Der Verstand ist das Vermögen den Zusammenhang zu verstehen.
Dabei kann dieses Vermögen den Zusammenhang zu verstehen, sich auf die Sinneswahrnehmung (optisches Sehen, Riechen, Schmecken, Tastsinn usw.) gründen, was in der Natur den höher entwickelten Tieren und dem Menschen möglich ist.
Oder es bezieht sich der Verstand auf das Vermögen den Zusammenhang von Begriffen zu erkennen und diesen durch das begriffliche Verständnis bzw. durch den Zusammenhang der Begriffe zu verstehen.
Dabei ist dieses begriffliche Verständnis nur einem Menschen möglich, der sich in einer menschlichen Gesellschaft entwickelt hat bzw. aufgewachsen ist und dadurch das Sprechen und das Denken in dieser menschlichen Sprache in Worten bzw. in Begriffen gelernt hat.
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Demgemäß kann man in Bezug auf den Verstand unter den Lebewesen einen tierischen Verstand von einem menschlichen Verstand unterscheiden.
Und man kann in der heutigen Zeit in der es technische Apparaturen gibt die Daten bzw. Informationen maschinell verarbeiten auch einen maschinellen Verstand von einem natürlichen Verstand unterscheiden, wie er den verständigen Lebewesen im Sinn des tierischen Verstandes und des menschlichen Verstandes zu eigen ist, unterscheiden.
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Weiteres zum menschlichen Verstand:
Der menschliche Verstand ist das Vermögen, über den tierischen Verstand hinaus durch das begriffliche Verständnis bzw. durch die Begriffe der Ideen Zusammenhänge zu erkennen und diese auf der Grundlage der (gesprochenen) menschlichen Sprache bzw. auf der Grundlage von Worten respektive auf der Grundlage von Begriffen zu begreifen.
Das heißt ein Teil des menschlichen Verstandes bzw. des menschlichen Verständnisses beruht auf Begriffen.
Dieses Vermögen ist dem Menschen als Teil des Verstehen zu eigen, weil er durch die Wahrnehmung einzelner Merkmale einer Idee die systematische Einheit der Idee erkennt bzw. diese potenziell erkennen kann, falls er diese Merkmale der Idee durch das Schema der Idee geistig auffasst bzw. durch den Begriff der Idee geistig erfasst. (vgl. mit Kant Zitat 7)
Durch diesen geistigen Vorgang kann ein verständiger/sachverständiger Mensch die Sache oder den Sachverhalt kraft seines (geistigen) Verstandes geistig begreifen und dadurch geistig verstehen.
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Der Mensch kann Zusammenhänge durch seinen Verstand geistig erkennen bzw. geistig begreifen:
Ein Mensch kann, falls er die oben genannte geistige Entwicklung durchlaufen hat, einen Zusammenhang in Bezug auf eine Sache geistig erfassen bzw. geistig begreifen.
Beziehungsweise er kann durch seinen Verstand – falls er dafür verständig ist – die Sache oder den Sachverhalt mit seinem persönlichen Geist begreifen – und so zum Beispiel durch den Begriff der Idee bzw. durch die systematische Einheit der Idee den geistigen Zusammenhang der Begriffe in der gegenständlichen Sache verstehen.
Deswegen kann man – als Mensch – kraft des eigenen geistigen Verstandes bzw. kraft des eigenen Denkapparats respektive kraft der eigenen geistigen Auffassung die Sache bzw. den Sachverhalt geistig rational begründet verstehen.
Wobei an dieser Stelle angemerkt werden muss, dass Menschen diverse Sachverhalte nicht rational begründet geistig auffassen und verstehen, sondern wie die Erfahrung vielfach lehrt, emotional begründet geistig auffassen.
Das bedeutet unter einem anderen Blickwinkel betrachtet, dass diese Menschen den gegenständlichen Sachverhalt nicht auf der Grundlage ihrer Ratio bzw. ihrer Vernunft geistig begreifen, sondern handelt es sich bei ihrem Verständnis bzw. bei ihrer Auffassung um ein Verständnis wie es bei, mehr oder weniger hoch entwickelten Tieren zu beobachten ist.
In einem derartigen Fall kann man also nicht von rationalem Verständnis sprechen bzw. handelt es sich dabei um ein menschliches Verständnis das irrational bzw. emotional begründet ist, wie dies bei den – mehr oder weniger verwandten Artgenossen – den mehr oder weniger hoch entwickelten Tieren – zu beobachten ist.
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Verstand – Verständnis – für den Zusammenhang:
Der Verstand liefert also das Verständnis für die Sache oder für den Sachverhalt bzw. für den Zusammenhang.
Unter einem anderen Gesichtspunkt betrachtet kann ich sagen, dass der Verstand durch den mentalen Prozess die Merkmale der Idee erfasst und kann die verständige Person dadurch den Sachverhalt oder die Sache geistig begreifen bzw. kann sie den jeweiligen Zusammenhang durch die Merkmale der Idee geistig erkennen.
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Der Verstand liefert die Vorstellung bzw. die Idee:
Durch den Verstand gelangt man zur Vorstellung bzw. zur Idee, wie die Sache zu verstehen ist, wie sie beschaffen ist usw.
Dabei muss ich unterscheiden, ob mir die Sache als Gegenstand schlechthin oder nur als Gegenstand in der Idee gegeben ist (vgl. mit Kant Zitat 7).
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Verstand als Vermögen der geistigen Funktion: um etwas zu erkennen/untersuchen/analysieren zu können etc.
