Wahl

Die Wahl ist die Entscheidung.

Diese entsteht durch das Wählen/Auswählen einer Möglichkeit.

Demgemäß beruht die Wahl auf dem Urteil, welche Möglichkeit im konkreten Fall zutreffend ist bzw. welche Entscheidung für den konkreten Sachverhalt gewählt worden ist.

Wobei das Urteil und damit die Wahl von einer Person entweder bewusst oder unbewusst getroffen wird.

Man kann daher auch sagen, dass das Urteil und damit die Wahl auf dem Denken bzw. auf dem Urteilen /Beurteilen des Sachverhalts durch die Person entsteht, die die Entscheidung getroffen hat.

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Die Wahl hat bei Lebewesen eine biologische Komponente:

Bei Lebewesen hat die Wahl eine biologische Komponente.

Wenn man beobachtet wie die Pflanze ihre Blätter oder den Blütenstand nach der Sonne ausrichtet, deswegen kann man sagen, dass die Sonnenstrahlen bzw. die Einstrahlung der Sonne auf die Pflanze und damit auf den Blütenstand respektive deren Blätter zur Ausrichtung führt.

Bei Lebewesen mit einem mit einem Nervensystem – also bei Tieren und Menschen – hat die Wahl ebenfalls eine biologische Komponente, weil bei diesen die Wahl durch die neuronale Funktion entsteht.

Die neuronale Funktion entscheidet bei diesen Lebewesen nämlich wie die psychische Entscheidung ausfällt. Und man erkennt damit, dass die neuronale Funktion bzw. der neuronale Prozess eine Frage der Bewusstheit und sonstiger Faktoren ist die diesen neuronalen Prozess beeinflussen. Hier kommt also das Bewusstseins ins Spiel und es stellt sich die Frage ob das Lebewesen überhaupt sich dessen bewusst ist, unter mehreren Möglichkeiten eine Wahl zu treffen.

Es spielen bei dieser Wahl also diverse Faktoren eine Rolle, insofern diese die Wahl beeinflussen und in manchen Fällen geradezu bestimmen.

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Weiteres zur Wahl – bei Menschen:

Die Wahl beruht letztlich auf dem Urteil der Person:

Letztlich beruht die Wahl auf dem Urteil das die Person entweder bewusst oder unbewusst getroffen hat.

Dabei kann der Prozess der Entscheidung entweder spontan erfolgen, oder nach reiflicher Überlegung bzw. nach gründlicher Überlegung.

Wahl durch reifliche Überlegung oder durch die Emotion bestimmt:

Man kann die Wahl die nach reiflicher Überlegung respektive nach vernünftiger Überlegung erfolgt ist, von der Wahl unterscheiden, die emotional getroffen worden ist. Diese kann man als emotionale bwz. als unbedachte Wahl bezeichnen.

Man kann also festhalten und unterscheiden ob die Wahl nach reiflicher Überlegung durch den gesunden Hausverstand respektive durch den Verstand und durch die Vernunft geleitet entstanden ist, von der Wahl unterscheiden, die durch die Emotion bedingt entstanden ist.

Wahl durch fremde Ansage bzw. durch Suggestion:

Eine „Wahl“ die durch fremde Ansage (Suggestion) entsteht, ist eigentlich keine Wahl weil hier eine andere Person entschieden hat was zu tun ist.

Wahl aufgrund eines Vorurteils:

Eine Wahl die aufgrund eines Vorurteils getroffen worden ist, ist eigentlich auch keine Wahl, weil hier der aktuelle Sachverhalt nicht untersucht und die besonderen Gegebenheiten nicht berücksichtigt worden sind, sondern die Entscheidung auf anderen Kriterien beruht.

freie Wahl – versus – unfreie Wahl:

Die Wahl mehr oder weniger frei erfolgen – also auf der Grundlage der Freiheit zustande kommen, oder sie wurde durch einen Einfluss mehr oder weniger bestimmt. Daher kann man die freie Wahl/freie Entscheidung von der nur quasi freien oder unfreien Wahl/unfreien Entscheidung unterscheiden.

Wahl bezieht sich auf ein Objekt – oder auf eine Idee:

Die Wahl kann sich entweder auf ein Objekt respektive auf ein Faktum beziehen, oder auf einen Sachverhalt der nur durch eine Idee entschieden werden kann.

