Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Schwellenwert

Ein Schwellenwert ist ein kritischer Wert, der, falls er in Folge einer Ursache erreicht wird ein besonderes Ereignis/eine bestimmte Wirkung zur Folge hat.

Meist handelt es sich um eine komplexe Ursache die das Ereignis/die Wirkung zur Folge hat.

Es gibt in vielen Bereichen Schwellenwerte bzw. kritische Werte, die, wenn sie erreicht werden besondere Ereignisse bzw. besondere Phänomene zur Folge haben.

Man findet solche Phänomene in der unbelebten und in der belebten Natur.

Zum Beispiel der Abgang einer Dachlawine, oder der Abgang einer Lawine im Gebirge, oder der Abgang einer Muhre, oder eine Überschwemmung wenn das Flussufer überschritten wird, sind solche Phänomene, die bei Erreichen eines Schwellenwertes bzw. eines kritischen Wertes der im Fall des Ufers ein Grenzwert ist, auftreten.

In der belebten Natur kennt man das Auftreten des Hungergefühls, das Auftreten des Durstgefühls, das Gefühl der sexuellen Erregung, der Wut, der Angst, usf., wenn eine gewisse Erregungsschwelle erreicht ist und sich ein solches Phänomen manifestiert.

Ein Schwellenwert bzw. ein kritischer Wert kann in einer einzelnen Zelle oder in einem Organismus durch die einlangenden Reize auftreten und z.B. dann zur Histaminausschüttung führen. Oder es können die sich addierenden und hemmenden Impulse an einer Nervenzelle sich zu einem kritischen Wert aufsummieren, der zur Folge hat, dass diese Nervenzelle ihrerseits eine Schwelle erreicht und ein Aktionspotential an andere Nervenzellen weiterleitet. Auf diese Art und Weise kann man sich vorstellen wie z.B. die Schwelle des Durstgefühls erreicht wird, oder die individuelle Angstschwelle gemäß der momentanen Verfassung erreicht wird usf.

Oder es kann der Grenzwert bzw. der Schwellenwert in einer Gruppe von Individuen erreicht werden, etwa in einem Vogelschwarm wenn diese plötzlich auffliegen, oder wenn sie im Herbst nach Süden fliegen, wie dies bei den Zugvögeln bekannt ist. Oder es kann auf diese Art und Weise in einem Kino im Brandfall die Aufregung im Publikum zu einer Panikreaktion führen.

Immer handelt es sich um Phänomene, die durch das Aufsummieren von gewissen Reizen zustandekommen und beim Erreichen einer kritischen Schwelle das Ereignis bzw. das Phänomen zur Folge haben.

In gleicher Weise wie man im Rahmen des Gesunden solche Schwellenwerte kennt gibt es auch im Bereich der gesundheitlichen Störungen Schwellenwerte und Grenzwerte, die, wenn sie erreicht werden eine Art der gesundheitlichen Störung zur Folge haben bzw. ein Symptom oder ein medizinisches Phänomen in Erscheinung tritt.

Man kennt in der Medizin z.B. die Neigung eine Migräne zu entwickeln wenn bei der betroffenen Person eine gewisse Schwelle bzw. ein gewisser Schwellenwert an sich aufaddierenden Reizen den Migräneanfall bewirkt. Es ist dies also ein Phänomen das einerseits von einer gewissen Störanfälligkeit abhängig ist und andererseits von der Erreichung einer individuellen Reizschwelle, bei der die Störung auftritt. Andere Störungen dieser oder ähnlicher Art gibt es bei einem epileptischen Krampfanfall, oder bei der Angina pectoris Attacke, oder beim Asthmaanfall. Oder es tritt infolge der Erreichung eines individuellen Schwellenwertes ein Hautausschlag, oder eine Form der Vegetativen Dystonie , z.B. das Erbrechen, eine Schwindelattacke, ein Schweißausbruch usf. auf, der als Folge des Erreichens bzw. des Überschreitens eines nicht näher bekannten Schwellenwertes bzw. eines individuellen Grenzwertes in Erscheinung tritt.

Auch in der Psychiatrie kennt man Phänomene, die beim Erreichen oder Überschreiten einer nicht näher bekannten Schwelle auftreten. Es kann zum Beispiel zum Auftreten eines Delirs kommen, oder es kann eine Psychose vom Typ einer Schizophrenie, oder eine Psychose vom Typ einer Manie auftreten. Oder es kann eine Depression, oder eine  sonstige psychische Störung auftreten wenn ein gewisser kritischer Wert erreicht bzw. überschritten worden ist.

In gleicher Weise kennt man auch in der Psychologie natürliche Phänomene, die bei Erreichen einer gewissen Grenze bzw. Schwelle auftreten, so wie sie zum Teil zuvor schon genannt worden sind, etwa eine Angst, die Lust, die Freude usf.

In therapeutischer Hinsicht kennt man die medikamentösen Möglichkeiten um dem Erreichen dieser kritischen Schwelle entgegenzuwirken. Man hat in dieser Hinsicht die Antiepileptika, die Neuroleptika, die Antidepressiva und die Antihistaminika, Cortison und und andere Substanzen entdeckt, die geeignet sind solchen Reaktionen entgegenzuwirken und die ein System in gewisser Hinsicht stabilisieren können damit die gesundheitliche Störung bzw. das Symptom oder das Phänomen nicht auftritt. Aus der allgemeinen Erfahrung und aus der Psychotherapie ist bekannt, dass schon das Zuhören hilfreich sein kann, damit eine Person, die aufgeregt ist sich wieder beruhigt, und kann dies hilfreich sein dass eine kritische Schwelle der emotinalen Erregung nicht überschritten wird.

Schließlich sei auch noch darauf hingewiesen, dass man auch in anderen Bereichen Schwellenwerte und Schwellenwert – Phänomene kennt, etwa in der Ökonomie, im Finanzwesen, wo es zum Zusammenbruch einer Währung kommen kann wenn gewisse kritische Grenzen überschritten werden.

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(letzte Änderung 24.02.2020, abgelegt unter Ursache, Medizin, Psychiatrie, Definition)

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