Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

bedingt

Bedingt ist was infolge der Ursache entsteht.

Auf diesem Weg entsteht die Wirkung als Folge der Bedingung.

Und man kann daher sagen, dass die Wirkung infolge der Kausalitiät entsteht.

Oder ich kann auch sagen: die Wirkung ist infolge der Ursache kausal bedingt.

Man denkt sich in diesem Sinn, dass die verschiedenen Erscheinungen (Phänomene), Vorgänge und Dinge durch eine gewisse Ursache bedingt sind.

In manchen Fällen kann man durch die Untersuchung und schließlich auch im Experiment die Ursache von gewissen Vorgängen, Erscheinungen und Dingen wiederholt im Sinn von gesetzmäßig auftretenden Ursachen nachweisen und man kann dann in einem solchen Fall allgemein gültig die Ursache bzw. die Bedingung und damit die Kausalität dieses Geschehens nachweisen und diese somit allgemein gültig feststellen. Etwa dass die Wärme die Ursache ist warum das Wasser bei 100 Grad Celsius zu kochen, zu sprudeln und zu verdampfen beginnt.

Oder dass man einen Sonnenbrand bekommt, wenn man zu lange an der Sonne ist. Im erst genannten Fall ist also das Kochen durch die Wärmezufuhr bzw. durch das Erreichen der kritischen Temperatur von 100 Grad Celsius (auf Meereshöhe) bedingt, im zweit genannten Fall ist der Sonnenbrand durch die Einstrahlung des Sonnenlichts, insbesondere durch die UV Strahlung bedingt.

Während man also in gewissen Fällen die Bedingung der Wirkung im Sinn einer conditio sine qua non allgemein gültig und somit objektiv gültig nachweisen und feststellen kann, ist dies in anderen Fällen nicht möglich und man bemerkt hier den Zusammenhang der Erscheinungen und Vorgänge nur gemäß einer Regel.

So kann man etwa in der Psychiatrie nicht allgemein gültig bzw. nicht objektiv gültig (sondern nur subjektiv gültig) sagen warum in einem konkreten Fall eine depressiven Störung bzw. eine Depression oder eine schizophrene Störung im Sinn einer Schizophrenie oder sonst eine psychische Störung aufgetreten ist, weil hier die Bedingung nicht auf einen notwendigen kausalen Faktor zurückgeführt werden kann.

Mit anderen Worten: man kann in diesem Fall die Ursache und damit die Bedingung nicht auf eine notwendige Ursache bzw. auf einen notwendigeFaktor im Sinn einer conditio sine qua non zurückführen und durch dessen Nachweis diese gesundheitliche Störung und damit auch die Ursache allgemein gültig bestimmen.

Im Gegensatz zur Psychiatrie kann man in der Medizin in gewissen Fällen einer gesundheitlichen Störung (Krankheit) die Bedingung im Sinn einer conditio sine qua non, also im Sinn einerBedingung ohne die nicht“ nachweisen, die dann als die tatsächliche Ursache angesehen und bezeichnet wird. So ist zum Beispiel das Vorhandensein des Tuberkelbazillus die conditio sine qua non ohne die es keine Tuberkulose gibt. Daher sagt man, dass die Tuberkulose durch den Tuberkelbazillus bedingt ist.

In gleicher Weise ist das Meningokokken Bakterium also der  Meningokokkus die tatsächliche Ursache, die eine Meningokokkenmeningitis hervorruft. Genau betrachtet handelt es sich allerdings auch in einem solchen Fall in der Neurologie um eine komplexe Ursache, weil nicht jede Person an einer Meningokokken-Menigitis erkrankt, wenn sie mit Meningokokken in Kontakt kommt. Man kann also sagen dass das Vorhandensein des Minigokokken Bakteriums für das Auftreten der Meningokokken Meningitis kausal ist und damit diese gesundheitliche Störung durch dieses Bakterium bedingt ist – für das Auftreten der Krankheit sind im konkreten Fall jedoch auch noch andere Faktoren wesentlich.

Im Hinblick auf die Diagnostik und die diagnostische Bestimmung ist es jedoch zutreffend wenn man diese Ursache als die tatsächliche Ursache anspricht. Man kann also berechtigt sagen, dass das Vorhandensein des Bakteriums die notwendige Bedingung ist, damit diese Form einer gesundheitlichen Störung (Krankheit) auftritt. Im Gegensatz dazu ist eine in der Psychiatrie angenommene Ursache einer psychischen Störung eine nur problematisch zum Grund gelegte Einheit. Es ist dies somit eine projektierte Einheit bzw. eine systematische Einheit im Sinn von Immanuel Kant, die auf der Ebene der Vorstellungen als Einheit erscheint und als zu Grunde liegende Ursache – als hypothetische Ursache – angenommen wird.

In ähnlicher Weise wie es in der Medizin und in der Psychiatrie die verschiedensten Faktoren bzw. Bedingungen gibt, die eine Wirkung hervorrufen, kennt man auch in anderen Bereichen die Ursachen mehr oder weniger genau, die die verschiedenen Erscheinungen und Vorgänge bewirken und damit bedingen. Dies gilt für die Psychologie, die Psychotherapie, die Soziologie, die politischen Vorgänge und die Entwicklungen in verschiedenen Bereichen und man kennt natürlich auch in der Biologie, überhaupt in den Wissenschaften, insbesondere in den Naturwissenschaften und auch in der Geisteswissenschaften und in sonstigen Bereichen die verschiedensten kausalen Zusammenhänge und Wirkungen.

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(letzte Änderung 29.09.2020, abgelegt unter Ursache, Kausalität, Definition, Psychiatrie, Psyche, Medizin)

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