Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Objektivierung – ist unabhängig von einer Theorie

Die Objektivierung der Erkenntnis ist unabhängig von einer Theorie.

Falls eine Erkenntnis auf der Grundlage einer Theorie gewonnen wird, ist die Objektivierung nicht möglich.

Dies ist der Grund warum eine Erkenntnis z.B. in der Psychiatrie, in der Psychologie oder in der Psychotherapie nicht objektiviert werden kann.

Wann immer eine Erkenntnis von einem Konzept bzw. von einer nicht beweisbaren Theorie, sprich von einer nicht beweisbaren Idee abhängt, dann ist die Erkenntnis nicht allgemein gültig beweisbar bzw. nicht objektivierbar. In einem solchen Fall gibt es keinen allgemein gültigen Beweis.

Dies kann durch die Anwendung der Philosophie von Immanuel Kant aufgezeigt werden – weiteres dazu in diesem Beitrag.

Zum Versuch der Objektivierung in der Psychiatrie:

In der Psychiatrie ist die Objektivierung einer psychiatrischen Diagnose grundsätzlich nicht möglich, weil sich eine solche Diagnose auf eine bloße Idee gründet. Es ist nämlich eine psychiatrische Idee – so wie eine psychologische Idee – eine bloße Idee im Sinne von Immanuel Kant.

Daher sind die psychiatrischen Konzepte grundsätzlich nicht beweisbar. Mit anderen Worten: eine Objektivierung der psychiatrischen Erkenntnisse ist grundsätzlich nicht möglich. (Weiteres dazu auf Poster 6: Diagnosis in Psychiatry – the Role of Biological Markers – an investigation in the light of Immanuel Kant`s philosophy)

Deswegen können in der Psychiatrie die biologischen Theorien (und in der Psychologie die psychologischen Theorien) nicht bewiesen und damit nicht allgemein gültig überprüft werden, das heißt diese Konzepte können nicht objektiv und daher nicht allgemein gültig überprüft werden.

Zur Objektivierung in der Medizin:

In der Medizin ist ein Teil der Erkenntnisse und daher ein Teil der medizinischen Diagnosen auf der Grundlage von objektiven Befunden beweisbar, und es ist daher in diesen Fällen eine Objektivierung der Erkenntnis etwa der Verdachtsdiagnose oder einer in Frage kommenden Differenzialdiagnose möglich.

Die Erkenntnisse in der Medizin, die auf der Grundlage von medizinischen Konzepten erlangt werden z.B. die Diagnosen: Migräne, Spannungskopfschmerz, Fibromyalgie usf., oder die Erkenntnisse, die auf der Grundlage von sonstigen nicht beweisbaren  Theorien erlangt werden, können nicht objektiviert werden.

Dies ist der Grund warum die psychiatrische Wissenschaft mit einem grundsätzlich anderen Sachverhalt konfrontiert ist als die medizinische Wissenschaft, wo diese ihre Studien auf der Grundlage von objektiven Befunden durchführen kann.

Dies ist auch der Grund warum das Wissen, wie es in der psychiatrischen Wissenschaft erlangt wird von geringerem Erkenntniswert ist, als das Wissen das in der medizinischen Wissenschaft auf der Grundlage von objektiven Daten (objektiven Befunden) erlangt wird. (Weiteres dazu auf Poster 3: PROBABILITY IN MEDICINE AND IN PSYCHIATRY – IN THE LIGHT OF IMMANUEL KANT`S PHILOSOPHY)

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Weiteres zur Thematik Objektivierung in der Heilkunde in meinem Buch:

Diagnostik, Klassifikation und Systematik in Psychiatrie und Medizin

erschienen im April 2019 im Verlag tredition

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(letzte Änderung 23.11.2019, abgelegt unter: Objektivierung, Theorie)

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