheitswertigen psychischen Auffälligkeiten befassen die psychischen Krankheiten bzw. die krankheitswertigen psychischen Störungen auf der Grundlage von Ideen erkennen. Dabei handelt es sich bei einer psychiatrischen Idee – so wie bei einer psychologischen Idee – um eine bloße Idee im Sinn von […]

Emil Kraepelin (1856 – 1926) hat in seinem Lehrbuch für Studierende und Aerzte (6. Aufl. 1899) die psychischen Störungen (Krankheiten) in nachfolgende Kategorien eingeteilt. I. Das infektiöse Irresein II. Das Erschöpfungsirresein III. Die Vergiftungen IV. Das  thyreogene Irresein V. Die Dementia praecox VI. Die Dementia paralytica VII. Das Irresein bei Hirnerkrankungen VIII. Das Irresein des […]

Denken

Juni 11th, 2011

Das Denken ist das Entwickeln von Vorstellungen. Vom Denken unterscheidet man das Fühlen bzw. das Gefühl. Das Denken der Person entsteht durch den mentalen Prozess, wie er im Gehirn infolge der neuronalen Funktion der Nervenzellen im zentralen Nervensystem entsteht. Dabei wird das Denken der Person durch diverse Faktoren beeinflusst. Es kann das Denken ein sinnhaftes (sinnvolles) Denken sein, das […]

Eine psychologische Idee ist nach Immanuel Kant eine transzendentale Idee. (vgl. mit Kant Zitat 8a) Eine psychologische Idee entsteht in unserem Bewusstsein, wenn wir gewisse Dinge erleben, die wir unter dem Begriff dieser Idee auffassen. (vgl. mit Kant Zitat 7) In diesem Sinne sagen wir z.B., dass eine Person eine „Depression“ hat, wenn sie über […]

Karl Jaspers hat aufgezeigt, dass eine psychiatrische Idee bzw. das Schema dieser Idee ein methodisches Hilfsmittel ist. (vgl. mit Jaspers Zitat). Tatsächlich handelt es sich beim Schema der psychiatrischen Idee durch die eine psychiatrische Diagnose bestimmt wird um das Schema einer bloßen Idee im Sinn von Immanuel Kant. Aus diesem Schema der diagnostischen Idee ergibt sich die psychiatrische […]

Erfahrung

März 24th, 2011

Die Erfahrung ist das Wissen das durch das Erleben erlangt wird. Es beruht die Erfahrung also auf empirischem Wissen und der Verarbeitung dieser Information. Man kann daher auch sagen: die Erfahrung ist die Kenntnis, die durch das bewusste und unbewusste Lernen erlangt wird. Dabei wird die Erfahrung aus Informationen, teils von außen stammend, teils von innen und hier teils durch das Denken bzw. durch […]

projektierte Einheit

Januar 6th, 2011

Eine projektierte Einheit ist eine Einheit von der man denkt, dass es sie als abgegrenzte Einheit gibt. (vgl. mit Kant Zitat 5) Wie man sich überzeugt handelt es sich dabei um eine Einheit, die auf der Grundlage einer Idee erkannt wird, die auf einen Sachverhalt projiziert wird. Es ist dies also die systematische Einheit einer bloßen Ideen. (vgl. mit Kant […]

Grundsätzlich gibt es Ideen, die auf „physischer“ Ebene überprüft werden können und solche, die nicht „physisch“ überprüft werden können. In der Medizin gibt es viele Ideen, die auf „physischer“ Ebene überprüft werden können. In der Psychiatrie gibt es keine Ideen, die „physisch“ überprüft werden können, sondern es kann lediglich manch eine psychiatrische Idee bzw. manch eine psychische […]

” …. Ganz anders muß es mit denen bewandt sein, die das Dasein der Erscheinungen a priori unter Regeln bringen sollen. Denn, da dieses sich nicht konstruieren läßt,  so werden sie nur auf das Verhältnis des Daseins gehen, und keine andere als bloß regulative Prinzipien abgeben können. … . In der Philosophie aber ist die […]

