Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

psychologische Theorie in der Psychiatrie

Eine psychologische Theorie in der Psychiatrie ist eine Theorie, die das Auftreten einer psychischen Störung in Folge einer psychischen Ursache erklärt.

So erklärt man sich zum Beispiel, wie psychische Belastungen zu einem psychischen Erschöpfungszustand führen und dieser letztendlich in eine depressive Störung mündet.

Oder man erklärt sich, wie starke psychische Reize – etwa emotionale Belastungen – bei einer Person mit zu einer psychischen Überlastung führen, die letztlich in eine psychotische Störung mündet, wenn eine gewisse Disposition zur Entwicklung einer solchen Störung gegeben ist.

Auf der Grundlage von solchen Vorstellungen entstand z.B. die Theorie über die erhöhte Vulnerabilität, die eine Erklärung für das Auftreten von psychotischen Störungen liefert.

Bekannt sind auch die Theorien von Sigmund Freud, Alfred Adler, C. G. Jung und viele andere mehr, die Erklärungen über die Auswirkungen von früher Erlebtem auf gegenwärtiges Erleben liefern, etwa in der Art und Weise, wie Komplexe aus dem Unbewussten sich auf das Bewusstsein auswirken.

Auf diese Art und Weise sind viele psychologische Theorien auf der Grundlage der klinischen Erfahrung in der Psychiatrie und Psychotherapie entwickelt worden und helfen uns diese Theorien Zusammenhänge auf die verschiedenen Arten und Weisen zu erklären.

Beweisbarkeit einer psychologischen Theorie

Man bemerkt, dass man eine psychologische Theorie nicht beweisen kann. Eine psychologische Theorie ist eine Vorstellung, die im Bewusstsein einer Person erscheint. Tatsächlich kann man eine solche Vorstellung bzw. Theorie nicht beweisen. Wie sollte es möglich sein, dass man etwas, was nur in der Vorstellung einer Person erscheint allgemein gültig beweisen kann?

Dies ist unmöglich.

Es ist aus einem prinzipiellen Grund unmöglich, weil nämlich etwas, was sich nur in der Vorstellung als mentales Objekt manifestiert, prinzipiell nicht bewiesen werden kann. Es handelt sich dabei nämlich lediglich um eine Idee und zwar um eine bloße Idee, die nicht physisch überprüft werden kann.

Immanuel Kant hat aufgezeigt, dass es sich bei psychologischen Ideen um bloße Ideen handelt. (vgl. mit Kant Zitat 4)

Ungeachtet dessen man eine solche Idee nicht physisch überprüfen kann, sind solche Ideen bzw. Theorien vielfach sehr wertvoll, weil sie uns Erklärungen für einen Sachverhalt liefern und in weiterer Folge sinnvolle Handlungsanleitungen geben. (vgl. mit Kant Zitat 2).

Allerdings sollte man solche Ideen bzw. Theorien entsprechend kritisch anwenden und nützen, das heißt, man sollte solche Ideen nur relativistisch verwenden. (vgl. mit Kant Zitat 4)

Es wäre also falsch, wenn man eine solche Erkenntnis als absolute Erkenntnis anzusehen würde. (vgl. mit Kant Zitat 3a)

Dies würde umgehend zu Widersprüchen und in weiterer Folge zu Streitigkeiten führen. (vgl. mit Kant Zitat 3)

 

 ( letztes update 28.1.2011)

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