Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Erinnerung

Die Erinnerung ist das Hervorholen eines Erlebnisinhalts aus dem Gedächtnis.

Durch die Erinnerung wird das Erlebnis/der Gedanke /das geistige Bild/die Vorstellung usf. durch den mentalen Prozess (aus dem Gedächtnis) ins Bewusstsein gebracht.

Es erscheint die Erinnerung also infolge des mentalen Prozesses im Bewusstsein der Person.

Ich kann auch sagen: die Erinnerung erscheint als Folge der psychischen Funktion im Bewusstsein der Person bzw. wird sie durch die passende Assoziation ins Bewusstsein befördert.

Durch die Erinnerung gelangt also ein Inhalt der Psyche aus dessen Speicher ins Bewusstsein – man kann auch sagen aus dem Unbewussten – ins Bewusstsein der Person.

Ebenso kann man sagen: die Erinnerung ist das Memorieren eines Inhalts der Psyche der durch das Erleben – somit durch die Erfahrung und/oder durch die Überlegung – zu einem früheren Zeitpunkt gewonnen und im Gedächtnis eingespeichert worden ist – und der nun wieder ins Bewusstsein gelangt.

Neurobiologisch betrachtet beruht die Erinnerung auf der neuronalen Funktion die neuronale Muster reaktiviert. Durch die Erinnerung wird also ein gewisser neuronaler Prozess in Gang gesetzt der diese Inhalte im Bewusstsein bewirkt.

In diesem Sinn bewirkt die Erinnerung eine bestimmte neuronale Aktivität im Nervensystem.

Der psychische Vorgang der Erinnerung spielt sich also infolge des neuronalen Prozesses in den neuronalen Netzwerken des Nervensystems ab.

Zum Beispiel kann der neuronale Prozess durch einen Sinnesreiz angestoßen zur Erinnerung einer bestimmten Vorstellung führen.

Auf diesem Weg können Reize von außen die Assoziation von Vorstellungen bewirken. Oder es kann bei gegebener Gelegenheit spontan ein Tagtraum im Bewusstsein der Person entstehen. Oder während dem Schlaf ein Traum.

Auch sonstige Erlebnisse die Gedächtnisinhalte hinterlassen haben können durch wieder aktiviert werden bzw. können dadurch Erinnerungen aktiviert werden.

Zu Einschränkungen und Störungen der Erinnerung:

Es ist evident, dass die Erinnerungsfähigkeit eingeschränkt ist wenn die normale Ermüdung eintritt. Im Zustand der massiven Übermüdung kann die Erinnerungsfähigkeit deutlich eingeschränkt sein. So auch im Zustand der nervlichen Erschöpfung respektive in dem der psychischen Erschöpfung diese Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt sein.

Auch in dem Fall, wenn das Nervensystem noch nicht ausreichend aktiviert ist, etwa im Rahmen des Aufwachens ist die Erinnerungsfähigkeit – von Person zu Person verschieden mehr oder weniger eingeschränkt (Morgenmuffel). Dafür werden andere Menschen schneller am Abend müde und es fällt ihnen dann nichts mehr ein.

Störungen der Erinnerung im Rahmen von psychischen Störungen:

Bei diversen psychischen Störungen können krankheitswertige Störungen der Erinnerung bzw. der Erinnerungsfähigkeit auftreten. So kann dies etwa bei einer ausgeprägten Depression der Fall sein oder der bei einem organischen Psychosyndrom (OPS), insbesondere falls die psychische Störung das Ausmaß einer Psychose erlangt hat. So etwa bei einer Form von Demenz vom Typ der Alzheimerdemenz, Alzheimerkrankheit, vaskuläre Demenz bzw. Multi-Infarkt-Demenz usf.)

Andre Formen von Störung der Erinnerung treten bei einer  neurotischen Störung somit bei einer Neurose auf. Es ist dies eine komplexbedingte Störung der psychischen Funktion, die sich durch eine Störung der Erinnerung bzw. der Erinnerungsfähigkeit zu gewissen Themen manifestiert. Man stellt sich gemäß dieser (tiefenpsychologischen) Theorie vor, dass ein Komplex auf die Psyche einwirkt und die Erinnerung wegen gewisser Inhalt (die mit Scham/Schuld behaftet sind) blockiert wird. Es ist dies also eine Form von Störung die im Vorbewussten oder im Unbewussten (Freud`sche Fehleistung im Sinn einer komplexhaft bedingten Assoziationsstörung) auftritt und das Unvermögen der  Erinnerung im Rahmen einer gewissen Situation bewirkt.

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(letzte Änderung 18.11.2020, abgelegt unter: Bewusstheit, Definition, Demenz, Depression, Diagnostik, Diagnostizieren, Erinnerung, Erkennen, Erleben, Gedächtnis, Gedächtnistheorie, Nervensystem, Neurologie, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Störung, Forensische Psychiatrie, gutachterlicher Begriff, psychiatrischer Begriff, psychologischer Begriff)

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