Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Verantwortung

Die Verantwortung ergibt sich aus der Position/Situation/der Aussage und/oder der Handlung.

Dabei gründet sich die Verantwortung der Person auf ihr Wissen und ihre Überlegung die zur Handlung führt.

Man kann daher auch sagen: die Verantwortung geht auf eine Entscheidung zurück, die die Konsequenzen mit sich gebracht hat.

Daher sagt man zutreffend, dass man die Verantwortung tragen muss.

Die Verantwortung beruht also auf einem Urteil das die Person im Vorfeld bewusst oder unbewusst getroffen hat.

Oder man kann in einem anderen Sinn und Zusammenhang auch sagen: die Verantwortung ist das zuständig sein das mit einer Pflicht verbunden ist.

Die Verantwortung ist das zuständig sein das einem übertragen worden ist, oder das man selbst übernommen hat.

Daher sagt man: ich habe die Verantwortung für mich selbst oder für Andere oder für Etwas übernommen.

Das Wort verantworten entstand im Mittelalter aus dem mittelhochdeutsch verantwürten mit der ursprünglichen Bedeutung als Angeklagter vor Gericht „Antwort geben“ und sich damit verteidigen. (-> vergleiche mit Wikipedia Beitrag).

Es ist in vielen Bereichen notwendig, dass jemand die Verantwortung übernimmt.

Etwa dass eine Person die Verantwortung für sich selbst übernimmt, weil niemand  anderer die Angelegenheiten für die Person regeln/entscheiden/erledigen kann.

So ist es etwa wichtig, dass eine Person für ihre Gesundheit sorgt der bzw. sie die Verantwortung für die Vorsorge der Gesundheitspflege übernimmt und dafür sorgt, dass sie gesund bleibt und alles hierfür notwendige unternimmt. Angefangen von der gesunden Ernährung, für die ausreichende und angemessene Bewegung, die Aktivität in vielerlei Hinsicht, die Pflege des Körpers und der Psyche usf.

Oder dass Jemand dafür verantwortlich ist die erforderlichen Kontrollen bei einem Flugzeug vor dem Start durchzuführen usf.

Die Verantwortung ist also mit einer Pflicht verbunden. (vergleiche mit -> Wiki Beitrag)

Die Verantwortung ergibt sich entweder aus der Einsicht, oder man kann auch sagen aus der richtigen Sichtweise, die man selbst als Wesen das zum Denken fähig ist gewonnen hat. Oder es ergibt sich die Verantwortung aus der Aufgabe bzw. aus dem Amt das einem übertragen worden ist.

Die Verantwortung ist mit Konsequenzen verbunden.

Es gibt den Terminus der „vollen Verantwortung“. Man erkennt jedoch, dass eine Person genau genommen nur für sich selbst die „volle Verantwortung“ trägt und tragen kann, weil niemand anderer die Konsequenzen trägt und tragen kann. Daher kann nur in einem eingeschränkten Sinn eine andere Person die „volle Verantwortung“ übernehmen und tragen, etwa Eltern für ihr Kind, oder ein Sachwalter, oder das Gericht für die besachwaltete Person. Es ist also diese „volle Verantwortung“ insofern beschränkt, weil die Person, die die „volle Verantwortung“ trägt nur die Rechtsfolgen zu tragen hat, jedoch nicht die sonstigen Konsequenzen, etwa nicht den gesundheitlichen Schaden oder sonst einen Schaden. Mit anderen Worten: die Person die die „volle Verantwortung“ trägt kann nur im Sinn eines Schadenersatzes haftbar gemacht werden.

In ähnlicher Weise ist auch die Verantwortung beschränkt, die ein Politiker, ein Arzt, ein Richter, ein Therapeut, ein Gutachter, ein Lehrer oder sonst jemand trägt. Tatsächlich kann eine andere Person nur beschränkt die Verantwortung tragen, eben weil die die Verantwortung tragende Person letztlich nicht alle Konsequenzen trägt, wenn etwas „schief“ läuft.

Genau genommen trägt in der Medizin, oder in der Psychiatrie ein Arzt nur die Verantwortung, dass er nach den Regeln der Kunst, also lege artis handelt. Oder ein Politiker trägt die Verantwortung verbunden mit der Konsequenz, dass er bei der nächsten Wahl unter Umständen nicht mehr gewählt wird. Oder ein Lehrer trägt die Verantwortung, dass er die Sorgfaltspflicht erfüllt, wie sie von einem Lehrer erwartet wird usw. Darüber hinaus liegt aber das Risiko für die Konsequenzen, die aus einer verantworteten Handlung resultieren immer bei der betroffenen Person. Die die Verantwortung tragende Person trägt also genau genommen immer nur eine beschränkte Verantwortung auch wenn man von der „vollen Verantwortung“ spricht.

Daher kann z.B. ein Arzt nicht wirklich die Verantwortung übernehmen, auch wenn ihm der Patient die Entscheidung überlässt, wenn dieser ihm eine Behandlungsmaßnahme vorgeschlagen hat, weil der Arzt von der Indikation, also von der Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Handlung überzeugt ist.

Die Verantwortung, die eine andere Person trägt ist also, je nach dem mehr oder weniger beschränkt und es sollte daher eine mündige Person für sich selbst entscheiden. Man kann und soll sich bei einer Entscheidungsfindung der Meinungen anderer Personen bedienen, man soll z.B. als Arzt die Leitlinien für eine Therapie kennen und diese in der Entscheidungsfindung berücksichtigen, aber man soll solche Empfehlungen von Drittpersonen, oder wie sie die Wissenschaft hervorgebracht hat, nicht überbewerten – eben, weil man letztlich die Konsequenzen, insbesondere als Betroffener selbst tragen muss und nicht die anderen Personen, die zu dieser oder jener Handlung geraten haben die Konsequenzen tragen.

Insbesondere in der Medizin (Chirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie, Inneren Medizin usf.) sollte man, wenn es um eine Indikation und eine Therapie mit weitreichenden Folgen geht – etwa um eine Operation, oder um eine Chemotherapie, oder um sonst eine Therapie, die mit weitreichenden Folgen verbunden ist – je nach Fall und Sachverhalt verschieden unter Umständen mehrere fachliche Meinungen einholen und sich die Sache gründlich überlegen, bevor man selbst entscheidet. Man sollte also mündig und aufgeklärt im Sinn der Aufklärung sein und man sollte die eigene Freiheit nützen.

Analoges wie für die Medizin gilt auch für die Psychiatrie und Psychotherapie und auch für viele andere Bereiche.

Man soll sich also des eigenen Hausverstandes bedienen. Man soll die Empfehlungen der Wissenschaft in der Entscheidungsfindung berücksichtigen. Man soll jedoch kein Argument überbewerten und letztlich alle relevanten Argumente auf der geistigen Waagschale prüfen (vgl. mit Kant Zitat 2) bevor man selbst entscheidet.

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(letzte Änderung 11.10.2020, abgelegt unter: Definition, Philosophie,  philosophische Begriffe, Urteil, Verantwortung)

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