Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Pawlow Zitat

Nachfolgend ein Zitat aus einem Werk von Iwan Petrowitsch Pawlow:

„… Es ist ganz offensichtlich, daß das Nervensystem des Tieres eine Ansammlung von Analysatoren darstellt, die die Natur in einzelne Elemente zerlegen. Wir kennen physikalische Analysatoren, z.B. das Prisma, das weißes Licht in einzelne Farben zerlegt. Durch die Resonatoren werden komplizierte Laute in einzelne Elemente zerlegt. Das Nervensystem stellt eine ganze Ansammlung solcher Analysatoren dar. Nehmen sie die Retina, sie wählt aus der Natur die Lichtschwingungen aus. Nehmen sie den akustischen Teil des Ohres, er wählt die Luftschwingungen aus usw. Jeder dieser Analysatoren setzt seinerseits dieses Teilen ohne Ende in einzelne Elemente auf seinem Gebiet fort. Wir teilen mit unseren akustischen Analysatoren die Töne nach der Wellenlänge, nach der Amplitude, nach der Form. Auf diese Weise ist die zweite Funktion des Nervensystems die Analyse der Umwelt, die Zergliederung der verschiedenen komplizierten Verhältnisse der Welt in ihre Einzelbestandteile.  Diese Analyse wird auch von den niederen Teilen des Zentralnervensystems durchgeführt. ….

In den höchsten Teilen des Nervensystems, in den Gehirnhemisphären, findet vorzugsweise die feinste Analyse statt, die sowohl das Tier also auch den Mensch erreichen kann. …“

aus:

Iwan Petrowitsch Pawlow, Ausgewählte Werke, Seite 299-300, Akademie Verlag, Berlin, 1955

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Anmerkung zum Zitat: Das Nervensystem ist neben der Analyse auch zur Synthese fähig, insofern die Impulse (Aktionspotentiale), wie sie von den einzelnen Nervenzellen und so auch von den Sinneszellen und den diversen Endorganen (etwa den Druck-Rezeptoren, den Schmerz-Rezeptoren usf.) gebildet werden, im Nervensystem durch die neuronale Funktion zu neuronalen Mustern und damit zu mehr oder weniger scharf abgegrenzten Funktionseinheiten integriert werden.

Auf diese Art und Weise entstehen die verschiedensten Informationen zum Beispiel Empfindungen, etwa die Sinneswahrnehmungen: Sehen, Hören, Fühlen, so auch der Tastsinn, der Geschmackssinn bis hin zu den Gedanken, die wir im Denken und damit im Bewusstsein erleben.

Es gründet sich letztlich also auch der Verstand und die Vernunft auf die neuronale Funktion bzw. sind diese Leistungen das Ergebnis der mentalen Prozesse bzw. der Analyse und Synthese.

Zum großen Teil bleiben diese Informationen jedoch unbewusst bzw. gelangen sie nicht bis auf die Ebene des bewussten Erlebens und man hat daher den Begriff des Unbewussten kreiert.

Zweifelsohne beeinflussen all diese Informationen, unabhängig davon, ob wir uns ihrer bewusst sind oder nicht unser Leben, sowohl im Wachbewusstsein wie auch im Schlaf.

Anmerkung: Und man sollte als Mensch nicht zu überheblich sein und außer acht lassen, dass auch Tiere, je nach Art und Gattung verschieden, bis zu einem gewissen Grad zu Vorstellungen und Schlussfolgerungen fähig sind.

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(letzte Änderung 12.12.2019, abgelegt unter Zitate, Nervensystem,)

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