Die Gedächtnisfunktion ist die Funktion die das Merken und das Erinnern leistet.
Deswegen besteht das Ganze der Gedächtnisfunktion aus der Teilfunktion Merken leistet und aus der Teilfunktion Erinnern bzw. leisten diese Teilfunktionen das Ganze der Gedächtnisfunktion.
Unter einem anderen Gesichtspunkt betrachtet, kann man sagen, dass die Gedächtnisteilfunktion Merken und die Gedächtnisteilfunktion Erinnern die Funktionseinheit bilden, die man als Gedächtnis bezeichnet.
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Dabei muss man heutzutage unterscheiden, ob es sich bei der Gedächtnisfunktion um eine natürliche Gedächtnisfunktion bzw. um ein natürliches Gedächtnis handelt.
Oder ob es sich bei der Gedächtnisfunktion um eine künstliche Gedächtnisfunktion bzw. um ein künstliches Gedächtnis handelt.
Man muss heutzutage also unterscheiden, ob die Gedächtnisfunktion, mit den Teilfunktionen Merken und Erinnern von einer technische Apparatur geleistet wird, was zum Beispiel von einer technischen Apparatur geleistet wird, die man als Computer bzw. als Computersystem – entweder in Verbindung mit dem Internet oder ohne Verbindung mit dem Internet – geleistet werden kann, weil ein derart technisches System, nämlich eine derart technische Apparatur, eine künstliche Gedächtnisfunktion leisten kann.
Oder ob es sich, in einem grundsätzlich anderen Fall, nämlich bei einem lebenden Lebewesen bzw. bei einem lebenden Organismus um ein natürliches Gedächtnis handelt, dessen natürliche Gedächtnisfunktion entweder vom Nervensystem des Lebewesens oder vom Organismus des Lebewesens als Ganzes geleistet wird.
Man hat nämlich bei den Lebewesen – sowohl bei den Einzellern, wie auch bei den Vielzellern – und zwar auch bei den Vielzellern die kein Nervensystem besitzen (z. B. Pflanzen) beobachtet, dass auch diese eine gewisse, wenn auch beschränkte Gedächtnisfunktion haben bzw. als Lebewesen zeigen.
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Weiteres zur natürlichen Gedächtnisfunktion – wie sie bei Lebewesen vorkommt:
Bezüglich der natürlichen Gedächtnisfunktion wie sie bei einem Lebewesen mit einem Nervensystem vorkommt kann man die Unterfunktionen: Merken und Erinnern unterscheiden bzw. kann man diese natürliche Gedächtnisfunktion in die Teilfunktionen Merken und Erinnern gliedern bzw. die Gedächtnisfunktion als Ganzes in diese Teilfunktionen aufteilen:
Die Gedächtnisfunktion kann einerseits in das Merken (= das Aufbewahren von Information im Gedächtnis bzw. in die Speicherfunktion) gegliedert werden und andererseits in das Erinnern (= das Hervorholen von Information aus dem Speicher bzw. aus dem Gedächtnis).
Und schließlich ist in diesem Zusammenhang beim natürlichen Gedächtnis auch an das Vergessen zu erwähnen das ein weiteres Merkmal bzw. eine weitere Eigenheit der natürlichen Gedächtnisfunktion ist.
Demgemäß kann man auch sagen, dass die Vergesslichkeit ein weiteres, natürliches Merkmal bzw. eine weitere natürliche Eigenheit der natürlichen Gedächtnisfunktion ist und dieses Phänomen bei den hoch entwickelten Tieren und beim Menschen sich als psychisches Phänomen manifestiert.
Und es sei an dieser Stelle erwähnt dass gerade die abnorme Vergesslichkeit das Ausmaß eines psychopathologischen Phänomens erlangen kann, was im gegebenen Fall – falls die Vergesslichkeit über dem Ausmaß des Altersdurchschnitt liegt ein typisches Merkmal einer pathologischen Störung des Gedächtnisses ist.
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Die natürliche Gedächtnisfunktion als Ganzes kann in natürliche Teilfunktionen gegliedert werden:
Je nach Sichtweise kann man unterschiedliche Formen und Gedächtnisfunktionen bei einem natürlichen Gedächtnis beschreiben.
So kann man etwa beim Menschen ein sprachliches/verbales Gedächtnis oder ein nicht-sprachliches/nonverbales Gedächtnis beschreiben. Oder man kann ein Instinkt-Gedächtnis beschreiben, das besonders bei Tieren ausgeprägter entwickelt ist, hingegen beim neuzeitlichen Menschen nur noch in geringer Ausprägung vorhanden ist.
