Wissenschaftsglaube

Der Wissenschaftsglaube ist der Glaube an die Wissenschaft.

Dabei kann der Wissenschaftsglaube ein gerechtfertigter Glaube an die Wissenschaft sein oder es ist dieser Glaube nicht gerechtfertigt.

Man kann daher von einem kritischen Glauben an die Wissenschaft sprechen, der die Grenzen des wissenschaftlich Möglichen und Machbaren bedenkt und berücksichtigt.

Und andererseits kann man von einem nicht gerechtfertigten somit von einem blinden Wissenschaftsglauben sprechen, wenn damit Hoffnungen verbunden werden, die nicht der Realität bzw. die nicht den realen Möglichkeiten entsprechen.

In diesem Fall kann man von einem unkritischen Glauben an die Wissenschaft sprechen, weil er vieles propagiert was letztlich nicht zum Nutzen für die menschliche Gesellschaft ist sondern zu ihrem Schaden.

Ein anderer Ausdruck dafür ist Dummheit – die im Namen der Wissenschaft auftritt und sich demgemäß zum Nachteil bzw. zum Schaden für die menschliche Gesellschaft auswirkt.

Vielfach werden Dinge also propagiert die nicht zweckmäßig – auch nicht wirklich erprobt und bewährt sind – die jedoch den Nimbus der Wissenschaft haben – letztlich sich jedoch nicht in der Wirklichkeit im praktischen Leben bewährt haben.

Es fehlt dieser wissenschaftlichen Ansage die Erprobung im Leben.

Dieser blinde Glaube an die Wissenschaft ist in unserer sogenannten zivilisierten westlichen Welt – und zunehmend auch in der zivilisierten und modernen östlichen Welt – vor allem in de großen Städten – mehr und mehr verbreitet – zum Schaden der Gesellschaften verbreitet.

Viele Leute glauben in unserer Gesellschaft, in unserer Zeit – also in der Zeit nach der Aufklärung – nicht mehr an transzendentale jenseitige Kräfte, sondern nur noch an das menschlich Machbare – an das künstliche was der Mensch selbst machen kann bei gleichzeitiger Geringschätzung des natürlichen – das was die Natur hervorgebracht hat.

Das heißt die Möglichkeiten des menschlich Machbaren werden überschätzt.

Zweifelsohne ist es erstaunlich was die Technik zum Teil hervorbringt und wie es zum Teil von der Wissenschaft in der Forschung erkannt um mit technischen Möglichkeiten realisiert worden ist.

Damit jedoch grenzenlose Hoffnungen und Erwartungen zu verbinden, übersieht die natürlichen Grenzen die dem Menschen als Lebewesen gesteckt sind.

Mit anderen Worten diese Hoffnungen und Erwartungen sind nicht wirklich gründlich bedacht.

Und vielfach ist der einzelnen Mensch der Propaganda der Werbung dem Marketing auf den Leim gegangen damit in der Industrie die Sache Geld bringend umgesetzt wird.

Man kann also sagen dass vielfach ein unangebrachter Machbarkeitsglaube auf Grundlage eines technokratischen Denkens die westlichen Gesellschaften die westlich denkenden Gesellschaften dominiert.

Es leben in dem Sinn viele Leute in der Vorstellung, dass die Technik und die Wissenschaft gewisse Fragen alsbald beantwortet und gewisse Probleme gelöst haben wird.

In diesem Sinn werden unsinnige Erwartungen und Hoffnungen in die Technik und in die Wissenschaft bzw. in den Wissenschaftsbetrieb und damit in die Forscher und Wissenschaftler projiziert; und es finden und erleben sich diese daher nicht selten in einem Status wie die Priester und Verkünder des Heils.

Wie man leicht einsehen kann geraten Ärzte, teils bewusst und teils unbewusst in diesen Status, weil insbesondere in Bezug auf die universitäre Medizin solche Hoffnungen und Erwartungen gehegt werden und diese auf die Heilkunde und ihre Disziplinen (Chirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie, Innere Medizin, Gynäkologie, Neurologie, Psychiatrie usf.) projiziert werden.

Es sind also viele Leute in unserer Gesellschaft  von der Wissenschaft und ihrem Fortschritt übermäßig fasziniert und es entsteht auf dieser Grundlage ein übertriebener Machbarkeitsglaube.

Dabei handelt es sich aber um einen persönlichen Glauben und ein persönliches Meinen von geringer Fundierung, weil eine wirklich aufgeklärte Person sehr wohl kritisch ist, und erst nach reiflicher Überlegung und erst nach fundierter Prüfung an derartige Dinge glaubt.

Es wird daher eine besonnene Person sich erst nach vernünftiger Überlegung und Prüfung einer gewissen Sichtweise anschließen und eventuell einer propagierten Empfehlung folgen.

Mit anderen Worten: eine Person die sich des Verstandes und der Vernunft bedient wird nicht vorschnell eine Sichtweise übernehmen und eine Empfehlung annehmen, die einer gründlichen Prüfung nicht standhält.

Es wird also eine kritische Person sich des guten alten Hausverstandes bedienen bevor sie sich zu einer Sache entschließt, die mit weitreichenden Konsequenzen verbunden ist.

In diesem Sinn wird etwa eine Person die wegen einer gesundheitliche Störung (Krankheit) mit einer gewissen Fragestellung konfrontiert ist sich gründlich beraten lassen und selbst Überlegungen anstellen bevor sie sich etwa für eine fragwürdige Indikation entschließt.

In diesem Sinn sollte man nicht nur in der Medizin, in der Psychiatrie (Psychologie und Psychotherapie), sondern auch in anderen Bereichen die Dinge und Sachverhalte gründlich bedenken, überlegen und prüfen was mit welchen Möglichkeiten und mit welchen Risiken, also mit welchen Konsequenzen verbunden ist und soll man nicht blind einem Wissenschaftsglauben bzw. blind einem Machbarkeitsglauben anhängen, weil dies unkritisch oder gar als Dummheit zu bezeichnen ist.

.

(letzte Änderung 20.05.2025 abgelegt unter Wissenschaft, Glaube, Heilkunde, Medizin, Psychiatrie, Definition)

zuvor pos. 1 am 27.03.2024 davor 28.09.2020

………………………………………………

weiter zum Beitragtechnokratisches Denken

…………………………………………………..

weiter zum Beitrag: Verstehen

……………………………………………….

weiter zum Beitrag: Vernunft

……………………………………………

weiter zum Beitrag: Erkennen

………………………………………….

weiter zum Beitrag: Wissen

………………………………………………..

weiter zum Beitrag: Wissenschaft

………………………………………………..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert