Prinzip

Ein Prinzip ist das Erste aus dem sich das Weitere ergibt.

von lateinisch: princeps – „der zuerst Nehmende“.

(Nach der erfolgreichen Schlacht nimmt der Prinzceps als Erster von der Beute).

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Bei den Prinzipien unterscheidet Immanuel Kant regulative Prinzipien von anderen Prinzipien. (vgl. mit Kant Zitat 26)

Dabei regelt ein regulatives Prinzip einen oder mehrere Zusammenhänge auf der „Ebene der Ideen“, hingegen regelt ein anderes Prinzip einen Zusammenhang einen oder mehrere Zusammenhänge auf der „Ebene der Objekte“.

Dabei stammt der Begriff Princeps aus dem Lateinischen. Der Prinzips ist nämlich, z. B. von der Beute der zuerst Nehmende.

Vergleiche mit Princeps (primus + caps (von capere), ursprünglich mit der Bedeutung: der bei der Beuteverteilung (zuerst nehmend), der Erste (vgl. mit der deutschen WikiDefinition und mit der englischen WikiDefinition)

In Bezug auf die tatsächliche Macht des Prinzeps bzw. in Bezug auf das Recht von der Beute der zuerst Nehmende zu sein, handelt es sich hier um ein Prinzip das einen Zusammenhang auf der „Ebene der Objekte“ gemäß diesem tatsächlichen Recht regelt. Es geht hier also um ein Recht das sich auf Tatsachen bezieht das durch dieses Recht geregelt wird.

Hingegen handelt es sich bei einem Prinzip das auf der „Ebene der Ideen“ einen Zusammenhang regelt um Etwas das … das Dasein der Erscheinungen a priori unter Regel bringen soll. (vgl. mit Kant Zitat 26)

Es gilt hier:

„… . In der Philosophie aber ist die Analogie nicht die Gleichheit zweener quantitativen, sondern qualitativen Verhältnisse, wo ich aus drei gegebenen Gliedern nur das Verhältnis zu einem vierten, nicht aber dieses vierte Glied selbst erkennen, und a priori geben kann, wohl aber eine Regel habe, es in der Erfahrung zu suchen, und ein Merkmal, es in derselben aufzufinden. Eine Analogie der Erfahrung wird also nur eine Regel sein, nach welcher aus Wahrnehmungen Einheit der Erfahrung (nicht die Wahrnehmung selbst, als empirische Anschauung überhaupt) entspringen soll, und als Grundsatz von den Gegenständen (der Erscheinungen), der Wahrnehmung (der Materie derselben), und der Erfahrung (des Verhältnisses dieser Wahrnehmungen) zusammen betreffen, gelten, nämlich daß sie nur regulative Grundsätze sind, und sich von den mathematischen, die konstitutiv sind, zwar nicht in der Gewißheit, welche in beiden a priori feststehet, aber doch in der Art der Evidenz, d. i. dem Intuitiven derselben (mithin auch der Demonstration), unterscheiden.

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Ebenso kann man sagen, dass das Prinzip der Ursprung oder die Ursache des Weiteren ist.

lateinisch principium = das Erste, der Anfang, der Ursprung

 

Gemäß dem oben aufgezeigten Sinn kann man auch  sagen, dass das Prinzip die systematische Einheit der Idee ist, aus der sich das Weitere ergibt (vgl. mit Kant Zitat 7).

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Prinzip – in Bezug auf das menschliche Denken:

In Bezug auf das menschliche Denken kann man sagen, dass menschliches Denken auf Prinzipien aufgebaut ist.

Menschliches Denken ist nämlich auf den Worten einer menschlichen Sprache aufgebaut.

Auf der Grundlage der Worte der menschlichen Sprache können die Menschen, die diese Sprache sprechen bzw. die Menschen die in dieser Sprache denken gelernt haben denken und miteinander in dieser Sprache sprachlich – und auch schriftlich – oder in anderer Form – etwa durch Gesten die eine gewisse Bedeutung haben – oder in sonstiger Form – (in Zahlen/Zeichen/Symbolen usw.) kommunzieren.