Ferner kennt man bei Tieren und beim Menschen ein optisches Gedächtnis (für das Merken von Gegenständen, Landschaften, Gesichtern, für Pflanzen, für andere Tiere), weiters ein Geruchsgedächtnis für unterschiedliche Gerüche, auch diese Form von Gedächtnis ist bei Tieren wesentlich ausgeprägter vorhanden als beim neuzeitlichen Menschen bzw. beim Menschen der Gegenwart.
Ferner kennt man ein Gedächtnis für Töne, Musikstücke was beim Menschen als musikalisches Gedächtnis bezeichnet wird.
Und es hat der Mensch wegen seiner Fähigkeit zum begrifflichen Denken auch eine Gedächtnisfunktion für diverse Erkenntnisobjekte die man durch Begriffe benennen bzw. bezeichnen kann.
So können Menschen kraft ihres begrifflichen Denkvermögen etwa besondere Fähigkeiten im Sinn von besonderen Eigenheiten – im Sinn einer Begabung haben – etwa die Fähigkeit sich leicht Musikstücke zu merken. Und ist es in diesem Zusammenhang bekannt dass manche musikalische Menschen ein Musikstück hören – sich ans Klavier setzen und dieses wiedergeben bzw. spielen können. Manch Menschen können sich leichter Zahlen – Geschichtsdaten usw. merken als andere.
Diese Eigenheiten sind also von Mensch zu Mensch verschieden bzw. individuell ausgebildet und findet man bekanntlich auch in den Familien oftmals Mitglieder die dieselbe Begabung aufweisen.
In diesem Sinn haben Menschen, falls sie in einer menschlichen Gesellschaft aufgewachsen sind grundsätzlich ein Gedächtnis bzw. eine Gedächtnisfunktion für Schriftzeichen, für sonstige spezielle Zeichen, für Worte, für Namen usw.
Diese Gedächtnisfunktionen beruhen neben der Sinneswahrnehmung (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tastsinn) auf der neuronalen Funktion , die vom Nervensystem im Verbund mit den sonstigen Organen und Organsystemen des Organismus geleistet wird.
In diesem Sinn kann man beim Menschen unterschiedliche Formen von Gedächtnis bzw. unterschiedliche Formen von Gedächtnisfunktionen beschreiben und kann man auf Grund der Beobachtung des Verhalten bei Tieren davon ausgehen dass auch sie je nach Gattung bzw. Art und Individuum – mehr oder weniger ausgeprägt – über gewisse Gedächtnisfunktionen verfügen.
Und ferner kann man aus dem Verhalten und den Reaktionen beim Menschen, wie auch bei hoch entwickelten Tieren, auf eine Gedächtnisfunktion bzw. auf ein Gedächtnis schließen, dass diese Lebewesen aus ihrer Erfahrung gelernt haben insofern sie gewisse Dinge nicht mehr machen oder diese anders machen als sie es früher gemacht haben – was bedeutet dass das Tier bzw. der Mensch aus der Erfahrung gelernt hat – so gesehen beruht auch das Lernen des Lebewesens auf der natürlichen Gedächtnisfunktion bzw. auf dem natürlichen Gedächtnis.
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Natürliche Gedächtnisfunktion – neuro-biologisch betrachtet – neuro-biologisch begründet erklärt:
Neuro-biologisch betrachtet beruht die natürliche Gedächtnisfunktion auf der Fähigkeit im Zusammenhang mit dem Erleben gewisse neuronale Muster zu bilden. Dabei korreliert dieser neuro-biologische Vorgang im Nervensystem mit dem Merken.
Im Rahmen der Erinnerung, zu einem späteren Zeitpunkt, korreliert die neuronale Aktivität durch einen bestimmten Reiz/durch eine bestimmte sinnliche Wahrnehmung (Geruch/Geräusch/Geschmack usw.) ausgelöst ein gewisser Gedächtnisinhalt im Gedächtnis reaktiviert wird.
Das heißt, es wird bei diesem Vorgang im Nervensystem eine gewisse Gedächtnisfunktion reaktiviert. Dabei korreliert dieser neuro-biologische Vorgang bzw. dieser neuronale Vorgang mit dem Erinnern.
Und mit dem Vergessen ist es wahrscheinlich so, dass ein bestimmter Gedächtnisinhalt umso leichter und umso schneller vergessen wird, je weniger dieser von Bedeutung ist – was zur Folge hat, dass keine tiefe neuronale Prägung erfolgt ist bzw. der abgelaufene neuronale Vorgang zu keinem neuronalen Muster geführt hat und zwar in dem Sinn dass man von einer neuronalen Prägung sprechen kann.
Unter einem weiteren Gesichtspunkt betrachtet kann man auch sagen, dass das Erleben zur Ausbildung eines neuronalen Netzwerkes geführt hat, insofern durch die Entstehung des neuronalen Musters dieses Netzwerk auf der Ebene der Nervenzellen im Nervensystem – und hier vor allem im zentralen Nervensystem – entstanden ist.
