Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Denken – Einleitung

Das Denken erfolgt in Begriffen, in Worten.

Wir können über Informationen sprachlich nur denken, wenn wir die Informationen in Begriffen denken.

Wir müssen die Informationsinhalte“, also in „Begriffe“ „abpacken“, damit sie „denkbar“ werden. Erst dann können wir über diese Denkinhalte, über diese Denkobjekte nachdenken und mit ihnen Überlegungen anstellen.

Betrachtet man die „Gegenstände“ unseres Denkens, so bemerkt man, dass ein Teil davon sich auf tatsächlich existierende Gegenstände, auf „Gegenstände schlechthin„bezieht, und ein anderer Teil auf „Gegenstände“, die uns nur als „Gegenstände“ in der Vorstellung, also als „Gegenstand in der Idee“ gegeben sind.

Tatsächlich existierende Gegenstände sind z.B. ein Tisch, eine Lampe, ein Berg, ein Tal usf. Gegenstände in der Idee sind z.B. die Vorstellungen: Glück, Freude, Trauer, Jugend, Alter, Krankheit, Gesundheit, Intelligenz, Normalität, Psychiatrie, Psychologie, Depression, Manie, Psychose usf.

Immanuel Kant unterscheidet daher „Gegenstände schlechhin von „Gegenständen in der Idee“ und er schreibt folgendes:

          ” Es ist ein großer Unterschied, ob etwas meiner Vernunft, als ein Gegenstand schlechthin, oder nur als ein Gegenstand in der Idee gegeben wird. In dem ersteren Falle gehen meine Begriffe dahin, den Gegenstand zu bestimmen; im zweiten ist es wirklich nur ein Schema, dem direkt kein Gegenstand auch nicht einmal hypothetisch zugegeben wird, sondern welches nur dazu dient, um andere Gegenstände, vermittelst der Beziehung auf diese Idee, nach ihrer systematischen Einheit, mithin indirekt uns vorzustellen.” (siehe -> Kant Zitat 7)

Unser Denken bezieht sich also zum Teil auf demonstrierbare Objekte, die uns tatsächlich als Erkenntisobjekt gegeben sind, und andererseits auf Erkenntnisobjekte, die uns nur auf der Ebene unserer Vorstellungen, also nur auf der Ebene unserer Ideen als Erkenntnisobjekt gegeben sind, bzw. die auf dieser Ebene in unserem Bewusstsein erscheinen, wenn wir gewisse andere Erkenntnisobjekte durch den Bezug auf das Schema dieser Idee auffassen. (vgl. mit Kant Zitat 7)

 

(letztes update 23.3.2012) (St > 100)

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