Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Entwicklung des Verstehens

Unser Verstehen unterliegt der Entwicklung.

Manche Dinge verstehen wir heute anders, als wir sie früher verstanden haben. Manches können wir heute verstehen, was wir früher noch nicht, oder noch nicht in diesem Ausmaß und daher nicht so gut verstanden haben.

Manches wird uns fremd und würden wir dies heute nicht mehr so machen, wie wir es früher gemacht haben.

Mit der Entwicklung des Verstehens ändert sich auch unser Interesse.

Daher der Unterschied zwischen den Generationen. Den jungen Leuten gefällt, was alten Leuten nicht mehr gefällt – höchstens ausnahmsweise.

30 Jahre später gefällt derselben Person nicht mehr, was ihr früher einmal gefallen hat, wofür sie sich früher begeistern konnte.

Alles unterliegt dem Wandel. Daher sagt man: „leben im Wandel der Zeit.“

Neurophysiologisch gesehen hat diese Veränderung mit der Differenzierung bzw. der Reifung und Entwicklung des Gehirns zu tun. Das Gehirn entwickelt sich fortlaufend, sowohl die Verknüpfung der Nervenzellen untereinander, wie auch die Abläufe der neuronalen Aktivität und damit die Form der neuronalen Muster. Die Anzahl der Nervenzellen nimmt zwar nach der Geburt nur noch kurze Zeit zu, dann aber im mittleren und höheren Alter nimmt sie fortlaufend ab.

Während also die neuronale Funktion in gewisser Hinsicht bereits wieder abnimmt, etwa im Hinblick auf das Gedächtnis und die Gedächtnisleistung, nimmt der Grad der Differenzierung und damit der Grad der Differenziertheit und somit die Integrationsleistung des Gehirns im Alter noch zu.

Man kann also sagen, dass die Leistung der „software“ in Bezug auf das Denkvermögen im Alter beim Menschen noch zunimmt, während die Leistung der  „hardware“ schon merklich abnimmt.

Daher spricht man von der Weisheit des Alters und kann sich der Hausverstand fortwährend weiter entwickeln.

Wie man beim Spielen mit Kindern bemerkt, verfügen diese noch über eine beträchtlich bessere „hardware-Leistung“. Daher wird z.B. das Lernen von Fremdsprachen im Alter zunehmend mühsamer, während Kinder spielend leicht Fremdsprachen erlernen.

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(letzte Änderung am 04.10.2017, abgelegt unter: Gedächtnis, Medizin, Neurologie, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Verstehen)

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