Gelassenheit

Gelassenheit ist die Folge des Loslassen.

Beziehungsweise ist dies das Phänomen das durch das Loslassen entsteht.

In Bezug auf de Körper kennt man das Loslassen der Muskelspannung das zur körperlichen Entspannung führt bzw. das dadurch die körperliche Gelassenheit bewirkt.

In Bezug auf die Psyche kennt man das Loslassen der psychischen Spannung das zur psychischen Entspannung führt bzw. das dadurch die psychische Gelassenheit bewirkt.

Deswegen ist die Gelassenheit einerseits ein psychisches Phänomen und andererseits ein körperliches Phänomen das durch das Loslassen entsteht.

Und genau betrachtet ist die Gelassenheit auch ein geistiges Phänomen, weil die psychische Gelassenheit wesentlich auch auf der Gelassenheit des Geistes beruht.

Und damit wird deutlich, dass die Gelassenheit entsteht, wenn Körper, Psyche und Geist am Punkt der Indifferenz verweilen.

Beziehungsweise wenn durch das bewusste Erleben am Indifferenzpunkt – im Lauf der Zeit – früher oder später – spontan die allgemeine Entspannung entsteht.

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Deswegen tritt als Folge der Gelassenheit spontan im Lauf der Zeit – früher oder später – der Seelenfrieden ein, falls wiederholt der Zustand der Indifferenz eingehalten wird.

Beziehungsweise tritt früher oder später spontan der Seelenfrieden ein, falls die praktizierende Person durch ihr bewusstes Erleben beim Praktizieren wiederholt am Indifferenzpunkt verweilt.

Man kann auch sagen, dass die Gelassenheit durch den mentalen Prozess als psychisches Phänomen im Bewusstsein der Person entsteht, falls diese bewusst den Indifferenzpunkt aufsucht bzw. am Punkt der Indifferenz bewusst verweilt.

Und gerade dieses Geschehen erfordert die Praxis bzw. die wiederholte Übung – das heißt die praktizierende Person muss dieses Geschehen in der Übung kultivieren.

Und wie bekannt ist haben Menschen im fernen Osten schon vor langer Zeit die Praxis des Yoga und damit verwandte Praktiken (Qigong, Tai Chi usw.) entwickelt um dadurch die Gelassenheit auf der Ebene des Körper, der Psyche und des Geistes zu erlangen.

Und es lehrt die Erfahrung dass derartige Praxis im Lauf der Zeit zur inneren Ruhe führt bzw. dass dadurch die Gelassenheit zum Seelenfrieden führt.

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Auf diesem Weg bzw. durch diese Praxis finden die Psyche und ebenso der Geist der Person den inneren Frieden.

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Gelassenheit ein Seelenzustand der besonderen Art:

Demgemäß ist die Gelassenheit ein besonderer Zustand der Psyche bzw. der Seele im psychologischen Sinn bzw. ist dies ein besonderer Zustand der Befindlichkeit.

In diesem Zustand des Sein dominiert das Gefühl der Ausgeglichenheit.

Es besteht ein gutes Selbstbewusstsein mit positivem Selbstwertgefühl.

Man kann auch sagen:

Im Zustand der Gelassenheit ist wegen der Indifferenz die Person durch die Wahrnehmungen bzw. durch die Reize nicht irritiert.

Die Ereignisse affizierten sie kaum oder gar nicht und kann sie daher im Zustand der inneren Ruhe verweilen.

Die Gelassenheit ist ein psychisches Phänomen:

Die Gelassenheit ist ein psychisches Phänomen das dadurch charakterisiert werden kann, dass die Person sich trotz der vorhandenen Reize nicht aufregt.

Sie registriert die Reize – sie nimmt sie wahr – aber sie berühren sie nicht weiter – sie bringen sie nicht aus der Fassung bzw. aus dem Konzept – sie regt sich deswegen nicht auf.

