Bewusstseinsstörung

Eine Bewusstseinsstörung ist eine Störung des Bewusstseins.

Aus Sicht der Psychologie betrachtet zeigt sich die Bewusstseinsstörung durch ein auffälliges psychisches Phänomen, insofern hier der Zustand der Psyche infolge der gestörten psychischen Funktion abnormal ist.

In der Psychiatrie ist daher eine Bewusstseinsstörung ein typisches Merkmal von gewissen psychischen Störungen und man spricht daher von einem  psychopathologischen Phänomen.

In vielen Fällen ist eine Bewusstseinsstörung allerdings ein Merkmal einer neurologischen Störung. Es ist die Bewusstseinsstörung demgemäß ein wesentliches neurologisches Phänomen wie es in der Neurologie bei diversen Störungen des Nervensystems zu beobachten ist (ein paar Beispiele dazu: Bewusstseinsstörung nach Schädelhirntrauma, bei Meningitis, Meningoenzephalitis, Zustand nach Schlaganfall/Insult usf.).  Man kann daher sagen, dass eine Bewusstseinsstörung in der Neurologie oftmals einen wesentlichen Befund darstellt bzw. ein wesentlicher Teilbefund des neurologischen Befundes ist.

Schließlich kommen Bewusstseinsstörungen auch bei sonstigen gesundheitlichen Störung vor, etwa im Rahmen einer Stoffwechselstörung (Beispiele dazu: getrübtes Bewusstsein bei entgleistem Diabetes mellitus, bei Nierenversagen, bei hohem Fieber im Rahmen eines Infekts, im Rahmen einer Intoxikation, bei massiver Unterkühlung etwa nach Verschüttung durch eine Schneelawine usf.)

Die Bewusstseinsstörung kann also das Zeichen einer Störung der Gesundheit sein, die sowohl die Funktion der Psyche , wie auch die des Körpers betrifft. Man kann daher auch sagen: Bewusstseinsstörungen treten im Rahmen von psychischen Störungen und auch im Rahmen von körperlichen Störungen auf.

Es führt eine Bewusstseinsstörung nämlich in jedem Fall zu einem auffälligen Befund in Bezug auf die Psyche und unter Umständen auch zu einem krankheitswertigen Befund in Bezug auf den Körper hier insbesondere in Bezug auf die Funktion des Nervensystems.

Demgemäß weist die Bewusstseinsstörung in der Regel auf eine Störung der körperlichen Funktion hin, und handelt es sich hier oftmals um eine Störung der neurologischen Funktion, oder überhaupt um eine gestörte körperliche Funktion (Beispiel dafür: massive Unterkühlung, Sauerstoffmangel, Herz-Kreislaufversagen, Kohlenmonoxidvergiftung usf.).

Es kann die Bewusstseinsstörung also ein Merkmal einer psychischen Störung und damit einer psychiatrischen Diagnose sein, oder das Merkmal einer neurologischen Störung und somit das einer neurologischen Diagnose. oder das einer sonstigen gesundheitlichen Störung und damit der entsprechenden medizinischen Diagnose.

Hier ist die mehr oder weniger ausgeprägte Bewusstseinsstörung oftmals ein Nebenbefund bei einer sonstigen medizinischen Diagnosen(Beispiel 1: Bewusstseinsstörung bei entgleistem Diabetes mellitus / Diabetisches Koma, Beispiel 2: Bewusstseinsstörung bei dekompensierender Lebezirrhose mit Delir usf.).

Die Bewusstseinstörung tritt biologisch betrachtet als Folge einer Störung des Nervensystems auf. Es ist bei einer Bewusstseinsstörung also die neuronale Funktion gestört, und es handelt sich hierbei um eine Funktionsstörung auf der Ebene der Nervenzellen bzw. der neuronalen Netzwerke, insbesondere im Bereich des Gehirns.

Psychologisch betrachtet bzw. aus der Sicht der Psychopathologie ist eine Bewusstseinstörung die Folge der Störung der psychischen Funktion. Dem Grad nach keine eine leichte Bewusstseinsstörung das Ausmaß einer Benommenheit haben oder es kann auch das Phänomen eines Schwindels bestehen, insofern sich die Person im Raum unsicher fühlt etwa beim Gehen usf. Bezüglich der Qualität kann die Bewusstseinsstörung von der Art sein dass das Bewusstsein getrübt ist wohingegen es im normalen Zustand klar ist. Es kann das Bewusstsein subjektiv als eingeengt  erlebt werden.

