Zentrierung

Die Zentrierung ist die Ausrichtung auf ein Zentrum.

Man kann auch sagen, dass die Zentrierung die Konzentration einer Aktion oder einer Funktion auf einen Mittelpunkt ist.

Dabei kann das Zentrum ein „physisches“ Zentrum sein, oder es kann dies ein meta-physisches respektive ein geistiges Zentrum sein.

Deswegen kann man z. B. beim Menschen eine Zentrierung der körperlichen Funktion und eine Zentrierung der geistigen Funktion beschreiben.

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Zur körperlichen Zentrierung:

Die körperlichen Aktionen und die körperlichen Funktion werden durch die neuronale Funktion bestmöglich gesteuert und geregelt. Unter einem anderen Blickwinkel betrachtet kann man sagen, dass das Nervensystem als zentrale Funktionseinheit diese Aktionen und Funktionen infolge der Beschaffenheit der neuronalen Struktur, im Verbund mit den anderen Organen des Organismus, bestmöglich die körperliche Zentrierung der Aktion und Funktion leisten kann.

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Zur geistigen Zentrierung:

Falls es sich um einen geistiges Zentrum handelt, dann ist dies eine gewisse Vorstellung die im Bewusstsein deer Person erscheint.

Dies kann ein gewisser Gedanke sein bzw. kann dies eine gewisse Idee sein, die im Bewusstsein der denkenden Person etwa als ein geistiges Bild oder als sonst eine Vorstellung erscheint.

Oder es ist dies sonst ein Inhalt der in diesem Zentrum des Geistes erscheint.

Oder es bildet sich ein Zentrum der Aufmerksamkeit ohne dass eine Absicht besteht.

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Neuro-biologisch betrachtet ist die Zentrierung die Fokussierung der neuronalen Aktivität im Rahmen einer gewissen neuronalen Funktion.

 

Dies ist im zentralen Nervensystem – hier insbesondere im Gehirn – eines höher entwickelten Tieres oder bei einem Menschen der Fall, falls dieses Lebewesen z. B. durch die vorhandene Sinneswahrnehmung aktiviert worden ist und diese Wahrnehmung im Zentrum des Bewusstseins steht.

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Weiteres zur geistigen Zentrierung:

Der geistigen Zentrierung liegt oftmals eine gewisse Überlegung zu Grunde.

Oder die Zentrierung des Geistes erfolgt ohne innere Ausrichtung und ist dann von der passiven Art.

 

Zur Zentrierung des Geistes von der aktiven Art:

Bei dieser Form der Zentrierung des Geistes konzentriert man sich auf einen konkreten Gedankeninhalt.

Dadurch kommt es zur Ausrichtung der Überlegungen in diese Richtung – um etwa die bestmögliche Lösung zu finden.

Zur Zentrierung des Geistes von der passiven Art:

In Fall der passiven Zentrierung des Geistes liegt der inneren Ausrichtung keine bestimmte Vorstellung zu Grunde, sondern eine innere Schau von der Art des inneren Zeugen der als passiver Beobachter – als Schauender – als „innerer Beobachter“ – (vgl. mit Patanjali Zitat 1), der „innere Seher“ – drastha – „he who sees“ der das Geschehen von diesem Zentrum aus beobachtet (vgl. mit Patanjali Zitat 2).

Im zuerst genannten Fall wird bei der Zentrierung die Aufmerksamkeit absichtlich auf die konkrete, intendierte Vorstellung ausger(ichtet, wohingegen dies beim „inneren Zeugen“, beim „inneren Beobachter“ bzw. bei der Achtsamkeit nicht der Fall ist.

In beiden Fällen ist jedoch die Wachheit – man kann auch sagen: die passive Konzentration vorhanden, die die spontane Assoziation mit Bewusstheit ermöglicht.

Man kann auch sagen: bei der geistigen Zentrierung konzentriert man sich entweder auf eine gewisse Vorstellung, oder man ist sich nur des Inhalts des Bewusstseins bewusst.

So ist etwa der Musiker beim konzentrierten Musizieren sich der Entwicklung der Melodie bewusst, oder die Baletttänzerin der fortlaufend sich entwickelnden Bewegung.

Aus neurobiologischer Sicht betrachtet ist die Zentrierung – oder man kann auch sagen die Fokussierung – die Fähigkeit des Nervensystems sich auf einen Fokus hin auszurichten. Dabei gründet sich dieses Vermögen auf die Beschaffenheit der Nervenzellen und auf die Struktur der neuronale Netzwerke. Dadurch kann die neuronale Aktivität auf diesen Fokus hin ausgerichtet werden der die neuro-bio-elektrische Aktivität auf diesen Bereich konzentriert. Wahrscheinlich kommt es dadurch bedingt zur Steigerung der neuronalen Funktion in diesem Bereich was infolge mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ausbildung von Synapsen – und damit letztlich die Steigerung der Funktion in gewisser Hinsicht befördert. Man kann sich also vorstellen, dass bei der Entwicklung des Nervensystems die Zentrierung des Bewusstseins eine wesentliche Rolle spielt bzw. dies ein wesentlicher Faktor der die Neuroplastizität ist.

