Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Psychose – ein mental definierter Begriff

Der Begriff Psychose ist ein mental definierter Begriff.

Da es sich bei einer Psychose um eine schwere psychische Störung handelt, die mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Störung im Realitätsbezug einhergeht, wird auf mentaler Ebene, also auf der Ebene der Vorstellungen (Ideen) entschieden, ob es sich um eine Psychose handelt oder nicht.

Es kann nämlich nur auf mentaler Ebene entschieden werden, ob eine Realitätsstörung vorhanden ist oder nicht, und auch der Schweregrad der psychischen Störung kann nur auf der mentalen Ebene bestimmt werden. Daher ist der Begriff Psychose mental definiert. Man kann nämlich nicht auf physischer Ebene entscheiden, ob eine Realitätstörung vorhanden ist oder nicht vorhanden ist. Desgleichen kann man auch den Schweregrad einer psychischen Störung nicht physisch bestimmen.

Philosophisch gesprochen ist der Begriff Psychose eine dialektischer Begriff, der gleichzeitig auch ein regulativer Begriff ist. Durch die Unterscheidung psychotische Störungen versus nicht-psychische Störung bzw. durch die Unterscheidung Psychose versus nicht-Psychose wird eine grundlegende Unterscheidung vorgenommen. Psychische Phänomene werden grundsätzlich dialektisch erfasst. Man kann ein psychisches Phänomen, und generell eine psychische Störung nur mental, also nur auf der Ebene der Vorstellungen definieren und erfassen. Man kann nicht auf der Grundlage eines physischen Befundes entscheiden, ob eine Psychose vorliegt. Man kann nicht aus einem körperlichen Befund einen psychischen Befund ableiten. (Weiteres dazu auf Poster 6: Diagnosis in Psychiatry – the Role of Biological Markers – an investigation in the light of Immanuel Kant`s philosophy)

Man missversteht eine psychologische Idee, wenn man glaubt eine solche Idee physisch bestimmen zu können. Schon Immanuel Kant hat darauf hingewiesen, dass man eine psychologische Idee nicht missverstehen soll. (vgl. mit Kant Zitat 4)

Immanuel Kant weist darauf hin, dass man sich hüten soll eine psychologische Idee für etwas mehr als eine bloße Idee anzusehen …. weil die körperlichen Erscheinungen von ganz anderer Art sind. (vgl. mit Kant Zitat 4)

Tatsächlich handelt es sich bei den körperlichen Erscheinungen, z.B. bei den körperlichen Phänomenen in der Medizin und auch sonst bei den körperlichen Dingen, die zum Teil objektiv bestimmt werden können um ganz andere Dinge.

Man sollte nicht übersehen, dass es sich bei körperlichen Dingen – die Immanuel Kant als Gegenstände schlechthin bezeichnet –  um ganz andere Dinge handelt als bei den Dingen, die uns nur als mentale Erkenntnisobjekte gegeben sind – die Immanuel Kant als Gegenstände in der Idee bezeichnet. (vgl. mit Kant Zitat 7)

Wird dieser Unterschied in der Erkenntnisbasis nicht berücksichtigt so führt dies zu endlosen Widersprüchen (Antinomien) (vgl. mit Jaspers Zitat) und zu endlosen Streitigkeiten (vgl. mit Kant Zitat 3)

 

(Beitrag in Arbeit, letztes update 25.4.2011)

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