Störanfälligkeit

Die Störanfälligkeit ist die Anfälligkeit eine Störung zu entwickeln.

Es ist die Störanfälligkeit also die Neigung ein Störung zu entwickeln.

Man kann daher auch sagen: die Störanfälligkeit ist die Eigenheit eines Lebewesens eine Störung zu entwickeln.

Es ist in der Humanmedizin die Störanfälligkeit also die Disposition einer Person eine gewisse Störung zu entwickeln.

In der Heilkunde ist die Störanfälligkeit die Eigenheit einer bestimmten Person eine gewisse gesundheitliche Störung (Krankheit) zu entwickeln.

Demgemäß ist in der Medizin die Störanfälligkeit die Eigenheit bzw. die Disposition einer Person eine gewisse gesundheitliche Störung des Körpers zu entwickeln und es ist in der Psychiatrie die Störanfälligkeit die Eigenheit bzw. die Disposition eine gewisse gesundheitliche Störung der Psyche, somit eine gewisse psychische Störung zu entwickeln.

Neben der Medizin und der Psychiatrie gibt es natürlich auch in verschiedenen anderen Bereichen das Phänomen der Störanfälligkeit. Man denke an die Technik, etwa an ein Gerät (an einen Computer mit einer gewissen hardware und software), oder man denke an die Biologie und hier an irgend sonst einen Organismus oder an ein ganzes Ökosystem usf.

Betrachtung der Störanfälligkeit unter verschiedenen Gesichtspunkten:

Im Hinblick auf die Ursache einer Störung kann man sagen, dass die Störanfälligkeit die Anfälligkeit ist in Folge einer endogenen oder exogenen Ursache oder in Folge einer gemischten Ursache eine gewisse Störung zu entwickeln. In der Regel wird es sich somit bei der Ursache der Störung und somit auch bei der Störanfälligkeit um eine komplexe Ursache handeln, insofern das Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren zum Auftreten der Störung führt.

Biologisch betrachtet ist die Störanfälligkeit die Disposition eines biologischen Vorganges bzw. eines physiologischen Vorganges aus dem Gleichgewicht bzw. aus der Harmonie der Funktion zu geraten sodass als Folge davon eine Störung auftritt.

Neurobiologisch betrachtet kann man im Hinblick auf das Nervensystem sagen, dass die Störanfälligkeit die Neigung zur Entwicklung einer Störung der neuronalen Funktion ist, wie dies etwa im Sinn der Vulnerabilität bei der psychischen Störung vom Typ der Schizophrenie zu beobachten ist. Oder wie dies als Disposition zu beobachten ist wenn eine gewisse Person zu einer depressive Störung und damit eine Depression neigt.

Man erkennt damit dass hier die individuelle Eigenheit bzw. die individuelle Disposition von Bedeutung ist und hängt damit die Störanfälligkeit von der Individualität und somit auch von der genetischen Anlage also der Genetik ab.

In diesem Sinn gibt es in der Psychiatrie und in der Medizin die verschiedensten Dispositionen und damit die verschiedensten Neigungen zu gewissen Störungen und bestehen somit bei den verschiedenen Personen gemäß ihrer Herkunft und Entwicklung bevorzugt gewisse Störanfälligkeiten. So kann es etwa bei einer Person leicht einer Schlafstörung kommen, inbesondere wenn diese in der Vorzeit schon einmal eine solche Störung gehabt hat. Man bemerkt hier also auch den Faktor des Lernens als disponierenden Faktor im Hinblick auf die Störanfälligkeit. Unter Umständen kann man sogar von einer Konditionierung zur Störanfälligkeit sprechen wenn in Folge von wiederholt erlebten Störungen sehr leicht eine weitere Störung auftritt und damit die Störanfälligkeit zugenommen hat. In dieser Hinsicht können die verschiedensten psychischen Störungen in Folge des wiederholten Erlebens leicht auftreten. Man kennt ein derartiges Reagieren etwa bei Angststörungen. Oder es kann eine Disposition zur Sucht und zum Wiederauftreten der Sucht nach erfolgreicher Entwöhnung bestehen insofern geringer Konsum zum Wiederauftreten der Suchtdynamik etwa im Hinblick auf den Konsum von Alkohol, von Zigaretten, von Cannabis usf. auftritt. In diesem Sinn kennt man auch die erhöhte Störanfälligkeit nach erlebten Traumen im Sinn einer Retraumatisierung.

