Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

über Verantwortung und Verdrängung der Verantwortung

Nicht wenige gesundheitliche Störungen und auch psychische Störungen treten auf weil wir etwas tun was wir nicht tun sollten – weil es nicht gesund ist – weil es gesundheitsschädlich ist. Allein diese Einsicht sich einzugestehen ist keine leichte Sache und zu den notwendigen Veränderung sind wir oftmals nicht bereit. Leichter ist es eine „Ursache“ außerhalb von uns zu suchen und sie vermeintlich zu finden. Schnell ist eine Erklärung gefunden und somit sind wir selbst nicht „verantwortlich“. Man spricht bei solchem Verhalten von einer Projektion (etwas auf eine andere Sache projizieren) – anstelle selbst dafür die Verantwortung zu übernehmen.

Wie man leicht einsehen kann, ist in einem solchen Fall der medizinische Helfer – hier vor allem der Arzt – oder der sonstige Helfer hilflos, denn wie könnte der Helfer ein Problem lösen, das nur die Person selbst lösen kann? Damit die Person das Problem lösen kann muß sie es sich zuerst allerdings eingestehen. Das ist wie man aus eigener Erfahrung weiß schwer weil es mit unangenehmen Einschränkungen oder Konsequenzen verbunden ist – unter Umständen ist es sogar schmerzhaft. Den wer gibt schon gerne eine Schwäche zu?

Im Bereich Sucht und Suchttherapie sind dies wesentliche Themen aber selbstverständlich spielt dies auch sonst im Alltag eine große Rolle und sind wir immer wieder gefordert uns die „Wahrheit“ einzugestehen, denn erst dann haben wir eine Chance die Dinge besser zu machen.

Bei der persönlichen Einsicht oder der Erlangung der angemessenen Sichtweise kann ein Helfer unter Umständen behilflich sein. Die Bereitschaft sich ein Problem einzugestehen tritt oftmals jedoch erst auf wenn „Feuer am Dach“ ist. Es bedarf also oftmals einer ernsthaften Krise bis die Bereitschaft zur Einsicht da ist. Daher der Spruch: „Jede Krise ist auch eine Chance.“ Wohingegen im „stabilen“ bequemen Zustand, wenn alles noch einigermaßen geht – warum etwas verändern wenn nur die Andern herumnörgeln?

Um etwas zu verändern benötigt man also eine gewisse Offenheit und Bereitschaft zur Veränderung.

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(letzte Änderung 15.08.2020, abgelegt unter: Gesundheit, Heilkunde, Medizin, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie, psychische Störung, Störung, Sucht, Therapie, Verantwortung)

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