Demgemäß führen nur abnorm starke Eindrücke/Reize/Wahrnehmungen (Beispiel: Erlebnis mit starken Emotionen, Psycho-Trauma, usw.) zu einer tiefen Einprägung bzw. Prägung im Gedächtnis bzw. zu einem deutlich ausgeprägten neuronalen Muster oder zu einem gut etablierten neuronalen Netzwerk.
Bekanntlich ist gerade dies bei traumatischen Erlebnis der Fall. In einem derartigen Fall kommt es in der Regel auch spontan und oftmals wieder durchlaufen der Erinnerung bwz der Gedächtnisinhalte was eben die tiefe Prägung bildet, festigt und aufrecht erhält, wenn nicht geschickter Umgang das Verblassen bzw. Vergessen unterstützt.
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Zum Vergessen:
Zum sofortigen Vergessen kommt es falls der Eindruck nur ganz flüchtig und unbedeutend war – und deswegen sich praktisch gar kein Gedächtnisinhalt gebildet hat.
Oder es kommt zum Vergessen falls zwar ein Gedächtnisinhalt vorhanden war – etwa weil das Erlebnis schon lange zurückliegt und lange Zeit die Erinnerung nicht wieder reaktiviert worden ist.
In diesem Fall wird es nicht selten so sein, dass der entsprechende Inhalt im Gedächtnis nur mit Mühe – wenn überhaupt noch reaktiviert bzw. rekonstruiert werden kann. Allenfalls sind dabei gewisse Erinnerungen im Sinn von flankierenden Assoziationen hilfreich.
Bezüglich dem Vergessen ist es also wahrscheinlich so, dass auf der „Ebene der Nervenzellen“ in entsprechenden Bereich des Nervensystems – vor allem im entsprechenden Bereich des Gehirns – das entsprechende neuronale Muster nicht mehr gebildet bzw. rekonstruiert werden kann, weil es schon zu sehr verblasst ist.
Das heißt das entsprechende neuronale Netzwerk kann nicht mehr reaktiviert werden, weil etwa die synaptischen Verbindungen nicht mehr vorhanden sind.
Unter einem anderen Gesichtspunkt betrachtet kann man sagen, dass die neuronale Struktur – hier gemeint vor allem die neuronale Feinstruktur nicht mehr vorhanden ist um diesen Gedächtnisinhalt zu reaktivieren.(Vergleich mit verblasster Fotographie, verwischter Fährte usw.).
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Biologisch betrachtet findet man praktisch bei allen Lebewesen eine Art Gedächtnisfunktion.
Selbst bei einzelligen Lebewesen wurde ein Art Gedächtnis beobachtet, insofern sich diese in die Richtung bewegen in der sie Nährstoffe registriert haben, hingegen sie andere Richtungen vermeiden.
Auch Pflanzen zeigen in beschränktem Umfang eine Art von Gedächtnisfunktion.
Gedächtnisfunktion bei Tieren und beim Menschen:
Eine Art Gedächtnisfunktion kann man beim lebenden Gewebe beobachten. Zum Beispiel bei der Haut die auf entsprechende Reize wieder reagiert (Allergie).
Eine wesentlich umfangreichere und differenzierte Form von Gedächtnisfunktion ist bei den Tieren – und vor allem beim Menschen – Dank des Nervensystems möglich.
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Neuro-biologisch betrachtet entsteht die Gedächtnisfunktion bei den Tieren und beim Menschen im Wesentlichen als Folge der neuronalen Aktivität die im Lauf der Zeit abhängig von der Erfahrung zu gewissen Änderungen in der neuronale Struktur führt.
Wobei die neuronale Struktur beim einzelnen Individuum vor allem in Bezug auf die neuronale Grobstruktur
durch die Gattung und damit durch die Genetik weitgehend bestimmt ist.
Andererseits lehrt die Erfahrung dass die Entwicklung des Nervensystems und damit auch die der Gedächtnisfunktion in Abhängigkeit von der Aktivität bzw. der Funktion sich entwickelt und verändert.
Und hier kommt es vor allem im Bereich der neuronalen Feinstruktur in Abhängigkeit vom Tun bzw. von der Praxis bzw. durch die Übung zur Veränderung und somit zur Entwicklung.
Es ist bei der Entwicklung des Nervensystems also die Neuroplastizität entscheidend, insofern diese die Ausformung des Nervensystems wesentlich bestimmt.
So kann man neuro-biologisch begründet verstehen und erklären warum sich die Gedächtnisfunktion – und damit die Gedächtnisleistung in Abhängigkeit von der Aktivität entwickelt.
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(letzte Änderung 24.08.2025, abgelegt unter: Biologie, Definition, Gedächtnis, Nervensystem, Psyche)
zuletzt pos. 1 am 22.12.2024
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