Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Indifferenz

Die Indifferenz ist das „weder noch“.

Im Yoga und in der Meditation entspricht die Indifferenz dem was durch die Aussage in Sanskrit: neti neti („not this, not that“) gemeint ist.

Dabei entsteht die Indifferenz durch die innere Neurtralität in Bezug auf den Inhalt der Psyche.

Im Hinblick auf den Körper entspricht die Mittelstellung oder beim Embryo die Embryonalhaltung der Indifferenz, weil in diesen Haltungen die gegenseitige muskuläre bzw. die körperliche Spannung gleich bzw. indifferent ist.

Indifferenz bei psychischer Spannung und/oder bei körperlicher Spannung:

Das Beibehalten der indifferenten Haltung bewirkt – früher oder später – das Nachlassen der psychischen Spannung, falls eine solche vorhanden ist.

Oder es bewirkt das Beibehalten der indifferenten Haltung – früher oder später – das Nachlassen der körperlichen Spannung, falls eine solche vorhanden ist.

Insofern es durch den Umstand, dass keine Wahl getroffen wird bzw. der Zustand der Psyche am Punkt der Indifferenz verweilt es zur spontanen Auflösung der Spannung bzw. zur spontanen Abreaktion kommt.

Neurobiologisch betrachtet kann man sich dies so vorstellen, dass durch das Verweilen am „Punkt“ der Indifferenz zwei gegensätzliche neuronale Muster sich das Gleichgewicht halten – es kann in diesem Zustand also weder das eine noch das andere dominieren bzw. den weiteren Lauf des neuronalen Prozesses bestimmen. Dies bedeutet – es kommt dadurch bedingt – früher oder später zur spontanen Neutralisierung. Man kann auch sagen, weil weder die eine noch die andere neuronale Aktivität sich durchsetzen kann – kommt es zum spontanen Ausgleich der neuronalen Spannung bzw. der neuronalen Aktivität die diese Funktion bewirkt.

Oder in anderen Begriffen formuliert kann man sagen: wegen der Indifferenz kann sich weder die eine noch die andere neuronale Funktion durchsetzen und es kommt dadurch bedingt zur Neutralisierung bzw.  neutralisieren sich die neuronalen Funktionen im Lauf der Zeit gegenseitig. Das heißt früher oder später verebben sie und kann man daher sagen dass es zum spontanen Ausgleich kommt.

Dieser Sachverhalt ist unter anderem für den Yoga und für die Meditation von Bedeutung.

Und er ist auch für das psychischen Phänomene der Abreaktion und für die sogenannte Katharsis von Bedeutung.

.

(letzte Änderung 20.12.2020, abgelegt unter: Definition, Erleben, Medizin-Psychotherapie-Yoga-Meditation, Psyche, Spannung-Entspannung)

.

……………………………

weiter zum Beitrag: Entspannung

…………………………….

weiter zum Beitrag: Loslassen

……………………………..

weiter zum Beitrag: psychische Entspannung

……………………………..

weiter zum Beitrag: körperliche Entspannung

………………………………

weiter zum Beitrag: Spannung-Entspannung-Definition

……………………………….

weiter zum blog: Medizin-Psychotherapie-Yoga-Meditation

………………………………..

Antiloop GmbH / bechtold.at.