Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Verstehen im Laufe der Zeit

Unser Verstehen entwickelt sich im Laufe der Zeit.

Manches verstehen wir schon von Anbeginn. Anderes verstehen wir erst im Laufe der Zeit  – mehr und mehr. Dies hat damit zu tun, dass Verstehen mit dem Erkennen von Zusammenhängen zu tun hat. Manches Verstehen tritt also erst ein, nachdem wir die Zusammenhänge erkannt haben. Damit erklärt sich auch warum das Verständnis, die Frucht des Verstehens nicht übertragen werden kann.

Weiters erklärt dies auch warum manches Verstehen erst im Laufe der Zeit, also im Laufe der Erfahrung erworben wird. Weiters erklärt dies auch warum das Verstehen zum Teil spontan im Laufe der Erfahrung erworben wird und warum das Verstehen zum Teil erst nach eigener Bemühung und Auseinandersetzung, – also in Folge des Nachdenkens, des Lernens und Studierens bzw. Übens erworben wird.

Kalil Gibran * schreibt treffend: “ Der Astronom kann euch sein Verständnis des Weltalls darlegen, aber geben kann er euch sein Verständnis nicht.“

Neurophysiologisch und neuropsychologisch betrachtet liegt es auf der Hand, dass nur gewisse neuronale Muster und Bahnungen anlagebedingt schon vorhanden sind und dass andere neuronale Muster und Bahnungen erst in Folge der Erfahrung und teils der Bemühung, also infolge der wiederholten Übung entstehen. Dies gilt offensichtlich für psychisches, geistiges und körperliches neuronales Geschehen. Also für physiologisches neuronales Geschehen und pathologisches neuronales Geschehen.

*: aus Khalil Gibran: Der Prophet, aus dem Kapitel: Vom Lehren

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