Im Gegensatz dazu echauffiert sich die nicht-gelassene Person – sie gerät durch die Reize in Aufregung in Rage.

Unter Umständen wird sie wütend und steigert sich bis in den Zustand den man als Wut bezeichne.

In diesem Sinn kann eine Person gelassen bleiben oder sie kann sich irritiert werden und sie kann sich sogar hineinsteigern und darüber hinausgehend aufregen.

Zweifelsohne ist die Gelassenheit ein Zustand der Psyche der erstrebenswert ist.

 

In diesem Sinn kann eine Person durch ein Ereignis positiv oder negativ affiziert werden und aus dem Zustand des psychischen Gleichgewichts bzw. dem Zustand der Gelassenheit geraten.

sehr erstrebenswerte Eigenheit. Demgemäß ist das Fehlen oder die geringe bzw. die stark eingeschränkte Gelassenheit in verschiedener Hinsicht ein Problem und es kann sich dies sogar in gesundheitlicher Hinsicht negativ auswirken. Man kennt daher die verschiedenen gesundheitlichen Störungen (Krankheiten) die wesentlich als Folge der fehlenden Gelassenheit bzw. als Folge der ständigen Übererregbarkeit auftreten, die man auch als Stress Reaktionen bezeichnen kann. Daher ist das psychische Phänomen der Gelassenheit auch für die Medizin von Belang, weil nicht wenige gesundheitliche Störungen von diesem Faktor abhängen.

In ähnlicher Weise ist das psychische Phänomen der Gelassenheit auch in der Psychiatrie (Psychologie und Psychotherapie) in vielerlei Hinsicht Bedeutung.

Psychologisch betrachtet resultiert die Gelassenheit aus dem Zustand der Bewusstheit und der Affizierbarkeit der Person. Es verweilt die Person also im Zustand der Gelassenheit wenn gewisse Erlebnisse und auch gewisse innerlich generierte Vorstellungen nicht dazu führen dass die Person aus dem momentanen psychischen Zustand des Befindens gerät. Mit anderen Worten: wenn die aufgetretenen Vorstellungen nicht in der Lage sind die Befindlichkeit wesentlich zu verändern dann verweilt die Person im Zustand der Gelassenheit. Es ist dies also ein Zustand der nicht durch Emotionen relevant verändert wird. Dabei muss man allerdings unterscheiden ob die Person nur nach außen hin gelassen erscheint, was etwa beim Poker-face der Fall ist, oder ob die Person tatsächlich ohne wesentliche Gemütsbewegung verweilt und damit wirklich gelassen ist bzw. gelassen bleibt.

Biologisch und auch psychologisch betrachtet zeigt sich die Gelassenheit äußerlich in der körperlichen Haltung der Person und natürlich in der psychischen Reaktion.

Neurobiologisch betrachtet entspricht der Gelassenheit einer gewissen neuronale Funktion, die sich im psychischen Phänomen der Gelassenheit und in der körperlichen Haltung bzw. Reaktion manifestiert.

Aus der Sicht der Meditation oder des Yoga betrachtet wird der Zustand der Gelassenheit durch die Praxis der Meditation und durch die Praxis des Yoga befördert. Es entspricht der Zustand der Gelassenheit einer gewissen relativ stabilen Zentrierung des Bewusstseins. Die Person befindet sich also in einem Zustand in dem sie in sich ein Zentrum  ohne dass äußere Reize oder intern generierte Gedanken und Assoziationen sie aus dem Pol der Ruhe versetzen können.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet wird die Gelassenheit durch den Begriff der Idee erfasst, der dieses psychische Phänomen charakterisiert. Man erfasst also unter diesem Begriff die Merkmale der Gelassenheit geistig durch das Schema dieser Idee (vgl. mit Kant Zitat 7)

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(letzte Änderung 15.10.2025, abgelegt unter: Begriff, Psyche, Definition)

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