Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

einfache Ursache

Eine einfache Ursache ist eine Ursache, die konstant eine gewisse Wirkung hervorruft.

Ein Beispiel für eine einfache technische Ursache ist eine durchgebrannte Glühbirne, so dass dadurch der Raum nicht mehr erleuchtet wird.

Ein Beispiel für eine einfache Ursache in der Natur ist der Sachverhalt, dass Wasser auf Meereshöhe in Folge der Wärmezufuhr bei 100 Grad Celsius zu kochen beginnt. Die zugeführte Wärme ist in diesem Fall die (einfache) Ursache, die diese Wirkung hervorbringt.

Wenn man allerdings beginnt den Luftdruck zu variieren, so bemerkt man, dass die Gesetzmäßigkeit nicht mehr gültig ist, und aus dieser Ursache eine dynamische Ursache wird.

Die Gesetzmäßigkeit gilt also tatsächlich nur unter gewissen konstanten Bedingungen. Ansonsten ist diese Gesetzmäßigkeit nicht mehr gültig.

Das heißt man kann nur unter genau dieser Bedingung in Bezug auf die Prognose mit Sicherheit wissen was geschehen wird, in jedem anderen Fall weiß man eigentlich nicht wirklich was geschehen wird, außer man hat dazu schon eine gewisse Erfahrung und kann daher ungefähr abschätzen wie es kommen wird.

Man erkennt damit, dass Immanuel Kant völlig recht hatte, wenn er gesagt  hat, dass eine Idee nicht konstitutiv, sondern nur regulativ ist (vgl. mit Kant Zitat 3a).

In diesem Sinn erlangt man durch die Idee, in diesem Fall die Idee der Kausalität ist, immer nur beschränktes Wissen (vgl. mit Kant Zitat 3a).

Wenn mehrere Faktoren durch ihr Zusammenwirken eine Wirkung hervorbringen bzw. eine Erscheinung als deren Folge entsteht, dann kann man nicht mehr von einer einfachen Ursache sprechen, sondern handelt es sich in einem solchen Fall um ein komplexe Ursache.

Es liegt in der Natur der Sache begründet, dass in der Biologie und daher auch in der Medizin viele Ursachen von der Art einer komplexen Ursache sind, und es überrascht auch nicht, dass in der Psychiatrie die psychischen Störungen in Folge von komplexen Ursachen als Folge von vielen verschiedenen Faktoren in Erscheinung treten. Analoges gilt auch für die Psychologie und die Erscheinungen Psychotherapie und Psychosomatik.

Und natürlich auch für viele andere Bereiche des Wissens.

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(letzte Änderung 10.10.2016, abgelegt unter Ursache, Wirkung, Kausalität, Philosophie, Gutachten)

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