Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

valide

Valide ist was gültig ist.

Es kann eine Erkenntnis mehr oder weniger gültig sein, somit kann dieses Wissen mehr oder weniger valide sein.

Demgemäß kann die Validität einer Erkenntnis bzw. eines Wissens mehr oder weniger groß sein bzw. ist die Gültigkeit bzw. der Grad der Gültigkeit des Wissens größer oder kleiner.

Die Validität wird auf der Ebene der Ideen durch den Vergleich der Ideen erkannt. Es vergleicht eine Person auf der Ebene ihrer Vorstellungen bzw. auf der Ebene ihrer Ideen zwei oder mehrere Ideen miteinander und damit gelangt sie zur Feststellung der Validität und somit auch zum Grad der subjektiven Gültigkeit des Wissens.

Die Validität ist also die Gültigkeit bzw. der Grad der Gültigkeit einer Erkenntnis, die auf der Ebene der Ideen erlangt wird.

Der Begriff “Validität” stammt vom lateinischen Wort “validus”stark, wirksam, gesund.

In der Psychiatrie (Psychologie und Psychotherapie) ist eine Erkenntnis beschränkt „valide“, weil ein psychisches Phänomen auf der Grundlage einer Idee erkannt wird (vgl. mit Kant Zitat 7) und man diese Idee – weil es eine bloße Idee ist – nicht auf der Ebene der Objekte überprüfen kann. (vgl. mit Kant Zitat 4)

Der Begriff „valide“ stammt vom lateinischen Wort “validus”: stark, wirksam, gesund. Aus diesem Begriff ist in der Psychologie und Psychiatrie der Begriff der Validität abgeleitet worden.

Wenn bei einer gesundheitlichen Störung das klinische Erscheinungsbild nicht typisch ist und das Ergebnis der Untersuchung, also die Erkenntnis nicht auf der Grundlage von objektiven Befunden überprüft werden kann, wie könnte dann das Ergebnis etwa einer psychiatrischen Untersuchung unbeschränkt „valide“ bzw. unbeschränkt gültig sein? Man erkennt damit dass eine psychologische und auch eine psychiatrische Erkenntnis auch nur beschränkt reliabel sein kann.

Man erkennt damit dass man in der Psychiatrie (Psychologie und Psychotherapie) nicht – so wie dies in der Medizin vielfach möglich ist – die Erkenntnisse auf der Grundlage von objektiven Befunden, also auf der Grundlage von Fakten überprüfen kann. In der Psychiatrie (Psychologie und Psychotherapie) kann man das Ergebnis einer Untersuchung nur auf der Ebene der Vorstellungen, also nur auf der Ebene der Ideen subjektiv gültig „prüfen“. Daher ist die Validität und auch die Reliabilität einer solchen Erkenntnis immer beschränkt, eben weil sie lediglich auf der Grundlage einer Idee und zwar auf der Grundlage einer bloßen Idee gewonnen worden ist. (vgl. mit Kant Zitat 3a)

Daher kann man in der Psychiatrie (Psychologie und Psychotherapie) nur beschränktes Wissen erlangen das relativ gültig ist.

Wenn das klinische Erscheinungsbild relativ typisch ist, dann kann man die psychiatrische Einheit relativ „valide“ bestimmen, wenn das klinische Erscheinungsbild jedoch relativ untypisch ist bzw. wenig typisch ist, dann kann kann man nicht wirklich „valide“ erkennen und „reliabel“ feststellen, ob die in Erwägung gezogene psychiatrische Einheit, etwa die in Erwägung gezogene psychiatrische Diagnose Schizophrenie zutreffend ist – das heißt in diesem Fall handelt es sich bei der diagnostischen Erkenntnis um eine wenig „reliable“ Erkenntnis. Dies ist von Relevanz für die psychiatrische Praxis und auch für die psychiatrische Wissenschaft. Wenn nämlich ein klinisches Erscheinungsbild nicht typisch ist dann kann man in der psychiatrischen Wissenschaft nicht reliabel – also nicht zuverlässig – entscheiden, ob ein konkreter Fall in eine wissenschaftliche Studie aufgenommen werden soll, oder ob er nicht in die Studie aufgenommen werden soll.

Man erkennt damit dass man in der Psychiatrie auch in dieser Hinsicht nur beschränktes Wissen erlangen kann und die Erkenntnisse der psychiatrischen Wissenschaft daher grundsätzlich einen geringeren Erkenntniswert haben als die Erkenntnisse in der medizinischen Wissenschaft soweit sie dort von objektiven Befunden ihren Ausgang nehmen. (Weiteres dazu in diesem Beitrag)

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(letzte Änderung 21.3.2017, abgelegt unter: Begriff, Befund, Definition, Diagnostik, Erkennen, Forensik, Gutachten, Krankheit / gesundheitliche Störung, Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Validierung, Wissenschaft)

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