Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

naturwissenschaftliches Denken

Naturwissenschaftliches Denken ist das Denken, wie es sich aus den Beobachtungen in der Natur ergeben hat.

Es ist das naturwissenschaftliche Denken also das Denken das sich aus den Feststellungen der Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten in der Natur ergeben hat.

Demgemäß ist das naturwissenschaftliche Denken das Denken das auf Basis der Beobachtungen auf der Ebene der körperlichen Fakten bzw. der Objekte entstanden ist und andererseits das vernünftige Denken das auf Grundlage der Beobachtung der natürlichen Erscheinungen (natürlichen Phänomene) entstanden ist.

Demgemäß bildet das naturwissenschaftliche Denken die Grundlage der Erkenntnis und Überlegung in der Physik, der Astronomie, Chemie, Biochemie, Biologie, Zoologie, Botanik und in anderen Naturwissenschaften im engeren Sinne.

Daher bildet das naturwissenschaftliche Denken weitgehend die Grundlage der universitären Medizin im Sinne der naturwissenschaftlichen Medizin (vgl. mit Robert Jütte Zitat) wie diese durch die Schulmedizin repräsentiert wird.

Auch in der Psychiatrie ist die naturwissenschaftliche Sichtweise von Relevanz, wenn es um das Verstehen und Erklären von gewissen psychischen Störungen geht, die nicht psychologisch bzw. die nicht psychopathologisch begründet verstanden  werden können, sondern, die nur auf der Grundlage der Biologie und damit auf der Grundlage der Störung der Funktion des Nervensystems respektive infolge der Störung der neuronalen Funktion verstanden und erklärt werden können. Mit diesem Teilbereich der Psychiatrie ist vor allem die Biologische Psychiatrie befasst.

Das naturwissenschaftliche Denken unterscheidet sich grundlegend vom geisteswissenschaftlichen Denken. Während das naturwissenschaftliche Denken in vielen Bereichen sich auf Fakten gründet, handelt es sich beim geisteswissenschaftlichen Denken um ein Denken das sich auf Ideen gründet, die der menschliche Geist auf der Grundlage der Empirie und damit auf der Grundlage der Erfahrungen und der vernünftigen Überlegungen entwickelt hat (vgl. mit Kant Zitat 7).

Es handelt sich beim naturwissenschaftlichen Denken also um Ideen, die man aus der Naturbeobachtung – somit empirisch entwickelt hat und andererseits um Ideen, die man zwar auch empirisch entwickelt hat, die man jedoch nicht am Probierstein der Erfahrung in der Natur überprüfen kann (vgl. mit Kant Zitat 10), weil es sich dabei um aus der Erfahrung abgeleitete Ideen handelt, die man nicht auf der Ebene der Objekte bzw. der Ebene der Fakten überprüfen kann (Weiteres dazu auf Poster 4: EMPIRICISM IN PSYCHIATRY VERSUS EMPIRICISM IN MEDICINE – IN THE LIGHT OF THE PHILOSOPHIES OF JOHN LOCKE, DAVID HUME AND IMMANUEL KANT).

Neben dem naturwissenschaftlichen Denken hat sich in der Medizin in der jüngeren Vergangenheit auch ein ausgeprägtes technokratisches Denken etabliert, das als Ableger des naturwissenschaftlichen Denkens im Sinn eines materialistischen Denken verstanden werden kann.

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(letzte Änderung 24.06.2018, abgelegt unter: denken, Definition, Medizin, Wissenschaft)

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