Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Denkstörung

Bei einer Denkstörung ist das Denken der Person krankheitswertig beeinträchtigt.

Bei einer Denkstörung kann das Denken der Form nach gestört sein – man spricht dann von einer formalen Denkstörung.

Oder es ist das Denken dem Inhalt nach gestört, und man spricht dann von einer inhaltlichen Denkstörung.

Wenn die Störung im Denken in Bezug auf den Inhalt nur mäßig ausgeprägt ist, dann spricht man in der Psychiatrie bzw. in der Psychopathologie unter Umständen von einer überwertigen Idee.

Falls die Störung im Denken in Bezug auf den Inhalt massiv ausgeprägt ist, dann erreicht die psychischen Störung das Ausmaß einer Psychose und man spricht dann in gewissen Fällen von einem Wahn bzw. einer Paranoia.

In anders gelagerten Fällen ist die Denkstörung die Folge einer Kritikstörung, wie diese etwa bei einer geistigen Behinderung oder bei manchen Formen von psychischen Störungen auftritt.

So kann die Denkstörung etwa im Zusammenhang mit einer ausgeprägten Merkfähigkeitsstörung  auftreten, die dann auch zu einer Gedächtnisstörung führt und es ist diese Form einer Denkstörung typisch für eine Demenz.

Denkstörungen treten also bei den unterschiedlichen Formen der Demenz auf. Etwa bei der  Demenz vom Typ der Alzheimerdemenz die auch als Alzheimerkrankheit bezeichnet wird oder bei der Vaskulären Demenz.

Überhaupt kann bei einer körperlich begründeten psychischen Störung, nämlich bei einem sogenannten Organischen Psychosyndrom (OPS), etwa nach einer schweren Kopfverletzung, bei einem Delir, oder bei einer sonstigen psychischen Störung eine Denkstörung auftreten.

Grundsätzlich ist die klinische Erscheinung einer Denkstörung ein psychopathologisches Phänomen, wie es in der Psychiatrie nach der Methode der Psychopathologie diagnostiziert wird.

Es treten ferner Denkstörungen bei folgenden Formen von psychischen Störungen auf:

Bei der Schizophrenie kommt es typischer Weise zu formalen Denkstörungen und zu inhaltlichen Denkstörungen. Es kann hier das Denken also sowohl dem Inhalt nach wie auch der Form nach ausgeprägt gestört sein. Man kennt in diesem Zusammenhang in der Psychopathologie die Begriffe: Zerfahrenheit, Gedankenabreißen, Sperrung / Gedankensperre, sprunghaftes Denken, wahnhaftes Denken, Beeinflussungserlebnisse, Gedankeneingebung, Gedankenentzug usf.)

Auch bei einer Depression (depressiven Störungen) können Denkstörungen infolge der erschwerten Assoziation auftreten, in dem Sinn dass der betroffenen Person die Dinge nicht einfallen oder nicht so gut wie sonst einfallen.

In diesem Sinn ist die Denkstörung in vielen Fällen einer psychischen Störung die Folge einer Assoziationsstörung.

Bei einer ausgeprägten Denkstörung kann es zur Beeinträchtigung der Realitätswahrnehmung kommen. Die betroffene Person sieht zum Beispiel im Zustand der Depression alles unverhältnismäßig negativ und sie ist daher ohne Zuversicht und Hoffnung es tritt also Hoffnungslosigkeit auf. Umgekehrt überschätzt der an Manie erkrankte Patient seine Möglichkeiten und die Folge davon ist eine nicht der Realität gemäße Idee bzw. Vorstellung – und in weiterer Folge eine nicht der Wirklichkeit bzw. der Situation angemessene Handlung.

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(letzte Änderung 09.09.2020, abgelegt unter denken, Begriff, Definition, Psyche, Psychiatrie, Psychopathologie, Psychologie)

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