Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Regelmäßigkeit

Die Regelmäßigkeit ist ein Maß für das Zutreffen der Regel.

Es zeigt die Regelmäßigkeit also auf, wie oft der Zusammenhang infolge der Regel in Erscheinung tritt (vgl. mit Kant Zitat 12c).

Demgemäß hat die Regelmäßigkeit mit der Wahrscheinlichkeit zu tun.

Eine Regel – und daher die Regelmäßigkeit – kann für einen Sachverhalt mehr oder weniger gültig sein.

Daher kennt man den Spruch: keine Regel ohne Ausnahme.

Da eine Regel nicht immer gültig ist gibt es unterschiedliche Regelmäßigkeiten.

In der Medizin macht man die Erfahrung, dass bei gewissen gesundheitlichen Störungen (Krankheiten) nicht immer alle Merkmale bzw. Krankheitszeichen vorhanden sind. Man findet hier also Ausnahmen zur Regel.

Auch in der Psychiatrie macht man die Erfahrung, dass nicht immer alle charakteristischen Zeichen einer psychischen Störung auftreten.

Vergleicht man die unterschiedlichen Krankheiten bzw. gesundheitlichen Störungen miteinander so gelangt man zur Erkenntnis, dass bei gewissen gesundheitlichen Störungen gewisse Merkmale gesetzmäßig auftreten und bei anderen gesundheitlichen Störungen die charakteristischen Merkmale nicht gesetzmäßig sondern nur regelmäßig auftreten.

Objektiv feststellbare Krankheiten (gesundheitliche Störungen)

Man findet, dass bei objektiv feststellbaren Krankheiten gewisse Merkmale gesetzmäßig auftreten. Die sogenannten Ursachen treten bei diesen gesundheitlichen Störungen (Krankheiten) gesetzmäßig auf.

So gibt es zum Beispiel keine Tuberkulose ohne Tuberkelbazillen, oder keine Lues ohne den Lues Erreger. Auch keinen Herzinfarkt ohne einen infarzierten Herzmuskel der einen spezifischen Enzymanstieg zur Folge hat usf.

Bei den Krankheiten, bei denen die körperliche Ursache gesetzmäßig vorkommt kann man daher die Krankheit durch den Nachweis dieser Ursache objektiv, das heißt allgemein gültig bestimmen.

Im Gegensatz dazu gibt es Krankheiten (gesundheitliche Störungen), bei denen die charakteristischen Merkmale dieser gesundheitlichen Störungen nicht gesetzmäßig, sondern nur regelmäßig, also gemäß einer Regel auftreten.

Und hierbei macht man wiederum die Erfahrung, dass die Regelmäßigkeit verschieden ist.

Man findet gesundheitliche Störungen, bei denen mit relativ großer Regelmäßigkeit charakteristische Merkmale, etwa gewisse Phänomene und Symptome anzutreffen sind, und andere, bei denen die Regelmäßigkeit bzgl. des Auftretens der Merkmale nicht so groß ist.

Es können also bei gesundheitlichen Störungen gewisse Merkmale auftreten oder auch nicht. Das heißt die Regelmäßigkeit des Auftretens dieser Zeichen ist verschieden. Es liegt daher auf der Hand, dass solche Merkmale nicht als zwingende Kriterien – im Sinn einer conditio sine qua non – in Frage kommen um eine solche gesundheitliche Störung dadurch diagnostisch zu bestimmen.

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(letzte Änderung 23.10.2016, abgelegt unter philosophische Begriffe, Philosophie, Regel, Medizin, Psychiatrie, Psychologie, Definition, Wissenschaft)

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