Somit kann in Folge der erhöhten Störanfälligkeit in Sinn der erhöhten Disposition bei gewissen Personen leicht wieder eine Psychose auftreten, insbesondere wenn in der Vorzeit schon einmal eine derartige Störung aufgetreten ist. Oder es kann auch ein epileptischer Krampfanfall bei einer gewissen Disposition wieder leicht auftreten weil es zu einer gewissen Bahnung der neuronalen Funktion in dieser Hinsicht gekommen ist usf.

In der Medizin kennt man die Personen, die etwa leicht zur Form des Kopfschmerzes neigen den man als Migräne bezeichnet, oder es treten bei einer anderen Person leicht Schmerzsensationen im Sinn von Spannungskopfschmerzen auf. Oder es besteht die Störanfälligkeit zur Entwicklung einer gewissen Form einer vegetativen Störung im Sinn einer gewissen Vegetativen Dystonie usf. Oder es ist bei einer Person eine sonstige Störanfälligkeit zur Entwicklung einer sonstigen organischen Störung gegeben (Neigung zu Harnverhalten, zu Obstipation, zum übermäßigen Schwitzen usf.)

In dieser Hinsicht kann also sowohl auf der Ebene der Biologie wie auch auf der Ebene des Erlebens eine erhöhte Störanfälligkeit vorhanden sein bzw. diese sich auf einer gewissen Grundlage entwickelt haben.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet wird die Störanfälligkeit durch ein Konzept erkannt. Es ist diese Einheit also eine nur problematisch zum Grund gelegte Einheit (vgl. mit Kant Zitat 8), von der man denkt, dass sie die Störung hervorruft. Durch dieses Konzept bzw. durch den Begriff dieser Idee der eine systematische Einheit ist kann man den Sachverhalt geistig auffassen (vgl. mit Kant Zitat 7) und dadurch das Auftreten der Störung und der Störanfälligkeit durch diesen Begriff verstehen und erklären. Es handelt sich dabei also um eine Idee, die im Bewusstsein der erkennenden Person in Folge der Erfahrungen und auf der Grundlage ihres Wissens entsteht. Es handelt sich dabei also um eine Idee, die man aus der Erfahrung abgeleitet hat. Weil es sich dabei um eine aus der Erfahrung abgeleitete Idee handelt, kann man diese Idee nicht auf der Ebene der Objekte „physisch“ allgemein gültig bestimmen und „physisch“ allgemein gültig überprüfen. Man kann also die Störanfälligkeit nicht „physisch“ messen, sondern man kann die Störanfälligkeit nur indirekt, also nur in der Praxis in Folge der Erfahrung beobachten und feststellen dass diese als Folge der früh aufgetreten Störung erhöht sein muss. Man kann also nur sekundär in Folge der Beobachtung auf die erhöhte Störanfälligkeit und auf deren Ursache schließen. Natürlich kann man die Störanfälligkeit durch die Variation der verschiedenen Faktoren unter Umständen im Experiment oder in der klinischen Beobachtung studieren und so herausfinden was die Störanfälligkeit erhöht oder was sie vermindert. Aber die Störanfälligkeit an sich kann man nicht „physisch“ messen, so wie man auch die Kausalität und die Ursache einer Störung an sich nicht messen kann, weil es sich dabei um mentale Erkenntnisobjekte handelt, die nur auf der Ebene der Vorstellungen bzw. die nur auf der Ebene der Ideen als Gegenstand in der Idee im Bewusstsein der erkennenden Person als der Begriff der Idee erscheinen (vgl. mit Kant Zitat 7). Die Idee der Störanfälligkeit ist also eine bloße Idee im Sinn von Immanuel Kant, die man aus der Erfahrung abgeleitet hat und die man daher nicht objektiv gültig und damit nicht allgemein gültig bestimmen kann.

