zweckmäßige Einheit

Eine zweckmäßige Einheit ist eine Einheit die einen Zweck bzw. einen Nutzen erfüllt.

Es ist eine zweckmäßige Einheit also eine nützliche Einheit, weil sie einen Nutzen mit sich bringt, indem sie einen gewissen Zweck (vgl. mit Kant Zitat 3a) bestmöglich erfüllt.

Betrachtet man sämtliche Einheiten, die es gibt, dann findet man Einheiten, die man auf der „Ebene der Objekte“ entdeckt und beschrieben hat, und andererseits findet man nützliche Einheiten, die man nur auf der „Ebene der Ideen“ erkennen und beschreiben kann.

Beziehungsweise hat man diese nützlichen Einheiten, die man nur auf der „Ebene der Ideen“ durch das begriffliche Denken erkennen kann, auf Grundlage der charakteristischen Merkmale definiert, die diese nützliche Einheit bzw. die diese zweckmäßige Einheit charakterisieren.

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Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet findet man, dass diese Art von Einheiten, die man nur auf der „Ebene der Ideen“ beschreiben, charakterisieren und definieren kann, uns nur als „Gegenstand in der Idee“ gegeben sind.

Es ist hier die zweckmäßige Einheit nämlich der Begriff der Idee, der mir als die systematische Einheit der Idee gegeben ist, falls ich die Merkmale der Idee durch das Schema der Idee geistig auffasse (vgl. mit Kant Zitat 7).

Beziehungsweise erscheint der Begriff der Idee, als die systematische Einheit der Idee, in meinem Bewusstsein, falls ich den den gegenständlichen Sachverhalt durch das Schema dieser Idee geistig auffasse. (vgl. mit Kant Zitat 7).

Demgemäß ist hier die systematische Einheit der Idee bzw. der Begriff der Idee eine zweckmäßige Einheit im Sinn von Immanuel Kant, weil ich durch diese systematische Einheit der Idee die Merkmale der Idee durch das Schema der Idee geistig auffassen kann.

So kann ich zum Beispiel durch den Begriff der Idee die Merkmale der Idee in Bezug auf ein bestimmtes Wort in einer bestimmten menschlichen Sprache erkennen.

Beziehungsweise durch den Begriff dieses Wortes geistig begreifen, und deswegen den vorliegenden Sachverhalt durch das entsprechende Wort benennen, falls im vorliegenden Fall bzw. im die Merkmale des Worts vorliegen und ich deswegen den Sachverhalt durch das Schema der Idee bzw. durch den Begriff der Idee geistig begreifen kann.

Und man bemerkt, dass in Bezug auf diesen Vorgang des Erkennens dies nur einem Menschen durch das  begriffliche Denken möglich ist.

Das heißt ein hoch entwickeltes Tier kann einen derartigen Sachverhalt nicht erkennen, weil es nicht begrifflich Denken kann. Vielmehr kann ein hoch entwickeltes Tier einen manch einen Sachverhalt nur situativ bzw. durch das praktische situative Denken erkennen, weil es aus praktischer Erfahrung eine derartig praktische/tatsächliche Situation kennt.

Mit anderen Worten das hoch entwickelte Tier kann nicht auf der Grundlage von Begriffen denken kann, sondern es kann den Sachverhalt nur erkennen falls es ihn durch die Situation unmittelbar erlebt.

Im Gegensatz dazu kann jedoch ein Mensch, falls er in einer menschlichen Gesellschaft aufgewachsen ist und er in dieser menschlichen Gesellschaft das Denken und das Sprechen in dieser menschlichen Sprache gelernt hat, zum Beispiel entscheiden, ob das Wort gegebenen Sachverhalt treffend bezeichnet und man demgemäß den Sachverhalt deswegen durch diesen Begriff geistig begreifen kann. Beziehungsweise kann man im gegebenen Fall den Sachverhalt durch dieses Wort auch schriftlich bezeichnen, weil alle Menschen dieses Erkenntnisobjekt als solches durch diesen Begriff bezeichnen weil uns dieses Erkenntnisobjekt als Gegenstand schlechthin gegeben ist.

