Ein diagnostisches System ist ein System mit dessen Hilfe eine Diagnose in einem Fachbereich des Wissens gestellt werden kann.
Dieses System ermöglicht in der Diagnostik entweder die Bestimmung einer faktischen Einheit oder es ermöglicht die Bestimmung einer systematischen Einheit – falls das Wissen dieses Fachbereichs auf derartigen Einheiten beruht.
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Dabei ist die Bestimmung der jeweiligen Diagnose aufgrund der Merkmale der diagnostischen Einheiten möglich.
Und es ist die jeweilige Bestimmung auch möglich, weil die die diagnostischen Einheiten im jeweiligen diagnostischen System gemäß einer gewissen Ordnung gegliedert sind.
In einem System das sich auf faktische Einheiten gründet, handelt es sich dabei um eine physische Ordnung bzw. um eine künstliche Ordnung.
In einem System in dem sich die Diagnostik auf systematischen Einheit gründet, handelt es sich dabei eine meta-physische Ordnung respektive auf eine menschliche Ordnung die man auch als (menschliche) geistige Ordnung bezeichnen kann.
Dies trifft etwa auf eine Diagnose in der Schulmedizin zu, die nur phänomenologisch begründet gestellt werden kann. (Ein Beispiel dazu ist die neurologische Diagnose Migräne – also eine Diagnose aus dem Fachbereich der Neurologie).
Und in diesem Sinn gibt es auch in anderen Bereichen der Schulmedizin – so etwa in der Inneren Medizin – internistische Diagnosen die nur auf Grundlage der klinischen Erscheinung gestellt werden können. (Ein Beispiel dazu: vegetative Dystonie).
Auch sonst können viele Diagnosen in der Heilkunde – vor allem in der funktionellen Diagnostik nur auf Grundlage der klinischen Erscheinung gestellt bzw. bestimmt werden.
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(letzte Änderung am 13.11.2024, abgelegt unter: Diagnostik, Dialektik, Gutachten, Heilkunde, Philosophie, System)
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