Wie zuvor ausgeführt kennt man in diesem Sinn die Störanfälligkeit in der Medizin und in der Psychiatrie im Hinblick auf die Entwicklung einer gesundheitlichen Störung. Oder man kennt die Störanfälligkeiten bei technischen Systemen, etwa bei einem Radio, oder bei einem Fernsehgerät, bei einem Computer, oder bei einem ganzen Netzwerk bestehend aus vielen Computern usf.

Entwicklung der Störanfälligkeit bei einem Lebewesen im Laufe der Zeit

In der Medizin kennt man das Phänomen, dass im Hinblick auf die Entwicklung einer gewissen gesundheitlichen Störung zu verschiedenen Lebenszeiten eine unterschiedliche Disposition gegeben ist. Man kennt etwa die kindlichen Fieberkrämpfe, die bevorzugt im Kleinkindalter auftreten, oder den Sachverhalt, dass das Gehirn des alten Menschen ebenfalls wiederum vermehrt zu Krampfanfällen im Sinn der Epilepsie neigt.

Aus der Psychiatrie ist bekannt, dass die psychische Störung vom Typ einer Schizophrenie bevorzugt im jungen Erwachsenenalter auftritt und im mittleren Lebensalter die Neigung derartige psychische Störungen zu entwickeln nicht mehr so vorhanden ist.

Auch im höheren Alter kennt man in der Psychiatrie die erhöhte Störanfälligkeit des Nervensystems und es ist in diesem Zusammenhang bekannt, dass im Rahmen von hirnorganischen Abbauvorgängen neben  den epileptischen Störungen auch sonstige Störungen der Psyche vermehrt auftreten. Etwa kennt man in diesem Sinn die erhöhte Gemütslabilität wie sie sich in affektiven Störungen und auch in kognitiven Störungen zeigt.

Man hat in Folge der systematischen Beobachtung, also in Folge von wissenschaftlichen Studien herausgefunden, dass die genetische Veranlagung bei der Entwicklung der verschiedenen gesundheitlichen Störungen (Krankheiten) eine große Rolle spielt und demgemäß verschiedene Individuen unterschiedlich disponiert sind die eine oder andere gesundheitliche Störung zu entwickeln.

Die Störanfälligkeit hängt also von genetischen Faktoren ab, weiters hängt sie vom Alter und von den Lebensumständen und von sonstigen Faktoren ab. Man kann beobachten, dass die Ernährung, die Flüssigkeitaufnahme, der Schlaf und je nach der Art der Störung auch sonstige Faktoren, etwa Toxine, Suchtmittel, Alkohol, Nikotin usf. von Bedeutung sind und demgemäß eine unterschiedliche Störanfälligkeit daraus resultiert.

Zur Störanfälligkeit des Nervensystems:

Das Nervensystem ist bekanntlich das System wie es von den einzelnen Nervenzellen in einem Organismus gebildet wird, die in ihrer Gesamtheit ein zusammenhängendes System bilden das die oberste Kontroll- und Steurungsfunktion im Organismus leistet. Darüber hinaus kann das Nervensystem aus noch weiteres leisten, so kann es etwa bei den höheren Lebewesen bis zu einem gewissen Grad die Funktion des Denkens, wie es beim Menschen in ausgeprägter Form zu beobachten ist. Daneben kennt man die Funktion des Fühlens usf.