Oder ob dies nicht möglich ist, weil uns das Erkenntnisobjekt im gegebenen Fall nur als Begriff der Idee bzw. nur durch die systematische Einheit der Idee begreifbar gegeben ist.

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Demgemäß ist zum Beispiel die systematische Einheit der Idee „glücklich“ eine zweckmäßige Einheit im Sinn von Immanuel Kant (vgl. mit Kant Zitat 3a), die durch die reine Vernunft bzw. die durch den hypothetischen Vernunftgebrauch erkannt wird.

Ich kann diese hypothetische Einheit bzw. diese zweckmäßige Einheit auf den gegenständlichen Fall anwenden bzw. das entsprechende Wort bzw. den passenden Begriff verwenden, falls ich im gegenständlichen Fall z. B. bei der Person gerade die Merkmale des „glücklich“ seins erkenne.

Demgemäß kann man sagen, dass der Begriff der Idee „glücklich“ sein durch diese Merkmale charakterisieren  bzw. kann man allgemein die Idee „glücklich“ sein durch diese Merkmale definieren.*

Beziehungsweise kann man im gegebenen Fall den Sachverhalt durch diesen Begriff geistig begreifen, falls das Schema der Idee „glücklich“ sein im gegebenen Fall passend ist.

Unter einem anderen Blickwinkel betrachtet kann man sagen, falls im gegenständlichen Fall die charakteristischen Merkmale der Idee „glücklich“ sein vorliegen, dann kann der gegenständliche Sachverhalt durch den Begriff der Idee „glücklich“ sein bzw. durch das Wort „glücklich“ sein geistig aufgefasst werden.

Beziehungsweise ist das Wort „glücklich“ demgemäß durch dieses Schema der Idee definiert. (vgl. mit Kant Zitat 5).

Demgemäß ist diese systematische Einheit der Idee bzw. dieses Schema der Idee entsprechend  in dieser menschlichen Sprache definiert worden.

Beziehungsweise kann man das Zutreffen des Wortes bzw. das Zutreffen des Begriffs der Idee – im gegebenen Sachverhalt auf den Sachverhalt anwenden, falls man diesen durch den hypothetischen Vernunftgebrauch geistig erkennen bzw. geistig auffassen kann (vgl. mit Kant Zitat 7).

Die Definitionen dieser systematischen Einheiten bzw. die Definitionen dieser zweckmäßige Einheiten wurden nämlich auf der Grundlage der Erfahrung und der vernünftigen Überlegung erkannt.

Beziehungsweise hat man auf dieser Grundlage die Definition des Schema der Idee erkannt – und können daher Menschen Sachverhalte durch das passende Wort auf dieser Grundlage sprachlich bzw. geistig kommunizieren.

Und es sind diese Einheiten in Bezug auf ihre Grenzen auf der „Ebene der Ideen“ gegenüber anderen zweckmäßigen Einheiten bzw. gegenüber anderen systematischen Einheiten durch den Sprachgebrauch bzw. im sprachlichen Umgang definiert worden.

Dadurch bilden gleichartige derartige systematische Einheiten unter sich auf der „Ebene der Ideen“ ein (definiertes) System – und es hat Immanuel Kant diese Einheiten deswegen treffend als systematische Einheiten bezeichnet.

Man findet in verschiedenen Bereichen in diesem Sinn zweckmäßige Einheiten.

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Begriff einer zweckmäßigen Einheit im Sinn von Immanuel Kant:

Der Begriff einer zweckmäßigen Einheit im Sinn von Immanuel Kant ist ein regulativer Begriff. (vgl. mit Kant Zitat 3a)

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Zweckmäßige Einheiten wie sie als regulative Begriffe in den verschiedenen Bereichen entstanden und zum Teil implizit und zum anderen Teil explizit definiert worden sind:

Zum Beispiel sind die psychologischen Einheiten – also die psychologischen Begriffe – in der Psychologie und die fachlichen Begriffe in der Psychiatrie – also die psychiatrischen Begriffe in der Psychiatrie regulative Begriffe die den Zusammenhang der psychologischen Phänomene auf der „Ebene der Ideen“ bzw. auf der „Ebene der Ideen“ regeln.

Demgemäß sind dies im hier gemeinten Sinn zweckmäßige Einheiten im Sinn von Immanuel Kant.