In den Beiträgen Konsequenzen werden in Bezug auf die Philosophie von Immanuel Kant verschiedene Aspekte diskutiert wie sie sich aus der Erkenntnisbasis ergeben. ……………………………………………………………………………………………. Psychiatrische Diagnosen und – allgemein psychiatrische Feststellungen – führen zu relativem Wissen. Dieses relative Wissen wird auf der Grundlage von psychischen (psychopathologischen) Phänomenen (gr. phenomenon– das was erscheint, das im Bewusstsein […]

Erfahrung – Einleitung

Dezember 12th, 2009

Menschen und Tiere manchen Erfahrungen und lernen aus den Erfahrungen. Infolge des Gedächtnisses merken wir uns was wir erlebt und erfahren haben. Wenn wir etwas Neues erleben, das uns an eine frühere Erfahrung erinnert, so erwarten wir infolge der früheren Erfahrung, dass etwas Gleichartiges eintreten wird. Auf diese Art und Weise gelangen wir zu einer regelmäßigen Erwartung bzw.  einer […]

Nach Kant` scher Terminologie sind psychologische Begriffe regulative Begriffe (siehe Kant  Zitat 4). Tatsächlich macht es Sinn solche Begriffe als regulative Begriffe zu bezeichnen. Solche Begriffe sind Schemata (vgl. Kant Zitat 7 ) unter denen wir empirische Erscheinungen auffassen und begrifflich benennen. Durch die Auffassung von anderen Gegenständen unter diesem Begriff ist eine Kommunikation über den Begriffsinhalt […]

Bleuler Zitat

September 17th, 2009

Der Psychiater und Sohn von Eugen Bleuler Manfred Bleuler schreibt im “Lehrbuch der Psychiatrie” auf Seite 391 wie folgt: (Buchnachweis siehe unten): ” Aus diesem Grunde erwies sich die ursprüngliche Beschreibung “Dementia praecox” als unhaltbar. E. Bleuler hat sie 1911 durch diejenige der Schizophrenie (=Spaltungsirresein) ersetzt, weil ihm die elementarsten Störungen in einer mangelhaften Einheit, […]

”WAHRSCHEINLICHKEIT – ERKLÄRUNG DES WAHRSCHEINLICHEN – UNTERSCHIED DER WAHRSCHEINLICHKEIT VON DER SCHEINBARKEIT – MATHEMATISCHE UND PHILOSOPHISCHE WAHRSCHEINLICHKEIT Zur Lehre von der Gewißheit unsers Erkenntnisses gehört auch die Lehre von der Erkenntnis des Wahrscheinlichen, das als Annäherung zur Gewißheit anzusehen ist. Unter Wahrscheinlichkeit ist ein Führwahrhalten aus unzureichenden Gründen zu verstehen, die aber zu dem zureichenden […]

In diesem Beitrag wird ein Teil der Vorrede von Immanuel Kant zur ersten Auflage zu seiner Schrift: Kritik der reinen Vernunft wiedergegeben. „VORREDE Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse: daß sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann, denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die […]

“Der hypothetische Gebrauch der Vernunft aus zum Grunde gelegten Ideen, als problematischer Begriffe, ist eigentlich nicht konstitutiv, nämlich nicht so beschaffen, daß dadurch, wenn man nach aller Strenge urteilen will, die Wahrheit der allgemeinen Regel, die als Hypothese angenommen worden, folge; denn wie will man alle mögliche Folgen wissen, die, indem sie aus demselben angenommenen […]

Die neue Ausgabe des Artikels finden Sie hier.

