Werturteil

Ein Werturteil ist ein Urteil das einer Person, einem Lebewesen, einer Sache, einem Sachverhalt einen gewissen Wert beimisst.

Ein Werturteil ist somit ein Urteil das von einem gewissen Wert bzw. von einer gewissen Wertvorstellung ausgeht, die bereits zuvor von der Gesellschaft oder vom Individuum festgelegt worden ist. So ist z.B. die Vorstellung, dass ein Mann und eine Frau in einer Gesellschaft und damit vor dem Gesetz denselben Wert und dieselben Rechte haben eine Wertvorstellung, die in der Gesellschaft verankert ist, falls diese Gesellschaft diese Wertvorstellung selbst hervorgebracht hat.

Man erkennt damit, dass diese Gesellschaft diese Wertvorstellung selbst entwickelt haben muss, damit in der Praxis die Wertvorstellung zur Umsetzung kommt und warum in den Gesellschaften in denen diese Werte und Wertvorstellungen nicht verankert sind dies in der Praxis weitgehend nicht geschieht auch wenn es in den Gesetzen des Landes geschrieben steht.

So wird etwa auch das Ausmaß der gelebten Toleranz von solchen Wertvorstellungen abhängig sein.

Man erkennt damit, dass etwa das Ausmaß der Toleranz vom Wert abhängt das man den verschiedenen Personen beimisst. Damit erkennt man, dass erst seit der Aufklärung – als grundsätzlich derselbe Wert allen Personen zugebilligt worden ist – die größtmögliche Toleranz in gewissen Gesellschaften praktiziert wird, eben, weil unabhängig vom gesellschaftlichen Stand der einzelnen Personen grundsätzlich allen dieselbe Rechtsposition zugebilligt wird.

In welcher Form in der Praxis die Toleranz zur Umsetzung kommt hängt somit wesentlich von den in der Gesellschaft verankerten Vorurteilen und anderen Faktoren, wie etwa der Korrektheit ab, und so erkennt man, dass die Praxis der Rechtssprechung je nach Land und Gesellschaft verschieden ist und vielfach von der Theorie abweicht, wenn die Gedanken und damit die Ideen der Aufklärung in einem Volk nicht- oder noch nicht im entsprechenden Ausmaß verankert sind.

Mit anderen Worten: es nützt z.B. einer benachteiligten Person wenig wenn in der Gesellschaft das geschriebene Gesetz nicht ident ist mit dem was im Volk als Wertvorstellung im Sinn eines Vorurteils vorherrschend ist, weil in diesem Fall das geschriebene Gesetz in der Rechtsprechung kaum oder nur selten in der Praxis zur Umsetzung kommt. Aus diesen Gründen kann man eine Demokratie und die Umsetzung der Werte nicht von einem Land in ein anderes „exportieren“, sondern es müssen sich im jeweiligen Land diese Werte und Wertvorstellungen in der Gesellschaft entwickeln und verbreiten bevor die „Früchte“ geerntet werden können.

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(letzte Änderung 03.04.2020, abgelegt unter: normal, philosophische Begriffe, Urteil)

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