Man erkennt damit dass das menschliche Denken von Worten bzw. von den Begriffen einer Sprache seinen Ausgang nimmt und so gesehen die „ersten“ Worte der Sprache die Prinzipien der Sprache bilden.

Ohne Worte: kein Denken, kein Sprechen – keine Kommunikation.

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Ein Prinzip – eine erste Idee aus der weitere Ideen entstehen:

Ein Prinzip kann eine erste Idee sein aus der weitere Ideen entstehen.

Dies ist zum Beispiel bei einer Theorie der Fall, die die Grundlage für weitere gleichartige Ideen ist.

Als praktisches Beispiel dazu kann die Idee bzw. das Konzept des französischen Arztes Philippe Pinel genannt werden, aus dessen nachfolgend aufgeführter Idee die Theorie der Psychiatrie als empirische Wissenschaft zur systematischen Erforschung und zum systematischen Studium der psychischen Störungen entstanden ist (vgl. mit Pinel Zitat 2).

In diesem Sinn ist im Fall des „Pinel Zitat 2″ – das (systematische) empirische Studium der psychischen Störungen aus dem (systematischen bzw. aus dem systematisch geschulten) Beobachtungsgeist,  der aphoristischen Sprache, nämlich aus den psychopathologischen Phänomenen, wie die in der Psychiatrie auf Grundlage der Psychopathologie, als empirische Teilwissenschaft der Psychiatrie, entstanden ist.

Die Psychopathologie als empirische Teilwissenschaft der Psychiatrie hat nämlich dazu geführt, dass die typischen psychopathologischen  Phänomene der typischen psychischen Störungen, durch das systematische Studium – der psychischen Symptomenkomplexe erkannt worden sind.

Beziehungsweise entstand dadurch die (systematische) Methode der Classification der psychischen Störungen.

Auf dieser Grundlage ist also aus einer ersten bzw. aus einer prinzipiellen Idee die (wissenschaftliche) Methode der Classification der psychischen Störungen – nach dem Muster der Naturgeschichte – zum Wegweiser dieser Arzneywissenschaft geworden  (vgl. mit Pinel Zitat 2).

Beziehungsweise konnten auf dieser Grundlage in Folge die unterschiedlichen psychischen Symptomenkomplexe der verschiedenen psychischen Störungen auf dieser Grundlage in der psychiatrischen Praxis systematisch diagnostiziert bzw. systematisch klassifiziert werden.

Beziehungsweise konnten in Folge die im Fach Psychiatrie ausgebildeten Ärzte – auf der Grundlage ihres fachlichen Beobachtungsgeistes die unterschiedlichen psychopathologischen Phänomene und die unterschiedlichen psychischen Symptomenkomplexe – der psychischen Störungen – auf dieser empirischen Grundlage in weiterer Folge in der Psychiatrie als empirische Wissenschaft einerseits in der psychiatrischen Praxis systematisch diagnostizieren bzw. systematisch klassifizieren.

Respektive ist auf dieser Grundlage die Phänomenologie der psychischen Störungen im Lauf der Zeit entstanden.

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Unter einem anderen Blickwinkel betrachtet kann man sagen, dass die Psychopathologie die Basiswissenschaft der Psychiatrie – als empirische Wissenschaft – ist, um auf dieser Grundlage die psychischen Störungen – nach einem System geordnet also systematisch geordnet zu diagnostizieren und systematisch geordnet zu klassifizieren.

Beziehungsweise konnte auf dieser Grundlage die psychiatrische Wissenschaft sich entwickeln.

Und man kann daher – unter weiteren Blickwinkeln betrachtet auch sagen, dass die psychiatrische Diagnostik, die psychiatrische Klassifikation und die psychiatrische Systematik auf dieser Grundlage entstanden sind.

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Und so gesehen war die ursprüngliche Idee bzw. die prinzipielle Idee des Arztes Philippe Pinel die Idee die das Prinzip der Psychiatrie als empirische Wissenschaft begründet hat.