In diesem Sinn ist der Begriff Intelligenz, oder der Begriff Demenz eine zweckmäßige Einheit. Oder es ist auch der Begriff Psychose oder der Begriff Neurose eine zweckmäßige Einheit. Überhaupt sind alle psychiatrischen Diagnosen und auch sämtliche psychologischen Begriffe, die für psychische Phänomene stehen zweckmäßige Einheiten, etwa die Einheiten: Stimmung, Kognition, Konzentration usf. und auch die psychopathologischen Einheiten bzw. die psychopathologischen Begriffe: Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, formale Denkstörung, inhaltliche DenkstörungHalluzination, Kritikstörung, kognitive Störung, affektive Störung, Agitiertheit usf. sind zweckmäßige Einheiten bzw. regulative Begriffe durch die gewisse psychische / psychopathologische Auffälligkeiten unter diesen Begriffen aufgefasst werden können. Es sind also die Begriff für sämtliche psychischen Störungen und damit die psychiatrischen Diagnosen: Schizophrenie, Depression, Schizo-affektive Störung, OPS, die Begriffe für die unterschiedlichen Persönlichkeitsstörungen, die Diagnose ADHS, Autismus usf. zweckmäßige Einheiten. bzw. sind diese Begriffe regulative Begriffe die sich auf der „Ebene der Ideen“ – in einem gewissen psychiatrisch-diagnostischen System auf der „Ebene der Ideen“ gegenseitig regeln, weil alle diese Erkenntnisobjekte uns nur als Gegenstand in der Idee gegeben sind.

Zweckmäßige Einheiten in der Diagnostik

In der Medizin sind z.B. die Begriffe der medizinischen Diagnosen: „Migräne“, „Spannungskopfschmerz“, „Fibromyalgie“, „Somatoforme Schmerzstörung“, „Vegetative Dystonie“ usf. zweckmäßige Einheiten. Oder es sind die diagnostischen Einheiten, die für gewisse körperliche Phänomene und Symptome stehen zweckmäßige Einheiten, etwa die Einheiten: Schwindel, Schwäche, Kraftlosigkeit, Atemnot, Schmerz, Energielosigkeit, Schlaf, Schlaflosigkeit bzw. Schlafstörung usf.

In der Psychiatrie sind alle diagnostischen Einheiten also sowohl die Einheiten der einzelnen psychopathologischen Phänomene, wie auch die Einheiten für die gesamten psychischen Symptomenkomplexe, somit alle Begriffe der psychiatrischen Diagnosen zweckmäßige Einheiten im Sinn von Immanuel Kant. Weiters auch die Begriffe: Neurose, Psychose, Delir, Wahn, Paranoia usf.

In der Psychologie sind die Begriffe für die verschiedenen psychischen Phänomene und auch sonst viele Begriffe zweckmäßige Einheiten, so auch die Einheiten Intelligenz, Zuverlässigkeit, Verlässlichkeit, Reaktionsfähigkeit usf.

In der Psychotherapie sind die Begriffe das Unbewusste, Überich, psychischer Komplex usf. zweckmäßige Einheiten und damit nützliche Einheiten wenn diese Begriffe kritisch verwendet werden.

In der Psychosomatik sind die diagnostischen Einheiten Anorexie, Bulimie usf. zweckmäßige Einheiten.

In der Alternativmedizin ist etwa der Begriff „Herd“ (etwa in Bezug auf einen devitalisierten Zahn) eine zweckmäßige Einheit oder der Begriff „Meridian“ in der Akupunktur usf. zweckmäßige Einheiten.

In der Physiologie ist der Begriff Hormonsystem, oder der Begriff vegetatives Nervensystem eine zweckmäßige Einheit.

Zweckmäßige Einheiten im Gutachterwesen und der Rechtsprechung

Im Gutachterwesen und in der Rechtsprechung sind etwa die Begriffe: Gutachten, Sachverständiger, Gutachter, befangen, unbefangen, Dispositionsfähigkeit, Diskretionsfähigkeit, Testierfähigkeit, Geschäftsfähigkeit, Verhandlungsfähigkeit, Schuldfähigkeit,“Arbeitsfähigkeit“, „Minderung der Erwerbsfähigkeit“, „Leistungskalkül“ usf. zweckmäßige Einheiten.

