Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

multifaktorielle Ursache

Eine multifaktorielle Ursache ist eine Ursache die durch mehrere bis viele  Faktoren entsteht.

Man kann daher auch sagen, dass bei einer multifaktoriellen Ursache das Zusammenwirken von mehreren bis vielen Faktoren die Wirkung hervorruft.

Daher kann man auch sagen, dass eine multifaktorielle Ursache eine komplexe Ursache ist.

Bei vielen gesundheitlichen Störungen ist die Ursache ein multifaktorielle Ursache.

So zum Beispiel beim Kopfschmerz vom Typ der Migräne oder auch beim Spannungskopfschmerz.

Auch bei der essenziellen Hypertonie bewirkt das Zusammentreffen von mehreren bis vielen Faktoren das Auftreten des klinischen Erscheinungsbildes dieser gesundheitlichen Störung.

In gleicher Weise ist in der Regel auch die klinische Erscheinung einer Polyneuropathie die Folge einer multifaktoriellen Ursache – ebenso die einer Multiplen Sklerose.

In diesem Sinn bewirken multiple (= viele) Faktoren das Auftreten der Störung und kann daher die Kausalität in der Regel nicht auf eine einzige Ursache zurückgeführt werden.

Dies trifft unter anderem auf viele neurologischen Störungen zu, oder auf andere Störungen wie sie in der Inneren Medizin, in der Pädiatrie, Dermatologie und in sonstigen Fachbereichen der Medizin diagnostiziert werden.

Oftmals ist sind: die Anlage (die Genetik), das Alter, die Lebensführung inklusive der Ernährung wesentliche Faktoren die in Summe eine multifaktorielle Ursache bilden die zum Auftreten der klinischen Erscheinung der Krankheit.

Der jeweilige Sachverhalt also vom Individuum und der gegebenen Situation ab, ob das Zusammentreffen der wesentlichen Faktoren eine kritische Schwelle erreicht und dadurch die Störung der Gesundheit klinisch in Erscheinung tritt.

So ist etwa auch ein sogenanntes Burnout bzw. eines Burnout Syndrom in vielen Fällen die Folge einer multifaktoriellen Ursache.

So wie in der Medizin in vielen Fällen eine multifaktorielle Ursache der Grund der Krankheit bzw. der gesundheitlichen Störung ist, so entsteht auch in der Psychiatrie eine psychischen Störung in der Regel infolge einer multifaktoriellen Ursache.

Dies trifft etwa auf die psychischen Störungen vom Typ der Depression, oder auf eine psychische Störung vom Typ der Schizophrenie zu. Auch das Auftreten einer Demenz vom Typ einer Alzheimerkrankheit ist die Folge einer multifaktoriellen Ursache.

Weil eine solche Ursache nicht auf einen einzigen Faktor im Sinn einer conditio sine qua non zurückgeführt werden kann, kann man eine solche Ursache nur durch den Begriff der Idee und daher nur durch die systematische Einheit der Idee durch das Schema der Idee angenähert erkennen (vgl. mit Kant Zitat 7) und in der Diagnostik bestimmen.

Deswegen handelt es sich dabei beim erlangten Wissen immer um beschränktes Wissen – eben, weil es auf der Grundlage einer Idee erlangt worden ist. (vgl. mit Kant Zitat 3a).

Neben den der Störungen der Gesundheit gibt es auch viele Bereiche in denen die jeweilige Ursache ein komplexe bzw. eine multifaktorielle Ursache ist.

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Weiteres zu dieser Thematik in meinem Buch:

Diagnostik, Klassifikation und Systematik in Psychiatrie und Medizin

erschienen im April 2019 im Verlag tredition

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(letzte Änderung 23.12.2020, abgelegt unter: Ursache, Kausalität, Definition, Medizin, Psychiatrie, Philosophie, Psyche)

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