Damit in Folge – in der Psychiatrie klinisch geschulte bzw. theoretisch und klinisch ausgebildete Fachleute – in diesem Bereich der Heilkunde die krankheitswertigen Störungen der Psyche – nach einem System geordnet in der praktischen Psychiatrie bzw. in der klinischen Psychiatrie und ebenso in psychiatrischen Wissenschaft systematisch diagnostizieren, klassifizieren und auf wissenschaftlich fundierter Grundlage therapieren können.

Analog zum Beispiel der Psychiatrie sind auch andere Bereiche der Heilkunde – und überhaupt andere Bereiche des menschlichen Wissens auf Prinzipien aufgebaut.

Man denke an die Grundlage der verschiedenen Religionen – bzw. denke man an die Grundlage der unterschiedlichen Theologien.

Oder man denke an die Grundlagen der Geschichtswissenschaft – etwa im Hinblick auf die Anthropologie – wie diese aus den Befunden der Knochen und aus sonstigen Befunden, die man vor allem zuerst in Afrika gefunden hat, abgeleitet worden sind.

Oder man denke an den Grenzbereich der Physik bzw. an die Quatenphysik – wo Sachverhalte durch die Theorien erklärt werden, die im konkreten Fall nicht mehr durch ein einzelnes Experiment sachlich experimentell überprüft werden können.

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Natur-natürliches Prinzip – versus – künstliches Prinzip – vom Mensch festgelegtes bzw. definiertes Prinzip:

In der Natur hat das natürliche Prinzip seine Gültigkeit.

Im Gegensatz hat mach ein Mensch, der in einer menschlichen Kulturen bzw. der in einer menschlichen Gesellschaft aufgewachsen ist, ein künstliches Prinzip geschaffen bzw. ein solches definiert.

Und weil sich aus der jeweiligen Definition des künstlichen Prinzips das jeweils das Weitere ergibt ensteht dadurch eine gewisse künstliche Ordnung.

Bei einer derart künstlichen Ordnung handelt es sich also um eine durch menschliche Konvention zustande gekommene Ordnung die in einer gewissen Gesellschaft ihren Geltungsbereich bzw. ihre Gültigkeit hat.

Im Gegensatz dazu hat die natürliche Ordnung prinzipiell ihre Gültigkeit.

Das heißt sie gilt für alle Lebewesen.

Seien dies Einzeller oder Vielzeller.

Seien diese Pflanzen, Tiere oder Menschen.

Für alle Lebewesen wird die natürliche Ordnung auch in ferner Zukunft gültig sein.

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Über den Nutzen der Prinzipien – erläutert anhand von Beispielen:

Beispiel A:

In der Verwaltung kann man – zum Beispiel bezüglich der Schaffung einer gewissen Ordnung in einer Bibliothek – die die unterschiedlichen Objekte des Archivs gemäß den unterschiedlichen Einheiten – die hier als unterschiedliche faktische Einheiten oder als unterschiedliche systematische Einheiten gegliedert sind – gemäß einer gewissen Ordnung bzw. gemäß einem bestimmten Prinzip archivieren.

Beispiel B:

In der Natur findet man, dass die unterschiedlichen natürlich vorkommenden Stoffe gemäß dem Periodensystem der unterschiedlichen Atome der Chemie nach einer bestimmten natürlichen Ordnung aufgebaut sind, die ihrerseits auf einem natürlichen Prinzip beruht.

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Der Begriff Prinzip – ein nützliches Konzept:

Der Begriff Prinzip ist ein nützliches Konzept, weil man dadurch diverse Sachverhalte sinnvoll verstehen und erklären kann.

Unter einem anderen Blickwinkel betrachtet kann man sagen, dass man mit Hilfe des Begriffs Prinzip diverse Sachverhalte dem Sinn nach rational begründet verstehen und erklären kann.

Eben, weil dieser Begriff sinnvoll und dadurch nützlich ist.

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(letzte Änderung 29.06.2025.2025, abgelegt unter: Abstraktion, Biologie, Begriff, Definition, Philosophie, philosophische Begriffe, Prinzip)

 

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