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” Die Vernunft kann aber diese systematische Einheit nicht anders denken, als daß sie ihrer Idee zugleich einen Gegenstand gibt, der aber durch keine Erfahrung gegeben werden kann; denn Erfahrung gibt niemals ein Beispiel vollkommener systematischer Einheit. Dieses Vernunftwesen (ens rationis ratiocinatae) ist nun zwar eine bloße Idee, und wird also nicht schlechthin und an […]

“Aus einer solchen psychologischen Idee kann nun nichts anderes als Vorteil entspringen, wenn man sich nur hütet, sie für etwas mehr als bloße Idee, d.i. bloß relativistisch auf den systematischen Vernunftgebrauch in Ansehung der Erscheinungen unserer Seele, gelten zu lassen. Denn da mengen sich keine Gesetze körperlicher Erscheinungen, die ganz von anderer Art sind, in die […]

”So enthält die reine Vernunft, die uns anfangs nichts Geringeres, als Erweiterung der Kenntnisse über alle Grenzen der Erfahrung zu versprechen schiene, wenn wir sie recht verstehen, nichts als regulative Prinzipien, die zwar größere Einheit gebieten als der empirische Verstandesgebrauch erreichen kann, aber eben dadurch, daß sie das Ziel der Annäherung desselben so weit hinaus […]

„Auf welche Art und durch welche Mittel sich auch immer eine Erkenntnis auf Gegenstände beziehen mag, so ist doch diejenige, wodurch sie sich auf dieselbe unmittelbar bezieht, und worauf alles Denken als Mittel abzweckt, die Anschauung. Diese findet aber nur statt, so fern uns der Gegenstand gegeben wird; dieses aber ist wiederum, uns Menschen wenigstens, nur […]

„I. Von dem Unterschiede der reinen und der empirischen Erkenntnis „Daß alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anfange, daran ist gar kein Zweifel; denn wodurch sollte das Erkenntnisvermögen sonst zur Ausübung erweckt werden, geschähe es nicht durch Gegenstände, die unsere Sinne rühren und teils von selbst Vorstellungen bewirken, teils unsere Verstandestätigkeit in Bewegung bringen, diese […]

“ …. Ganz anders muß es mit denen bewandt sein, die das Dasein der Erscheinungen a priori unter Regeln bringen sollen. Denn, da dieses sich nicht konstruieren läßt,  so werden sie nur auf das Verhältnis des Daseins gehen, und keine andere als bloß regulative Prinzipien abgeben können. … . In der Philosophie aber ist die […]

„Der Verstand mag ein Vermögen der Einheit der Erscheinungen vermittelst der Regeln sein, so ist die Vernunft das Vermögen der Einheit der Verstandesregeln unter Prinzipien. Sie geht also niemals zuerst auf Erfahrung, oder auf irgend einen Gegenstand, sondern auf den Verstand, um den mannigfaltigen Erkenntnissen desselben Einheit a priori durch Begriffe zu geben, welche Vernunfteinheit heißen mag, […]

Regulative Begriffe und regulative Prinzipien im Sinn von Immanuel Kant sind von überragender Bedeutung für die Psychiatrie und Medizin. ……………………………………………………….. regulative Begriffe Ein regulativer Begriff ist ein Begriff unter dem verschiedene Erscheinungen durch Bezug auf diese Idee aufgefasst werden. (vgl. mit Kant Zitat 7). Der Begriff für eine psychiatrische Diagnose ist z.B. ein regulativer Begriff. […]

In diesem Beitrag wird unter Bezugnahme auf das Gedankengut von Immanuel Kant diskutiert welche Konsequenzen sich für die medizinische Praxis und Lehre aus der Erkenntnisbasis ergeben. ………………………………………… Immanuel Kant schreibt: “Gehen wir aber von dieser Restriktion der Idee auf den bloß regulativen Gebrauch ab, so wird die Vernunft auf so mancherlei Weise irre geführt, ….  […]

In den Beiträgen Konsequenzen werden in Bezug auf die Philosophie von Immanuel Kant verschiedene Aspekte diskutiert wie sie sich aus der Erkenntnisbasis ergeben. ……………………………………………………………………………………………………………… Karl Jaspers schreibt: „Wissenschaft, wo sie echt ist, ist in ihren Aussagen allgemeingültig und zugleich kritisch, weil sie weiß, was sie weiß und was sie nicht weiß.“ (Ende des Zitats) (aus: […]

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