Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

formale Denkstörung

Eine formale Denkstörung ist eine Denkstörung bei der das Denken der Form nach gestört ist.

Man kann auch sagen: eine formale Denkstörung ist eine Denkstörung bei der die Entwicklung – der Ablauf – der Gedanken gestört ist.

Es handelt sich dabei um ein psychopathologisches Phänomen das als Folge einer Assoziationsstörung auftritt und es bewirkt in vielen Fällen die formale Denkstörung eine kognitive Störung.

In diesem Sinn kann eine formale Denkstörung ein charakteristisches Merkmal einer psychischen Störung sein.

Man beobachtet formale Denkstörungen häufig bei einer psychischen Störung vom Typ der Schizophrenie. Dementsprechend findet sich auch bei einem Wahn bzw. der Paranoia oftmals dieses psychopathologische Phänomen.

Eine andere Form von formaler Denkstörung kennt man bei der Demenz, und ähnlich auch bei der Depression, insofern die Entwicklung der Gedanken hier ebenfalls gestört sein kann, jedoch infolge einer anderern Art von Assoziationsstörung.

Formale Denkstörungen treten fast immer bei schweren psychischen Störungen auf, die den Grad einer Psychose erlangt haben.

In leichter Form kennt man das psychische Phänomen der formalen Denkstörung auch aus dem normalen Erleben, insofern je nach der Tagesverfassung, insbesondere bei Übermüdung, oder nach schlechtem Schlaf die Assoziation erschwert oder gestört ist und damit die formale Entwicklung der Gedanken beeinträchtigt ist, und somit die Gedanken nicht so flüssig entwickelt werden können, wie dies bei guter Verfassung der Fall ist.

Eine formale Denkstörung  ist also ein Merkmal der Psyche und damit ein psychisches Phänomen das auch in der Psychologie von Relevanz ist, vorrangig jedoch in der Psychiatrie ein charakteristisches Merkmal von verschiedenen krankheitswertigen psychischen Störungen ist.

Grundsätzlich unterscheidet man eine formale Denkstörung von einer inhaltlichen Denkstörung.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet erkennt man eine formale Denkstörung auf der Grundlage einer Idee, die man auf den Sachverhalt anwendet bzw. projiziert. Es wird eine formale Denkstörung also durch den Begriff der Idee erkannt (vgl. mit Kant Zitat 7). Man kann auch sagen: eine formale Denkstörung wird durch ein psychiatrisches Konzept erkannt, das auf die psychischen Auffälligkeiten projiziert wird. Man kann also dieses psychopathologische Phänomen nicht biologisch, sondern nur psychologisch bzw. nur psychopathologisch erkennen. Es wird eine formale Denkstörung also auf der Grundlage der Phänomenologie, wie sie in der Psychopathologie entwickelt worden ist, erkannt. Man kann auch sagen: das psychopathologische Phänomen der formalen Denkstörung wird durch eine systematische Einheit erkannt, die in der Form des Begriffs der Idee im Bewusstsein der erkennenden Person erscheint, wenn diese Fachperson im konkreten Fall die Merkmale der formalen Störung in der Gedankenentwicklung der Person bemerkt und diese unter diesem Merkmal geistig auffasst  (vgl. mit Kant Zitat 7).

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(letzte Änderung 16.12.2016, abgelegt unter Psychopathologie, psychische Störung, Psychose, denken, Definition, Psyche)

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