Auswirkungen der Zentrierung des Bewusstseins:

Die Zentrierung befördert in geistiger Hinsicht die subjektive Erkenntnis und damit das Können in vielen Bereichen. So befördert die Zentrierung zum Beispiel das Lernen durch die bessere Konzentration. Überhaupt wird dadurch das gegenwärtige Erleben ins Zentrum des Bewusstseins gerückt. Es kommt dadurch also zur Zentrierung des Bewusstseins.

Man hat Grund zur Annahme dass die Zentrierung des Bewusstseins in vielerlei Hinsicht förderlich ist. Dadurch wird die Harmonisierung befördert und dies steigert Befinden und damit das Wohlbefinden.

Man kann auch sagen, dass dies psychische Funktion, damit auch die geistige Funktion und ebenso die körperliche Funktion verbessert und steigert.

Dies ist also förderlich für die Psyche und überhaupt für die Gesundheit – falls dies angemessen praktiziert wird.

Diese Erfahrung hat man aus der Praxis des Yoga und der Meditation und aus dem alltäglichen Tun erlangt.

In meditativer Hinsicht kann man auch sagen: die Zentrierung führt zur Ausbildung eines Zentrums im Sinn einer Einheit im Bewusstsein.

In diesem Sinn ist die Praxis der Achtsamkeit eine Praxis der Zentrierung. Oder man kann auch sagen: die Meditation ist eine Praxis der Zentrierung, bei der das Bewusstseins auf ein Zentrum hin ausgerichtet ist. In gleicher Weise erfolgt auch beim Yoga eine Zentrierung wenn gewisse Asanas mit Achtsamkeit praktiziert werden.

Auf diese Art und Weise entsteht durch eine konzentrative Praxis ein Zentrum im Bewusstsein (vgl. mit Osho Zitat 2)

In dieser Hinsicht sind im Yoga und in der Meditation spezielle Praktiken entwickelt worden, durch die die Zentrierung nach einer Methode befördert und entwickelt wird. Anzumerken ist, dass natürlich auch sonstige Aktivitäten, die mit einer gewissen Aufmerksamkeit und Konzentration durchgeführt werden die psychische Zentrierung befördern. Die Zentrierung ist für die neuronale Integration im Organismus und somit für die Gesundheit von erheblichem Wert und somit von Bedeutung.

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Psychologisch betrachtet ist die Zentrierung ein psychisches Phänomen das subjektiv erlebt wird. Daher spricht man in der Psychologie (Psychiatrie) von der Konzentration bzw. vom Vermögen zur Konzentration, also vom Konzentrationsvermögen.

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Aus der Sicht des Geistes betrachtet ist die Zentrierung ein geistiges Phänomen. (vgl. mit Osho Zitat 2 und mit Osho Zitat 17d)

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Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet wird die Zentrierung auf der Grundlage einer Idee erkannt. Man denkt sich unter der Idee der Zentrierung bzw. unter dem Begriff der Zentrierung, wie sich eine (systematische) Einheit im Sinn eines „Zentrums“ bildet.

Weil der Begriff der Idee „Zentrierung“ eine systematische Einheit ist, dies eine nur problematisch zum Grund gelegte Einheit (vgl. mit Kant Zitat 8).

Man kann auch sagen, dass dies eine projektierte Einheit ist.

Und weil hier diese Einheit in verschiedener Hinsicht von Nutzen ist, ist der Begriff der Idee „Zentrierung“ eine zweckmäßige Einheit im Sinne von Immanuel Kant.

Unter diesem Begriff kann man sich nämlich vorstellen, wie etwa die Praxis der Achtsamkeit zur Ausbildung dieser zweckmäßigen bzw. nützlichen Einheit führt (vgl. mit Osho Zitat 17 D2), insofern die Zentrierung der neuronalen Aktivität die neuronale Funktion positiv beeinflusst und damit die Gesundheit stärkt – wovon nachfolgend noch die Rede ist.

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Neurophysiologisch bzw. biologisch betrachtet kann man sagen, dass die psychische Zentrierung eine Praxis ist, bei der gewisse neuronale Vorgänge zur Ausbildung dieses mentalen Zentrums führen. Man kann sich vorstellen, dass die wiederholte, konzentrative bzw. konzentrierte Praxis zur Entwicklung eines solchen Zentrums führt. Man kann sich die Sache so verstellen, dass das wiederholte Tun eine gewisse Bahnung auf der Ebene der Nervenzellen bewirkt und dass damit gewisse neuronale Muster als Folge der neuronalen Funktion sich ausbilden.