Im zuerst genannten Fall kann ich die Wahl und damit die Entscheidung durch Tatsachen begründet treffen, im zweit genannten Fall nur durch Argumente in ihrer Sequenz bzw. nur durch die Darlegung von Ideen die in ihrem Zusammenhang die Argumentation bilden bzw. die Kausalitätskette aufzeigen.

In diesem Fall wird die Wahl durch den Begriff der Idee getroffen, unter dem der Sachverhalt geistig aufgefasst wird (vgl. mit Kant Zitat 7), weil diese Idee im Bewusstsein der urteilenden Person als die plausiblere Idee erscheint.

Man kann daher sagen, dass ein derartiger Sachverhalt nur durch die Plausibilität entschieden werden kann.

Es wird hier der Sachverhalt durch das Schema der Idee aufgefasst bzw. kann ich den Sachverhalt nur durch die systematische Einheit der Idee beurteilen (vgl. mit Kant Zitat 7).

Zum Beispiel ob die eine Kausalitätskette oder die andere Kausalitätskette mich mehr überzeugt.

Man kann die Wahl also entweder durch Fakten begründet treffen oder durch Kriterien / Argumente begründet, die man nicht physisch sondern nur jenseits der physis (= Natur) somit nur meta-physisch begründet bestimmen kann.

Demgemäß gibt es eine objektiv gültige bzw. objektiv richtige Wahl. Oder es ist die Wahl für das wählende Subjekt richtig und es  handelt sich sodann um eine subjektiv richtige Wahl. Die Wahl beruht also entweder auf einem Wahrnehmungsurteil oder auf einem Erfahrungsurteil im Sinn von Immanuel Kant. Demgemäß sollte im Hinblick auf eine von einem Subjekt getroffene Wahl die Toleranz beachtet werden – eben, weil nicht alle Menschen gleich denken und handeln. Andererseits endet die Toleranz dort – bzw. muss sie dort eingeschränkt werden – wo diese Spielregeln nicht von allen Mitgliedern der Gesellschaft beachtet und berücksichtigt werden bzw. nicht alle Mitglieder der Gesellschaft tolerant sind.

Die Wahl kann also in gewissen Fällen auf die Gewissheit bzw. die allgemeine Gültigkeit berufen. Oder es ist die Wahl durch die persönliche Sichtweise  bzw. den persönlichen Glauben oder durch die persönliche Meinung bestimmt.

Es beruht die Wahl also entweder auf einer Entscheidung die durch objektive Evidenz oder durch subjektive Evidenz der Richtigkeit getroffen worden ist.

Der Begriff der Wahl wird in verschiedenster Hinsicht verwendet:

Man kennt die Wahl einer Person für eine gewisse Funktion (im Beruf, in der Freizeit, in der Politik, in der Gesellschaft, in einer Demokratie in dem die Wahl vom Volk getroffen wird. Oder in einer Aristokratie in der die Wahl vom Aristokraten dem rechtmäßigen Herrscher, oder in einem totalitären Staat in dem die Wahl nicht vom rechtmäßigen Herrscher sondern vom selbsternannten Herrscher bzw. vom Diktator getroffen wird.

Zur Wahl in verschiedenen Bereichen:

In der Medizin kann sich die Wahl auf eine mögliche Therapie / therapeutische Maßnahme beziehen. Dabei kann es eine eindeutige und klaren Indikation infolge des vorhandenen fachlichen Wissens für diese Wahl geben, weil eine gewisse Wahrscheinlichkeit gemäß der wissenschaftlichen Forschung / Wissenschaft dafür spricht, dass diese Unternehmung / Therapie von Vorteil sein wird.

Auch in der Psychiatrie (Psychologie) kann es in diesem Sinn eine Wahl für oder wieder eine Therapie, etwa eine Therapie mit Psychopharmaka oder im Hinblick auf eine Psychotherapie oder sonstige Therapie geben.

In der Politik wird sich die Wahl entweder auf eine gewisse Person etwa den Präsident des Staates beziehen. Oder es bezieht sich die Wahl auf eine Partei, die für gewisse Ideen sich gemäß ihrem Programm einsetzt.

Oder es bezieht sich die Wahl auf eine sonstige Person, die gewisse Interessen vertritt ,eine Lobby die gewisse wirtschaftlich oder sonstige Interessen befördert.

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(letzte Änderung 01.12.2024, abgelegt unter Definition, denken, Gutachten, Philosophie, Urteil, Wissen, Wissenschaft)

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