Aus der klinischen Erfahrung sowohl in der Psychologie wie auch in der Psychiatrie weiß man dass das Nervensystem in verschiedener Hinsicht störanfällig ist. Man kennt etwa die Störanfälligkeit in der Hinsicht, dass bei einer nervösen Erschöpfung und daher auch bei einer Depression eine erhöhte Angstbereitschaft sich entwickelt und unter Umständen eine Panikattacke auftritt. Es besteht hier also eine Neigung bzw. eine Reaktion Ängste auch bei geringer Belastung bzw. unter Umständen spontan zu entwickeln, obwohl dieselbe Person in ihrem gesunden Zustand nicht ängstlich ist. Oder man kennt aus der klinischen Erfahrung den Sachverhalt, dass bei manch einer Person durch Alkoholkonsum die Neigung auftritt auf Erlebnisse abnorm zu reagieren (pathologischer Rausch) oder es kann gar zum Auftreten einer Psychose (paranoide Psychose) mit wahnhafter Erlebnisverarbeitung oder zum Auftreten eines Delirs kommen. Es wird hier also durch die Noxe Alkohol das Nervensystem irritiert und zwar so dass es im Hinblick auf die Datenverarbeitung nicht mehr richtig funktioniert und letztlich eine schwere psychische Störung auftritt. In diesem Sinn kennt man auch das Auftreten von psychischen Störungen unter der Einwirkung von sonstigen Substanzen (Cannabis und sonstige Drogen: LSD usf.), die zu einer Störung in der Verarbeitung der neuronalen Signale bzw. zu einer Störung in der neuronalen Funktion führen, die sich dann in einer mehr oder weniger stark ausgeprägten psychischen Störung (Rausch – bis hin zu einer Psychose) manifestiert. Schließlich kennt man auch die erhöhte Vulnerabilität im Sinn einer erhöhten psychischen Störanfälligkeit bei Jugendlichen. In einem solchen Fall kann es unter Umständen spontan also auch ohne erkennbare Einwirkung einer Substanz zum Auftreten einer schweren psychischen Störung in der Form einer Schizophrenie kommen. Und schließlich kennt man in der Psychiatrie und auch die erhöhte Störanfalligkeit des Nervensystems des alten Menschen, wie sich dies im Rahmen der organischen Veränderung und damit im Rahmen des organischen Hirnabbaus unter Umständen in den verschiedendsten Formen  manifestiert (Paranoia im Alter usf.)

Relevante Störanfälligkeit des Nervensystems in der Neurologie:

In der Neurologie kennt man die Störanfälligkeit des Nervensystems im Hinblick auf die Entwicklung eines epileptischen Krampfes. Oder man kennt in der Neurologie die Störanfälligkeit der peripheren Leitung der neuronalen Information (Kribbeln in den Händen bei einem Engpasssyndrom etwa beim Karpaltunnelsyndrom)

Störanfälligkeit des Nervensystems und des Gehörorgans:

In der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde gelangt der Tinnitus als häufiges Phänomen zur Beobachtung bzw. zur Diagnostik. Es berichtet hier die betroffene Person über ein plötzlich aufgetretenes unangenehmes Ohrgeräusch. Es ist die ein Phänomen das ebenfalls auf der Grundlage der Störanfälligkeit eingetreten ist wenn eine gewisse Reizschwelle überschritten worden ist. Auch der sogenannte Hörsturz beruht auf einer Überlastung des Hörapparats und kommt es hier zum plötzlichen Hörverlust bzw. zur Abnahmen des Hörvermögens.

Störanfälligkeit von sonstigen Organen:

Man kennt praktisch in allen Bereichen der Heilkunde also in der Medizin (mit den Unterdisziplinen: Rheumatologie, Kardiologie usf.) und auch in der Orthopädie, Augenheilkunde, Urologie, Gynäkologie gesundheitliche Störungen, die in Folge einer individuell gegebenen Störanfälligkeit bei einer bestimmten Person auftreten bzw. die ab einer gewissen Reizschwelle auch bei normal veranlagten Personen auftreten.

Ursache der Störanfälligkeit:

Die Ursache der Störanfälligkeit ist in vielen Fällen eine komplexe Ursache. Es ist dies also eine Ursache bei der mehrere bis viele Faktoren zum Auftreten der Störanfälligkeit und damit zur Störung führen. Auf viele Systeme ist dies zutreffend. Nur selten ist ein einzelner Faktor der Grund warum eine Störung auftritt (etwa bei einem technischen System wenn ein gewisses Teil defekt ist, oder bei einem biologischen System wenn ein genetischer Defekt zum Auftreten einer gewissen Störung führt). Ansonsten sind es in der Regel viele Faktoren, die durch ihr Zusammenwirken das Auftreten der Störung bei der Erreichung eines gewissen Schwellenwertes hervorrufen.

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(letzte Änderung 6.9.2015, abgelegt unter Störung, Definition, Medizin, Psychiatrie)

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