Der Verstand ist ein Vermögen der geistigen Funktion um dadurch etwas zu erkennen/untersuchen/analysieren etc.
Somit beruht der Verstand auf dem Denkvermögen der Person.
Man kann also auch sagen, dass der Verstand der jeweiligen Person auf ihrer Auffassung bzw. auf ihrem Denken beruht.
Daher kann man kraft des Verstandes den Zusammenhang auf eine gewisse Art und Weise verstehen (vgl. mit Kant Zitat 12a).
Und in gewissen Fällen kann man ihn auf dieser Grundlage rational begründet erklären.
Zum Beispiel sagt man daher:
Durch den Verstand erkennen wir den Zusammenhang der Dinge oder der Erscheinungen (Phänomene) gemäß einer Regel (vgl. mit Kant Zitat 12a).
Oder man sagt: kraft des Verstandes und der Vernunft bzw. durch den richtigen Verstand und die vernünftige Überlegung erkennen wir den Zusammenhang eines Ganzen bzw. die besten beste Argumentation durch unser Denkvermögen.
Daher wird die plausibelste Argumentation das kritische Publikum überzeugen.
also durch den Verstand und durch die Vernunft bzw. auf Grundlage der Urteilskraft (der Person) erkannt.
Man kann auch sagen:
Durch das Denken erkennen wir den Zusammenhang der Dinge und / oder den der Erscheinungen (Phänomene) oder der Argumente durch den Verstand (vgl. mit Kant Zitat 12a) und falls unterschiedliche Argumentationen vorliegen durch die Vernunft die plausibelste und damit die treffendste Argumentation.
Der Verstand ist also die Fähigkeit durch das Denken und Überlegen den Zusammenhang geistig aufzufassen und zu erkennen (vgl. mit Kant Zitat 12a) und durch die Vernunft kann die erkennende bzw. die urteilende Person die bestmögliche Lösung / das bestmögliche Urteil / die bestmögliche Entscheidung / die bestmögliche Wahl finden bzw. treffen.
Es ermöglicht der Verstand also die angemessene Sichtweise.
Durch den Verstand und die vernünftige Überlegung können wir den Zusammenhang richtig erkennen und (geistig) begreifen (vgl. mit Kant Zitat 12a).
Dabei ist der Verstand eine Funktion bzw. eine Leistung der Psyche – oder man kann auch sagen eine Leistung Geistes der Person.
Aus der Umgangsprache ist der Begriff des Hausverstandes bekannt.
Dabei unterscheidet man den Begriff des Verstandes von dem der Vernunft.
Der Verstand der Person führt zu ihrem persönlichen Verständnis bzw. zu ihrer persönlichen Sichtweise und damit zu ihrer Meinung oder ihrem Glauben.
Der Verstand ist einer Person mehr oder weniger zu eigen. Durch die Übung und das Durchdenken der Beispiele kann allerdings das Urteilsvermögen und damit der Verstand in einem gewissen Umfang geschult und entwickelt werden (vgl. mit Kant Zitat 12).
Biologisch betrachtet ist der Verstand eine Leistung des Nervensystems in Verbindung mit den Sinnesorganen, insofern durch die sinnliche Wahrnehmung und durch das Denken bzw. auch durch die Inhalte, wie sie aus dem Gedächtnis hervorgeholt werden neuronale Muster entstehen. Man kann auch sagen: es kommt hier infolge der neuronalen Funktion zur Analyse (vgl. mit Pawlow Zitat) und Synthese von Inhalten und letztlich durch den mentalen Prozess zum Ergebnis, nämlich zu gewissen neuronalen Mustern, die auf der Ebene der Psyche dem Verständnis entsprechen.
Diskussion der Verwendung des Verstandes in verschiedenen Bereichen:
In der Medizin versteht man auf der Grundlage des Verstandes den Zusammenhang der Dinge und man gelangt damit z.B. ausgehend von spezifischen Zeichen bei einer gesundheitlichen Störung zu einer medizinischen Diagnose.
In der Psychiatrie versteht man auf der Grundlage des Verstandes den Zusammenhang der krankheitswertigen psychischen Erscheinungen und man gelangt damit z.B. zu einem psychopathologischen Phänomene bzw. zu sonst einem psychischen Phänomen oder zu einem psychischen Symptom, und in weiterer Folge gelangt man unter Umständen auf der Grundlage von charakteristischen Symptome und Phänomene zu einem ganzen Symptomenkomplex, einer psychischen Störung und damit zur psychiatrischen Diagnose.
In der Psychotherapie versteht man auf der Grundlage des Verstandes durch eine Theorie den Zusammenhang von psychischen Phänomenen in einem konkreten Fall – und kann man dadurch den Zusammenhang der psychischen Phänomene verstehen und erklären.
In der Psychologie kann man – analog wie bezüglich der Psychiatrie aufgezeigt – durch den Verstand den Zusammenhang der verschiedenen psychischen Phänomene im Rahmen des normalen Erlebens verstehen und erklären.
Im Gegensatz zum Verstand „ist die Vernunft das Vermögen der Einheit der Verstandesregeln unter Prinzipien.“ (vgl. mit Kant Zitat 25)
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(letzte Änderung 25.07.2025, abgelegt unter denken, Medizinische Diagnostik, philosophische Begriffe, Philosophie, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie, Vernunft, Verstehen)
zuvor pos. 1 am 24.01.2025
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