Im Zusammenhang des Konsums von psychotropen Substanzen (Alkohol, Cannabis und sonstigen Drogen) kann das Bewusstsein in seiner Qualität pathologisch verändert sein.

Und es kann das Bewusstsein auch durch endogene Vorgänge (emotionale Erregung infolge der Emotion, oder infolge einer Depression oder Manie) verändert sein. Bei der psychischen Störung vom Typ der Schizophrenie kennt man charakteristische Störungen, die sich auch auf die Qualität des Bewusstsein auswirken. Man kennt hier das psychopathologische Phänomen der wahnhaften Gestimmtheit das mit einer besonderen Form der Einengung des Bewusstseins einhergeht, insofern die betroffene Person hier in ihrer Kognition krankhaft verändert ist und Informationen ablehnt, die ihre wahnhaften Ideen bzw. den Wahns respektive die Paranoia nicht bestätigen. In leichter Form kennt man dies auch bei der überwertigen Idee, wie sie im Rahmen der normalen psychischen Funktion vorkommen kann und als Folge der ausgeprägten Emotion oder sonstiger Faktoren einer komplexen Ursache auftritt.

Immer handelt es sich bei einer Bewusstseinsstörung um eine Störung, die biologisch betrachtet auf der Ebene des Nervensystems abläuft. Es ist hier also die neuronale Funktion im zentralen Nervensystem, insbesondere im Bereich des Gehirns gestört.

Weiteres zu Bewusstseinsstörungen wie sie in der Heilkunde diagnostiziert werden:

In der Psychiatrie wird eine Bewusstseinsstörung beim Rausch, beim Delir, in vielen Fällen einer Psychose, bei vielen Organischen Psychosyndromen (OPS), auch bei gewissen Formen einer Demenz als psychopathologisches Phänomen festgestellt.

Auch in der Medizin können bei gesundheitlichen Störungen Bewusstseinsstörungen auftreten (bei Mangel an Sauerstoff, so etwa bei der Taucherkrankheit, bei hochgradigen Stoffwechselstörungen etwa in der Form des Koma Diabeticum, unter Umständen bei starken Schmerzen, bei Leberinsuffizienz, bei Nierenversagen, im Rahmen einer Intoxikation, bei Herzversagen, bei Lungenerkrankungen usf.).

Und es treten Bewusstseinsstörungen natürlich in der Neurologie bei verschiedenen neurologischen Störungen auf (bei einem epileptischen Anfall also bei Epilepsie, nach schwerer Kopfverletzung bzw. Gehirnschädigung etwa in der Form eines Durchgangssyndroms oder in der Form eines Wachkoma, bei Zustand nach Schlaganfall /  Apoplexie usf. und es können Bewusstseinsstörungen auch im Rahmen von funktionellen Anfällen auftreten, ohne dass in der Diagnostik relevante körperliche Befunde festgestellt werden können).

Aus der Psychologie / Psychiatrie kennt man Störungen des Bewusstseins als Übergänge aus dem Zustand des normalen Bewusstseins, also aus dem Zustand der Wachheit heraus oder aus dem Zustand des Schlafes im Sinn von Natürlichen Vigilanzschwankungen, die mit Bewusstseinsschwankungen einhergehen (Tagtraum, Trance, Hypnose, Sekundenschlaf bei Übermüdung, Bewusstseinsstörungen mit verminderter Konzentration etwa bei Erschöpfung) und es treten Bewusstseinsänderungen und Bewusstseinsstörungen auf, die eindeutig als krankheitswertige Bewusstseinsstörungen imponieren (Schlafwandeln, Narkolepsie usf., Zustand nach epileptischem Anfall usf.)

Ebenso gibt es bei einem Teil der psychosomatischen Störungen, wie sie in der Psychosomatik diagnostiziert werden Störungen im Bewusstsein, etwa bei einer ausgeprägten Anorexie, die bereits Symptome eines Organischen Psychosyndroms (OPS) zeigt.

Demgemäß müssen die Zeichen der Störung in der Bewusstheit im Rahmen der Diagnostik näher abgeklärt werden.

Mit anderen Worten: es ist also eine fachlich qualifizierte Abklärung erforderlich, insbesondere bevor eine Psychotherapie begonnen wird.

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(letzte Änderung 12.08.2020, abgelegt unter: Begriff, psychiatrischer Begriff, psychologischer Begriff, Bewusstheit, Bewusstsein, Definition, Diagnostik, Diagnostizieren, Forensik, Forensische Psychiatrie, Gesundheit, Gutachten, Medizin, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Psychopathologie, Psychose, Psychosomatik, Psychotherapie).

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