Es kommt also durch die wiederholte Praxis zu einer Veränderung auf der Ebene des Nervensystemsdie subjektiv als „Zentrierung“ erlebt wird und die mit einer gewissen „Verselbständigung“ einhergeht. Man kann also von einer gewissen Programmierung sprechen, die durch diese Praxis bewirkt wird und man kann diese Ausbildung eines virtuellen Zentrums auch als das Ergebnis einer Konditionierung ansehen. Auf diese Art und Weise entsteht dieses innere spontane Fließen des Erlebnisstroms, wie es erlebt wird wenn z.B. in der Meditation in Folge der Praxis gewisse mentale Prozesse spontan ablaufen, die man als „flow“ oder in der chinesischen Sprache als „Wu wei“ bezeichnet und die sich dadurch auszeichnen, dass sie ohne willentliches Dazutun vonstatten gehen, wenn eine gewisse Bahnung eingetreten ist. (vgl. mit -> WikiBeitrag)

Es befördert also die Zentrierung das Erleben eines Zentrums und damit die Entwicklung des Bewusstseins im Sinn des sich innerlich stärker zentriert-Fühlens. Man kann sich leicht vorstellen, dass durch dieses wiederholte Tun diese innere Zentrierung bestärkt wird und schließlich dieses Bewusstsein  spontan auftritt und andererseits auch, dass diese Befindlichkeit als ein sich entwickelnder Zustand erlebt wird, wenn zunehmend eine gewisse Bahnung eintritt.

Daher schreibt Osho treffend, dass die Ausbildung eines solchen Zentrums das erste im Yoga ist, dies also die erste Notwendigkeit ist. (vgl. mit Osho Zitat 17d und Osho Zitat 17d2)

Tatsächlich sind wir in unserer Zeit mit vielen äußeren Reizen und Einflüssen konfrontiert, die eine gegenteilige Entwicklung, nämlich eine innere Zerstreuung bewirken.

Es liegt auf der Hand, dass in unserer Zeit der Bedarf nach Förderung der inneren Zentrierung sehr groß ist bzw. in anderer Hinsicht die Gefahr der „Auflösung“ dieses virtuellen Zentrums sehr groß ist. Mit anderen Worten die Gefahr des Verlieren des inneren Zentrums ist sehr groß und es spielt dies in Bezug auf die Gesundheit respektive das gesund bleiben bzw. das nicht krank werden in vielerlei Hinsicht eine große Rolle.

Wie Osho treffend schreibt ist das Gefühl bzw. das Erleben des inneren Wohlbefindens (blissfulness – vgl. mit Osho Zitat 17d) somit nicht etwas, das man von außen bekommen und käuflich erwerben kann, sondern etwas, das man sich durch die Praxis im Leben im weitesten Sinn, also durch die Lebenspraxis „verdienen“ muss, damit man durch dieses teils absichtliche und teils unabsichtliche tun erreicht. Man erkennt damit, dass dieses tun ein Lernen ist das die innere Zentrierung befördert. (vgl. auch mit Osho Zitat 2)

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Neuro-biologisch betrachtet ist die Zentrierung die Leistung des Nervensystems sich auf eine anstehende Aufgabe auszurichten.

Dies kann unter Umständen für ein höher entwickeltes Lebewesen – bei einem Tier oder bei einem Menschen – die Aufgabe sein entweder die Flucht zu ergreifen oder zum Angriff überzugehen oder sich zu Verstecken, etwa zu ducken um nicht entdeckt zu werden.

Es erfordert dies also die bestmögliche Integration der vorhandenen Informationen in der neuronalen Struktur durch die neuronale Aktivität bzw. durch die neuronale Funktion um gemäß der weiteren Entwicklung angemessen zu agieren bzw. zu reagieren.

In diesem Sinn kommt es durch die Praxis bzw. durch das Tun zur Entwicklung der neuronalen Aktivität bzw. der neuronalen Funktion.

Unter einem anderen Blickwinkel betrachtet kann man sagen, dass das Nervensystem dank der Neuroplastizität in der Lage ist sich in die positive Richtung bestmöglich zu entwickeln.

Und man bemerkt dabei dass die Übung respektive die Praxis dabei wesentlich sind um die bestmögliche Leistung zu erzielen.

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(letzte Änderung 16.12.2024, abgelegt unter: Biologie, Definition,  Medizin-Psychotherapie -Yoga-Meditation, Nervensystem, Philosophie, philosophische Begriffe, Psyche)

zuletzt pos. 1 am 10.11.2024 davor am 23.07.2024

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