Ferner sind die Einheiten: Kausalität, Klassifikation, Systematik, Konzept usf. zweckmäßige Einheiten.

Es finden sich also in den verschiedensten Bereichen Begriffe die zweckmäßige Einheiten sind.

Durch solche Begriffe kann eine Gegebenheit bzw. ein Sachverhalt definiert, geistig aufgefasst (vgl. mit Kant Zitat 7) intellektuell kommuniziert und in der Praxis oder in der Theorie beurteilt werden und es erfüllen damit diese Begriffe bzw. diese Einheiten einen gewissen Zweck (vgl. mit Kant Zitat 3a und Kant Zitat 2)

Im Bankwesen ist der Begriff „Kredit“ eine zweckmäßige Einheit, oder der Begriff „Darlehen“ usf. In der Ökonomie bzw. im Finanzwesen und im Staatswesen sind die Begriffe „Bruttosozialprodukt“, „Lohnstückkosten“, „Staatsverschuldung“ usf. zweckmäßige Einheiten, durch die man gewisse Sachverhalte durch den Bezug auf diese systematischen Einheiten geistig auffassen und bestimmen kann (vgl. mit Kant Zitat 7).

Man findet also in den verschiedensten Bereichen zweckmäßige Einheiten, wie diese im Laufe der Zeit innerhalb einer Sprache entweder implizit definiert worden sind, oder wie sie explizit definiert worden sind und wie sie wegen ihrer Nützlichkeiten einen gewissen „Zweck“ erfüllen.

Man findet also, dass diese systematische Einheiten auf der Grundlage von nur problematisch zum Grund gelegten Einheiten erkannt worden sind und daher sind diese Einheiten die Begriffe von bloßen Ideen (vgl. mit Kant Zitat 8).

Abschließend kann man also sagen, dass eine zweckmäßige Einheit eine auf der Grundlage der Erfahrung entstandene systematische Einheit ist, die einen gewissen „Zweck“ erfüllt und dass sie daher nützlich ist. Andererseits ist auch eine Einheit, die man in der Natur als Einheit entdeckt hat in gewisser Hinsicht „nützlich“. Eine solche Einheit ist jedoch nicht eine Einheit, die von Menschen eingeführt und auf der Grundlage des Verstandes und der Vernunft und im Hinblick auf einen „Zweck“ definiert worden ist.

Weitere Beispiele von zweckmäßigen Einheiten:

Zweckmäßige Einheiten in der Rechtsprechung:

Die einzelnen Gesetze und Gesetzesbereiche sind zweckmäßige Einheiten im hier gemeinten Sinn

Etwa das Privatrecht, das Zivilrecht, das Pflegschaftrecht, usf. und auch die einzelnen Gesetze in diesen Bereichen sind zweckmäßige Einheiten.

Zweckmäßige Einheiten im Bankenwesen sind die Begriffe:

Kreditinstitut

Bank

Zentralbank

Kredit

Zinsen

Darlehen

usf.

In diesem Sinn gibt es in den verschiedensten Bereichen zweckmäßige Einheiten die auf der Ebene der Ideen durch gewisse Begriffe definiert worden sind und die in gewisser Hinsicht nützlich und damit zweckmäßig sind.

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Anmerkung *:

Um es also nochmals deutlich zu machen man muss unterscheiden ob das Erkenntnisobjekt tatsächlich als Gegenstand schlechthin gegeben ist oder ob das Erkenntnisobjekt nur als Gegenstand in der Idee gegeben ist.

Falls das Erkenntnisobjekt nur als Gegenstand in der Idee gegeben ist kann ich es nur geistig begreifen.

Das heißt ich kann das Erkenntnisobjekt in diesem Fall nur durch mein Denken bzw. nur durch den Begriff der Idee begreifen, weil es mir nicht wirklich – nicht tatsächlich – gegeben ist.

Nur Erkenntnisobjekte die tatsächlich als Gegenstand schlechthin gegeben sind kann man mit den eigenen Händen begreifen.

 

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(letzte Änderung 11.09.2025, abgelegt unter Definition, Einheit, Diagnostik, Philosophie)

zuletzt pos. 1 am 07.09.2022

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