Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Reaktion

Eine Reaktion ist die Folge einer Ursache.

Dabei kann die Ursache der Reaktion als Folge einer Aktion in Erscheinung treten.

So ist in der Psychologie und Psychiatrie die Reaktion oftmals die Folge eines Erlebnisses.

Es kann in diesem Sinn die Reaktion die Folge auf eine im Äußeren sichtbare Aktion sein.

Oder die Reaktion einer Person kann die Folge eines – inneren Geschehens – etwa in Folge eines Gefühls, eines Einfalls – z. B. in Folge einer Assoziation – auftreten. Die Reaktion kann also die Folge eines Gedankens sein, der der Person gerade in den Sinn kommt.

Es kann die Reaktion in einem belebten System oder in einem unbelebten System auftreten. So kann die Reaktion in einem Lebewesen auftreten das auf irgend einen Reiz hin reagiert. Oder es kann die Reaktion – etwa die chemische Reaktion – beginnen wenn zwei bestimmte Flüssigkeiten mit einander gemischt werden (Substrakt wird mit Reagenz gemischt).

Der Begriff Reaktion stammt vom lateinischen Wort reactio  (wörtlich = „Rückhandlung“).

In einem Organismus bzw. in einem biologischen System oder in sonst einem System ist eine Reaktion also die Folge einer Ursache durch die die Reaktion ausgelöst wird.

Die Ursache setzt also die Reaktion in Gang. Es handelt sich also aus der Sicht des Organismus, oder aus der Sicht des Systems um ein Geschehen, das diesem passiv zu Teil wird, weil etwas in ihm oder mit ihm geschieht.

Im Gegensatz dazu ist eine Aktion ein Vorgang, der durch eine willkürliche Handlung des Lebewesens zustande kommt.

Eine Reaktion kann unmittelbar erfolgen, dann handelt es sich um einen Reflex, oder eine Reaktion kann nach Überlegung bzw. nach der prozesshaften Verarbeitung von Information erfolgen, dann handelt es sich um eine überlegte Reaktion, die entweder mit Besonnenheit und mit ruhiger Bewusstheit erfolgt. Oder es kann eine Reaktion auch spontan ablaufen, ohne, dass die betroffene Person dies noch steuern und beeinflussen kann. Eine derartige Reaktion kennt man zum Beispiel bei der Angst und man erlebt dies besonders intensiv wenn es sich hierbei um eine gesteigerte Angstreaktion handelt, die dann als Panikattacke bezeichnet wird.

Physiologisch betrachtet ist bei einer Reaktion immer der ganze Organismus beteiligt. So wie eine Nervenzelle immer durch einen einlangenden Impuls in ihrer Gesamtheit beeinflusst wird, so wird auch das Nervensystem durch die einlangenden Informationen gesamthaft beeinflusst, und es beeinflusst dieses in weiterer Folge praktisch den gesamten Organismus. Man kann also keine scharfe Grenze ziehen zwischen dem was beeinflusst und dem was nicht beeinflusst wird ziehen, sondern es werden in einem gewissen Ausmaß immer auch benachbarte Bereiche beeinflusst, wenn ein besonderer Teil des Organismus beeinflusst wird. In diesem Sinn ist ein Organismus immer ein Ganzes und es reagiert der Organismus auch immer als Ganzes wenn er durch irgend etwas beeinflusst wird. Man kann also keinen Teil des Organismus als wirklich abgegrenzte Einheit ansehen, die ihrerseits gänzlich unbeeinflusst von einer Einwirkung bleibt. Daher ist man in der Psychologie und auch in der Psychiatrie mit der Situation befasst, dass etwa bei einer Angststörung im Sinn einer Panikattacke immer der ganze Organismus reagiert.

In der Medizin kann eine Reaktion eine körperliche Reaktion sein, die in Folge einer physischen Ursache ausgelöst wird, etwa Fieber das in Folge eines Infekts auftritt, oder es kann eine Reaktion die Folge einer psychischen Ursache sein, etwa erhöhter Blutdruck in Folge einer Aufregung, oder die Folge einer sonstigen Ursache.

In jedem Fall bewirkt eine Ursache eine Abfolge von Erscheinungen, die man als Reaktion bezeichnet.

Man findet in den verschiedensten Bereichen Reaktionen: In der Chemie, Physik, Technik, in der Natur, in der Biologie, und wie bereits gesagt auch in der Medizin, Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie, in einer Gesellschaft, in der Wirtschaft usf. die verschiedensten Reaktionen. Dabei werden die einzelnen Reaktionen in der jeweiligen Wissenschaft systematisch untersucht und studiert.

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(letztes Änderung 05.06.2020, abgelegt unter: Reaktion, Definition, Begriff, Biologie)

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